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Bare Breasted Countess / Jacula / The Black Countess / Female Vampire
(France/Belgium 1973/1975)

 

 

Regie/Drehbuch: Jesús Franco

Darsteller: Lina Romay, Jack Taylor, Alice Arno

 

 

gräfin04Jess Franco, Spaniens großer Erotomane, gilt als der vermutlich “sadistischste” Regisseur aller Zeiten, weniger aufgrund dessen was in seinen Filmen explizit gezeigt wird sondern, weil sein Werk in gewissem Sinne eine Art todessehnsüchtiger Masturbation darstellt. Und ähnlich wie der durchschnittliche Onanierer oftmals einzig von der Absicht getrieben wird, möglichst schnell zum Schuss zu kommen, findet sich im Oeuvre dieses Vielfilmers, den man quantitativ nur noch mit Joe D’Amato vergleichen kann, eine ganze Menge an hastig dahingewichstem Material.

So verwundert es nicht, dass sein „La Comtesse Noire“ einer von insgesamt 11 Filmen ist, die Franco allein im Jahre 1973 mal so eben locker aus der Hüfte geschossen hat. Die titelgebende Comtesse wird dabei wie üblich von seiner Muse Lina Romay verkörpert (Susan Korda bzw. Soledad Miranda aus „Vampyros Lesbos“ starb leider zu früh um diesen Film mit ihrer Anwesenheit zu beglücken) und ist, wie es sich für Franco so gehört hauptsächlich nackig zu sehen, nebenbei tötet sie beim Fellatio Männlein wie Weiblein. gräfin08Die ohnehin vor düsterer Erotik strotzende Vampirlegende wird somit von Franco auf die Figur der lüsternen Femme Fatale zurechtgeschneidert und obendrein im letzten Drittel auch noch mit etwas Bondage und Sado-Maso angereichert; der todessehnsüchtige Dandy als Bezugsperson für das vorrangig männliche Publikum darf nicht fehlen, ebensowenig wie die Männer der Wissenschaft und des Gesetzes, die dem unmoralischen Treiben Einhalt zu gebieten versuchen.

Was sich theoretisch noch relativ stimmig nach der filmischen Kombination von Eros und Thanatos anhört, nach einem kreativen Ausdruck der Angstlust, die manche Männer empfinden, wenn eine Frau sexuell zu aktiv oder womöglich sogar noch fordernd bis dominant auftritt, gerät unter Francos Regie allerdings leider zu einem etwas zerfahrenen, episodenhaft bleibendem Haufen Trash, den der heutige durchschnittliche Zuschauer vermutlich schon aufgrund seiner formalen Machart nicht aushalten dürfte. gräfin03Ich persönlich tue mich übrigens mit Francos Stil auch sehr schwer, denn was viele Fans seiner Werke gerne als “traumhafte Atmosphäre” loben wirkt auf mich einfach nur super anstrengend bzw. einschläfernd (den Film „Der Teufel kam aus Akasava“ beispielsweise habe ich trotz mehrerer Anläufe noch nie in wachem Zustand zuende geschaut).

Das liegt zum einen an den weitgehend sinnfreien, besoffen wirkenden Kamerabewegungen, die zumeist mit Zooms und Tiefenschärfespielereien kombiniert werden und die bereits nach wenigen Minuten ins Delirium führen, weil alles irgendwie nur noch verschwommen aussieht und man jegliche Orientierung über den filmischen Raum verliert. Hinzu kommen unlogische Schnitte und im Falle der „Comtesse“ eine eigentlich sehr schöne Musik, die einen jedoch aufgrund der Tatsache, dass sie faktisch in Endlosschleife abgespielt wird, bis zum Abwinken einlullt. Über lange Passagen kommt der Film darüberhinaus völlig ohne Dialog aus (okay, in einem Sexfilm ist das nachvollziehbar), oder aber es werden aus dem Off schwülstige Monologe über die ewige Verdammnis, die das Vampirleben so mit sich bringt, eingesprochen.

gräfin01Spannung, Erotik oder gar Horror kommen auf diese Art und Weise natürlich trotz einiger halbwegs gelungener Sequenzen nicht auf. Als Beispiel sei hier der Auftakt angeführt, den ich bereits in meiner Rezension von „Lifeforce“ erwähnt habe, weil insbesondere der nackte weibliche Vampir (seit LeFanus „Carmilla“ bevorzugt lesbisch oder wenigstens bisexuell) die Fantasie der vornehmlich männlichen Regisseure ein ums andere Mal dazu verlockt, die femme fatale gewissermaßen dadurch wieder zu bändigen, dass man sie zum (Angst-)Lustobjekt macht: Die Romay stiefelt nur mit Stiefeln, Umhang und Gürtel angetan durch einen nebligen Wald; ihr ziemlich ansehnlicher Körper wird dabei von der Kamera ausgiebig erkundet, Zoom auf die Brüste und dann in haarigere Gefilde. Im Grunde genommen eine passable Lektion in relativ zahm bleibenden Sexismus, wenn, ja wenn Lina nicht direkt im Anschluss daran gegen die Kamera laufen würde. Dass dieser Fehler während des Endschnitts nicht korrigiert wurde spricht meines Erachtens Bände über die äußerst hastige Arbeitsweise Francos, die die langsame Genüsslichkeit, mit der das erotische Geschehen zelebriert wird bzw. die dadurch intendierte Verführung des Zuschauers immer wieder unangenehm konterkariert.

gräfin07So hangelt sich der Film über diverse tödlich endende sexuelle Begegnungen und eine längere Masturbationsszene schließlich zu einem morbiden Bad mit rotem Zusatz (wahrscheinlich von Kneipp), der einem selbstverständlich als Blut verkauft wird weil es mal eine Madame Bathory gab, ohne dass so etwas wie eine Dramaturgie oder gar ein Plot erkennbar wird. Stattdessen folgt der Ablauf dem, was der einschlägig geschulte Zuschauer aus pornographischen Filmen kennt – die Handlung wird zur Nebensache bzw. bleibt ein simpler Aufhänger, gewissermaßen die Aktenmappe, die die diversen Sexszenen zusammenklammert. Womit sich „La Comtesse noire“ zwar einerseits gut zur sagen wir mal zerstreuten Rezeption eignet (man guckt so nebenbei, sieht ein paar Hupen oder einen haarigen Schambereich, freut sich kurz und tut dann etwas Sinvolles – was in etwa der Eindruck von Bahnhofskinobesuchern gewesen sein dürfte, die durch den Besuch solcher Filme lediglich ihre Wartezeit überbrückten und darum gar kein Interesse an ausgefeilt erzählten Geschichten hatten), andererseits aber als herkömmlicher Film nicht funktioniert bzw. am Stück nur schwer konsumierbar bleibt.

gräfin02Zur Ehrenrettung muss man allerdings sagen, dass „La comtesse noire“ insgesamt doch einer der besseren Filme Francos ist, die Theorie der Todeserotik ist in sich stimmig ausgebreitet und wirkt bei einer nur auszugsweisen Betrachtung einzelner Sequenzen deutlich weniger anstrengend als beim Versuch, den Film vom Anfang bis zum Schluss anzusehen. Die kleineren und größeren Schwächen schieben wir mal einfach aufs nichtvorhandene Budget und den merklichen Zeitdruck unter dem Franco wohl gestanden haben muss, lächerlich wirken Szenen wie die „Fledermausverwandlung“ (Lina steht da und wedelt mit dem Umhang) natürlich trotzdem.

Und wie man es von Franco gewohnt ist existiert der Film selbstverständlich in mehreren Schnittfassungen, wobei hier ausnahmsweise einmal gilt, dass die längste nicht die beste ist. Die ursprünglich unter dem Titel „Les avaleuses“[1] veröffentlichte Langfassung beinhaltet nämlich insgesamt vier äußerst schlampig eingefügte und extrem unästhetische Hardcoreszenen, die vermutlich aus anderen Filmen entnommen wurden; die gezeigten Geschlechtsteile gehören jedenfalls definitiv nicht zu den jeweiligen Schauspielern (bei Sichtung dieser Fassung bin ich seinerzeit übrigens gnädigerweise eingeschlafen und habe die “Blutlüsternden (sic) Vampire im Spermarausch” nur noch mit dem Finger auf der Fast-Forward-Taste hinter mich gebracht).

gräfin09Weshalb die normale Uncutversion eindeutig die bessere Wahl darstellt wenn man sich diesen Film unbedingt ansehen muss – außerdem überschreiten auch hier einige Passagen die Grenze zur Pornographie ohne im Gesamtkontext störend zu wirken (Lina war eben nicht ganz so hübsch, dafür aber deutlich zeigefreudiger als Susan Korda). Diese nicht ganz so pornographische Version hat übrigens den Originaltitel „La Comtesse aux seios nus“, während „La Comtesse noire“ die zahmste Version darstellt. Allerdings ist diese „Horror“-Fassung vermutlich auch die seltenste, wohingegen die Porno- und die Hardcore-Porno (oder wie auch immer man das unterscheiden will – wenn Lina an einem Schwanz rumnuckelt ist das eben nicht mehr als soft zu bezeichnen) von Laser Paradise und X-Rated schon mehrfach veröffentlicht wurden. Zuletzt sogar in anamorphem Widescreen und mit der vollständigen deutschen Synchronisation.

Alexander

[1] In etwa mit „Die Schlucker“ übersetzbar; definitiv keine Anspielung auf Alkoholkonsum, aber Vampirismus ist eben vielseitig interpretierbar.

 


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escapeposterklapperquerDie Klapperschlange, 1997: fuga da New York, New York 1997

(USA 1981)

Regie: John Carpenter

Drehbuch: John Carpenter, Nick Castle

Darsteller: Kurt Russell, Lee Van Cleef, Harry Dean Stanton, Adrienne Barbeau, Ernest Borgnine,
Isaac Hayes, Donald Pleasence, Tom Atkins

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Snowflake / Chaos

(D 2017)

Regie: Adolfo J. Kolmerer, William James

Drehbuch: Arend Remmers

Darsteller: Reza Brojerdi, Erkan Acar, Alexander Wolf, David Masterson

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Assault – Anschlag bei Nacht, Das Ende

(USA 1976)



Regie, Drehbuch, Schnitt, Musik: John Carpenter

Darsteller: Austin Stoker, Laurie Zimmer, Darwin Joston, John Carpenter

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Finsterer Stern / Spreng planeten! / Estrella oscura

(USA 1974)

Regie: John Carpenter

Drehbuch: John Carpenter, Dan O'Bannon

Special-FX: Dan O'Bannon, Ron Cobb

Darsteller: Brian Narelle, Cal Kuniholm, Dan O'Bannon, Dre Pahich

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 Retro City Rampage DX (2014)
(PC, PS3, PS4, XBOX360, 486er, Nintendo Switch)

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Bloodlust / Bloodlust: The Vampire of Nuremberg / Mosquito the Rapist

(Schweiz 1976)

Regie: Marijan Vajda

Drehbuch: Mario d'Alcala

Darsteller: Werner Pochath, Birgit Zamulo, Ellen Umlauf

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Teil 2 unseres großen Rückblicks über ALLE bisherigen Halloween-Teile.
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The man who fell to earth (1976)

Der Mann, der vom Himmel fiel

 Regie: Nicolas Roeg

Drehbuch: Paul Mayersberg

Buchvorlage: Walter Tevis

Kamera: Anthony B. Richmond

Darsteller: David Bowie, Rip Torn,  Candy Clark

 

Die heute auf BluRay und DVD veröffentlichte neue Version, beruht auf einer brandneuen 4K Abtastung, die in England aufgrund des anstehenden Jubiläums durchgeführt wurde und deren außergewöhnliche Qualität man sogar auf der mir vorliegenden DVD-Version deutlich erkennen kann. Nie zuvor (außer bei Kinobesuchen in den 70er und 80er Jahren) konnte man die perfekte Farbdramaturgie des Filmes so sehr spüren, konnte man die teilweise psychedelische Wirkung einzelner Sequenzen wirklich fühlen.

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The Fog-Nebel des Grauens / A Bruma Assassina / A köd

(USA 1980)

Regie: John Carpenter

Darsteller: Adrienne Barbeau, Jamie Lee Curtis, Janet LeighTom Atkins

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Christine - La macchina infernale / Christine: O Carro Assassino / De Satanische Schuit

(USA 1983)

 

Regie: John Carpenter

Drehbuch: Bill Phillips

Vorlage: Stephen King

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Die Fürsten der Dunkelheit / El príncipe de las tinieblas / Paradigm

(USA 1987)

Regie: John Carpenter

Drehbuch: Martin Quatermass (Ja, ich weiß!)

Musik: John Carpenter, Alan Howarth

Bauten: Daniel A. Lomino

Darsteller: Donald Pleasence, Victor Wong, Lisa Blount, Peter Jason und Alice Cooper als “Street Schizo“

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Peter Vogl
und der "kleine Horror"

Release Date: 19.11.2018

ca. 30 Minuten

 

 

Für unsere Podcast-Freunde gibt es heute auch mal wieder was. Ein kleines aber feines Interview mit dem österreichischen Autor Peter Vogl, dessen neues Buch wir ja bereits besprochen haben.

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 Demolition Man

Acclaim Entertainment, Virgin Interactive, Alexandria Inc., SNES, 1994

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Halloween 1978 theatrical posterhallo01 quer

Teil 1 unseres großen Rückblicks über ALLE bisherigen Halloween-Teile.
Dieses Mal nimmt sich Horny Teil 1 - 6 vor...
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Hereditary - Das Vermächtnis / El Legado Del Diablo

(USA 2018)

 

Regie/Drehbuch: Ari Aster

Musik: Colin Stetson

Darsteller: Toni Collette, Gabriel Byrne, Alex Wolff, Milly Shapiro 
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(D 2014)

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Darsteller: Josephine EhlertMario KrichbaumVlasto Peyitch, Nikolai Will
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Die Unglaublichen 2 / Les indestructibles 2 / De utrolige 2

(USA 2018)

Buch und Regie: Brad Bird

Darsteller (Stimmen): Craig T. Nelson, Holly Hunter, Bob Odenkirk, Samuel L. Jackson

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Eine Film Enzyklopädie von Peter Vogl

2018, erschienen im MÜHLBEYER Filmbuch-Verlag

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Die Nacht der lebenden Toten, Night of Anubis, Yasyan Ölülerin Gecesi

(USA 1968)


Regie: George A. Romero

Darsteller: Duane Jones, Judith O'Dea, Karl Hardman, Marilyn Eastman

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Mit Disney droht ein neuer Streamingdienst
und der bisherige Marktführer sucht nach Wegen siene Position zu behalten...

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(USA / Belgien / GB 2018)

Regie: Panos Cosmatos

Musik: Jóhann Jóhannsson

Darsteller: Nicolas Cage, Andrea RiseboroughLinus RoacheNed DennehyOlwen Fouéré

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Draculas Rückkehr / Blodsugeren Dracula / Dracula et les femmes

(GB 1968)

Regie: Freddie Francis

Drehbuch: Anthony Hinds

Musik: James Bernard

Darsteller: Christopher Lee, Rupert Davies, Veronica Carlson, Barry Andrews, Michael Ripper

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Amami mortalmente / La necrofila / Secrets of the Death Room

 (USA 1972)


Regie: Jacques Lacerte
Darsteller: Mary Charlotte Wilcox, Lyle Waggoner, Christopher Stone, Timothy Scott

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(USA 1976)
DIE INSEL DER UNGHEUER


Regie: Bert I. Gordon

Darsteller: Marjoe Gortner, Pamela Franklin, Ralph Meeker, Jon Cypher

Special Effects: Rick Baker (uncredited)

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Pánico en el Transiberiano, The Possessor, Terreur dans le Shanghai-Express

(GB / Spanien 1973)

 
Regie: Eugenio Martin

Drehbuch: Arnaud d'Usseau, Julian Zimet

Darsteller: Christopher Lee, Peter Cushing, Alberto de Mendoza, Julio Pena, Telly Savalas

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Ein klassischer Science Fiction-Roman
und was er uns heute noch zu sagen hat

 

Autor: John Brunner

Erscheinungsjahr: GB 1972 / Deutschland 1978 / Neuübersetzung 1997

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