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Rasputin - Der wahnsinnige Mönch / Rasputin - riivattu munkk / Rasputin, o Monge Louco

(GB 1966)

Ab sofort als Mediabook und BluRay im Handel

Regie: Don Sharp

Drehbuch: Anthony Hinds

Musik: Don Banks

Ausstattung: Bernard Robinson

Darsteller: Christopher Lee, Barbara Shelley, Richard Pasco, Francis Matthews

Rasputin 006

“When I go to confession I don't offer God small sins, petty squabbles, jealousies...
I offer him sins worth forgiving!”


Die Lebensgeschichte des Grigori Jefimowitsch Rasputin (1869 – 1916), der – obwohl aus ärmsten Verhältnissen stammend – zum engen Vertrauten der Zarenfamilie Russlands wurde und dort großen Einfluss hatte, ist umrankt von Legenden. Fest steht auf alle Fälle, dass er eine Art Wunderheiler war, den Zarensohn Alexander von einer schweren Krankheit geheilt hat und das seine ständig wachsende Macht im inneren Zirkel des Zarenhauses dazu führte, dass er letztendlich von einer Gruppe Verschwörern hingerichtet wurde.

Rasputin 002Alle weiteren Geschichten die über ihn erzählt wurden – sei es seine unglaubliche Manneskraft, seine Fähigkeit literweise Alkohol trinken zu können oder die dass er den gesamten Hofstaaat des Zaren verführt habe – darf man wohl eher auf die Phantasie seiner Zeitgenossen zurückführen. Die historische Figur Rasputin war, nach aktuellen Kenntnisstand, sicherlich ein Protegee des Hofes und aufgrund seiner Heilfähigkeiten und Intelligenz dort hoch angesehen (und somit gefährlich für die Intreganten die ihn letzendlich ins Jenseits beförderten) – aber weder verrückt noch ein Mönch und auch das „Ra-Ra-Rasputin“ der „Lover of the russian Queen“ war ist eher ein Märchen.

Nichtsdestotrotz war die Geschichte immer wieder Grundlage für Filme, Bücher und Theaterstücke, die mehr oder weniger frei – und gekonnt - damit umgingen.

Hammers Verfilmung aus dem Jahr 1966, die uns ANOLIS jetzt in einer Liebhaberfassung anbietet, zählt auf alle Fälle zu den besseren Versionen, auch wenn sie sich mehr an der Legende als an der eigentlichen Person orientiert.

Rasputin 005Hier begegnen wir Rasputin [1] (Christopher Lee) zuerst, als er die Frau eines Wirtes durch Handauflegen heilt und als Lohn dafür zuerst eine Menge Vodkavorräte vernichtet, um dann mit einem hübschen drallen Mädel in einer Scheune zwecks körperlicher Ertüchtigung verschwindet. Dort wird er von einigen Dörflern überrascht und „enthandet“ einen dieser im Zweikampf was dazu führt, dass er nicht mehr sonderlich gut angesehen ist und deshalb seine Heimat verlässt, um sein Glück in der Ferne, bzw. St.Peterburg zu suchen.

Dort macht er – durch den Sieg in einem Trinkwettbewerb – recht schnell die Bekanntschaft des arbeitslosen Doktors Zargo (Richard Pasco) und der zarischen Kammerzofe Sonia (die immer schnuckelige Barbara Shelley). Bei ersterem quartiert sich der trinkfeste Wunderheiler direkt ein und nutzt diese Basis dazu zweitere zuerst zu verführen und dann mittels Hypnose dazu zu bringen, den Zarensohn Alexej verunfallen zu lassen.

Rasputin 011Durch die dadurch nötige Heilung des Kleinen gelangt Rasputin dann in den Dustkreis der Macht und wird von der Zarin mit einem eigenen Palast belohnt, den er zu weiteren Heilungen und der Verführung sämtlicher verfügbarer Weiblichkeit der russischen oberen Zehntausend nutzt.  Speziell letzteres gefällt Sonia nun gar nicht woraufhin die ihn zur Rede stellt und mittels einer weiteren Hypnose in den Selbstmord getrieben wird. Dies widerum ruft ihren Bruder Ivan (Francis Matthews) auf den Plan, der zusammen mit dem – ebenfalls mittlerweile dem Tun des Rasputin gegenüber negativ eingestellten -  Dr. Zargo einen raffinierten Mordplan schmiedet und auch durchführt.

Rasputin 003Offensichtlich drehbuchmäßig auf das Nötigste herunterreduziert, entpuppte sich Hammers Version der Rasputin-Geschichte dennoch als die bis zu diesem Zeitpunkt genaueste Interpretation, was nicht zuletzt daran lag, dass Hauptdarsteller Christopher Lee mit dem Herzen an dem Stoff hing und sich monatelang vorher schon durch intensive Recherche auf seine Rolle vorbereitet hatte. Sein Rasputin springt förmlich von der Leinwand/vom Bildschirm, sieht seinem Vorbild erschreckend ähnlich und strahlt – vor allem in den Szenen in denen er sich als Wunderheiler und Hypnotiseur betätigt – eine nahezu dämonische Präsenz aus.

Das führte während der Dreharbeiten sogar dazu, dass sich Barbara Shelley in den betreffenden Szenen ein wenig vor ihm fürchtete. Trotzdem ist „Rasputin the mad monk“ natürlich kein wirklicher Horrorfilm, sondern versucht sich eher im Genre des Historiendramas. Dabei ist er – trotz des erkennbar geringen Budgets – überraschend überzeugend, was an der geschickten Planung bei Hammer liegt, die den Film „Rücken an Rücken“ mit der offiziellen Dracula-Fortsetzung „Dracula: Prince of Darkness“ abdrehten. Somit konnten stehende Sets mit wenig Aufwand umdekoriert und ein Großteil des Casts wieder verwendet werden.

Rasputin 016Unter der, wie üblich überragenden, Leitung von Prodction-Designer Bernard Robinson wandelte sich so das Schloß des Saugegrafen aus dem Dracula-Film in den Winterpalast der Zarenfamilie, der Eingangsbereich desselben sowohl in den Gastraum einer Wirtschaft in St. Petersburg und die Halle der Rasputinschen Wohnstatt und neben Lee und Shelley waren auch noch Francis Matthews und Suzan Farmer in beiden Filmen zu sehen.

Im direkten Vergleich beider Filme fällt dann auch noch auf, dass Rasputin tatsächlich erheblich besser gealtert ist und schauspielerisch weit die Nase vorn hat, was natürlich zum großen Teil – wie bereits erwähnt – daran liegt, dass Lee hier mit vollem Herzen bei der Sache war. Er hatte bei „Dracula: Prince of Darkness“ schließlich auch nur unter der Bedingung mitgewirkt, dass er dort keine Dialoge hatte [2] und später diese Traumrolle spielen durfte und Hammer erkannte glücklicherweise, dass dies ein guter Deal war.

Rasputin 009Trotzdem war Rasputin kein wirklich großer Erfolg, was dazu führte, dass er hierzulande gar nicht erst in die Kinos kam, irgendwann einmal bei einem Privatsender nachts verheizt – und für diesen Zweck synchronisiert - wurde und schließlich erst 2004 auf DVD seine Erstveröffentlichung hatte.




Zur Veröffentlichung von ANOLIS

Rasputin Covers

Das Label mit der titelgebenden Saugfingerechse präsentiert den Film als „Fast-Rundum-sorglos-Paket“ als Mediabook mit zwei verschiedenen Covermotiven und als Standard-BluRay, die – wieder einmal Dank ans Label – ebenfalls die kompletten Extras beinhaltet.

Der Film selbst liegt tatsächlich in sogar zwei Fassungen vor. Einmals wird er im „normalen“ 2.35:1 und dann im kompletten Cinemascope-Format (also 2.55:1) präsentiert. Die Bildqualität ist bei beiden Versionen fehlerfrei und bietet eine gute Schärfe und knackige Farben.

Rasputin 017Der englische Ton ist herrlich und kommt vor allem Lees großartiger Originalstimme zu Gute, wohingegen die deutsche Synchronisation durchaus als ein Verbrechen bezeichnet werden kann. Das liegt noch nicht einmal an den Sprechern, die ihr Bestes geben, aber die Abmischung ist so unter aller Sau – um es mal nett zu sagen – dass aus dem dramatischen Klang von Kirchenglocken ein leises Klimpern wird. Sämtliche Hintergrundgeräusche und vor allem auch die Musik (vgl. 14:20-45) liegen sozusagen als Brei unter der Sprachspur. Das ist natürlich nicht die Schuld von Anolis, stört aber den Filmgenuss für Leute, die der englischen Sprache nicht mächtig sind ganz gewaltig.

Rasputin 014Bei den Extras gibt es wieder einmal eine richtig dicke Packung. Zu Beginn sind hier erst einmal gleich drei Audiokommentare zu nennen. Einmal unterhält sich Dr. Rolf Giesen in seiner unvergleichlichen Art mit Gerd Naumann über Rasputin und seine Filmhistorie und dann dürfen sich Uwe Sommerlad und Volker Kronz über die geschichtlichen Hintergründe auslassen. Das Highlight stellt aber der Kommentar mit Christopher Lee, Barbara Shelley, Francis Matthews und Suzan Farmer aus dem Jahr 1996 oder 97[3] dar, in dem die vier sich über die Dreharbeiten des Filmes generell und die Arbeitsbedingungen bei Hammer im Speziellen auslassen und in dem Christopher Lee in seiner unvergleichlichen Art und Weise viele Details aus seinem Leben preisgibt. Alleine für diese 90 Minuten lohnt sich der Kauf der Scheibe.

Rasputin 001Aber halt, das ist noch lange nicht alles. Da ist zuerst einmal die 25-minütige StudioCanal Dokumentation „Tall Stories: The making of Rasputin the mad monk“ aus dem Jahr 2012 zu nennen, in der es viele Details zur historischen Figur zu entdecken gibt und in der auch die offiziellen Autopsiefotos gezeigt werden.

Eine weitere 15-minütige Dokumentation mit dem Titel „Brought to book: Hammer Novelisations“ (ebenfalls von 2012) beschäftigt sich mit den Büchern zu Hammers Filmen, die speziell in den 60er und 70er Jahren sehr populär waren, da sie in der Vor-Video-Zeit die einzige Möglichkeit boten, Kinofilme nochmals Revue passieren zu lassen.

Zusätzlich finden sich auf der Scheibe auch noch einige Trailer, TV-Sots und eine Bildergalerie.

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Wie gesagt – ein „Fast-Rundum-sorglos-Paket“, denn leider fehlt dieses Mal das halbstündige Interview mit Francis Matthews, dass sich auf der DVD von 2004 noch finden liess. Das sollte aber für Hammer Fans und Sammler kein Dealbreaker sein, denn der Film hat niemals besser ausgesehen und geklungen (zumindest in der OV).

dia

[1] Bei dessen Namen die Betonung übrigens auf der zweiten Silbe liegt – nimm das Boney M.

[2] Sicherlich enthielt das Buch Dialoge für Dracula, aber diese erschienen Christopher Lee als so banal, dass er sich komplett weigerte sie zu sprechen und seine Performance auf Fauchen und Zähnefletschen beschränkte.

[3] Ist es eigentlich wirklich so schwer mal die Daten mit ins Booklet zu packen?

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