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(USA / Belgien / GB 2018)

Regie: Panos Cosmatos

Drehbuch: Panos Cosmatos & Aaron Stewart-Ahn

Kamera: Benjamin Loeb

Musik: Jóhann Jóhannsson

Darsteller: Nicolas CageAndrea Riseborough, Linus Roache, Ned Dennehy, Olwen Fouéré

 

Mandy 002

"Ein neuer Film mit Nicolas Cage."

"Aha."

"Hat viele Vorschusslorbeeren bekommen."

"Na und?"

"Ist der Eröffnungsfilm vom Fantasy Filmfestival."

"And your point is?"

"Erscheint direkt auf DVD."

"Na siehste!"

"Drop Out Cinema macht ein Mini Kino Release."

"Moment ich komm mal eben hinterm Mond Ofen hervor."

 

Und WOW!

 

Aber der Reihe nach.

Mandy 007Irgendwann in den 80ern. Red arbeitet als Baumfäller in der Einöde und kehrt nach getaner Arbeit zu seiner Frau Mandy in ihr gemütliches Zuhause zurück, ebenfalls in der Einöde. Alles ist gut, bis eine durchgeknallte Sekte zufällig vorbeifährt und deren Führer Jeremiah sich in sie verknallt. Da er von Gott persönlich die Genehmigung hat, sich alles zu nehmen was ihm beliebt, beauftragt er von seinen treuesten Gefährten Mandys Entführung. Unterstützung bekommen diese dann von einer Rotte Motorradfahrer, die scheinbar aus Hellraiser der Hölle entflohen sind.

Der gute Red wird vor seinem Haus mit Stacheldraht gefesselt und Mandy mit Drogen gefügig gemacht. Aber anstatt die privilegierte Paarung mit dem Sektenführer zu vollziehen amüsiert sie sich über seine Impotenz. Diese Missachtung von Gottes Willen lässt Jeremiah natürlich nicht auf sich sitzen. Mandy wird in einen Sack gesteckt und vor den Augen von Red lebendig verbrannt.

Die Sekte trollt sich, Red befreit sich und sinniert bei einer Flasche Schnaps im Klo vor einer Blümchentapete auf Rache. Und dann geht es los.

Mandy 003Es folgt eine audiovisuelle Achterbahnfahrt wie im Drogenrausch! Red besorgt sich Waffen, sammelt Informationen und metzelt sich seinen Weg zur Sekte. Dramaturgisch ist das nicht berauschend und erinnert eher an ein Computerspiel als an großes Erzählkino. Aber das macht nichts, denn gestalterisch tritt das „Was?“ immer mehr in den Hintergrund und irgendwann geht es nur noch ums „Wie?“.

Mit bunten, vorzugsweise roten, Filtern, krassen Lichteffekten, Bildverzerrung und Zeichentrick-Einschüben verfremdet sich die Welt um Red fortschreitend psychedelisch. Alles was irgendwie bunt und/oder schräg ist wird in die Bildkomposition gepackt und mit einem passend-dröhnenden Soundtrack unterlegt. Natürlich ist Red auf seinem Rachefeldzug alles andere als zimperlich und die Brutalität der Bilder auch entsprechend deutlich. Aber auf fast schon magische Weise schafft es Panos Cosmatos in diese Tour de Force auch noch einige Lacher einzubauen.

Mandy 004Bildtechnisch ist „Mandy“ wirklich beeindruckend. Diese optische Wucht bricht die bereits hinreichend beschriebene zutiefst einfache Geschichte und hebt das Filmerlebnis auf eine höhere Ebene. Dabei ist er teilweise provozierend langsam und erscheint so manchmal etwas gewollt, aber letztendlich geht es wohl einfach um "viel hilft viel". Und so passt auch das Overacting von Cage prima ins Bild.

Eine weitere Finesse ist die fast schon sensationelle Einführung der Charaktere. Diese sind naturgemäß sehr einfach gehalten, aber es genügt ein Blick, eine Bewegung und vielleicht noch einen Satz und man hat das notwendige Wissen über die Figur, inklusive einer deutlichen Vorstellung über deren Vorgeschichte. Russ Meyer hätte es nicht besser gemacht.

Mandy 006Wieso ich jetzt auf Russ Meyer komme? Das ist eigentlich eine gute Frage, gäbe es da nicht die riesige Zahl weiterer Assoziationen und Analogien die der Film hervorruft. Texas Chainsaw Massacre, Sin City, Heavy Metal und Zabriskie Point. Die Anzahl der Zitate erscheint unendlich. El Topo, Army of Darkness, Hellraiser (s.o.), Clockwork Orange und so weiter und so weiter.

Mandy ist wie ein Extrakt aus Jahrzehnten des abseitigen Kinos, das macht ihn so mächtig.

Aber hat "Mandy" auch Kult-Potential? Ich bin mir da etwas unschlüssig. Er lässt mehr Fragen offen, als dass er sie beantwortet und lässt den Zuschauer daher etwas ratlos zurück. Eigentlich gute Voraussetzungen, aber letztendlich wird dies die Zeit zeigen. Ungeachtet davon ein ungewöhnlicher und sehr sehenswerter Streifen, man sollte sich daher die Chance auf einen Kinobesuch nicht entgehen lassen.

 

Die aktuelle Liste der zu unterstützenden Theater.

Sören

 

 

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