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( United States / Germany / Canada 2005)


Regie: David Cronenberg
Darsteller: Viggo Mortensen, Maria Bello, Ed Harris, William Hurt, Ashton Holmes

history 009Durch David Cronenbergs Werk zieht sich über die Jahre immer wieder das Thema der menschlichen Transformation. Waren es zu Beginn seiner Karriere noch außerirdische Viren oder übersinnliche Fähigkeiten, die den menschlichen Körper veränderten und beeinflussten, wurden es in den Filmen der 2000er Jahre mehr die Fragen der menschlichen Identität, die Cronenberg beschäftigten. Ob die Veränderung vom harmlosen Familienvater zum gnadenlosen Killer genauso fesselt wie die Transformation des Wissenschaftlers zum Insekt habe ich mit "A History of Violence" von 2005 nachgeprüft.

Tom Stall ist ein liebevoller Familienmensch und angesehener Bürger einer kleinen Stadt in Indiana. Als zwei Gangster in seinem Diner erscheinen ist Tom gezwungen, deren Raubversuch zu vereiteln und tötet beide in Notwehr. Stall wird in den Medien als Held gefeiert, der den Mut aufbrachte, sich dem Verbrechen zu stellen. Er wird in hoher moralischer Achtung gehalten, was ihm selbst nicht gut gefällt. history 002Der Medienrummel macht auch ein Verbrechersyndikat in Philadelphia aufmerksam und eines Tages sitzen zwei weitere Gangster in Toms Diner. Sie behaupten Tom sei jemand ganz andere, ein untergetauchter Mörder und Mitglied des Syndikats. Ist das ganze eine Verwechslung oder hat Tom eine Vergangenheit, von der niemand weiß? Am Schluss gilt es herauszufinden, ob es eine Herkunft der Gewalt gibt.

Die geradlinige Geschichte, die auf einer Graphic Novel beruht sieht auf dem ersten Blick sicher nicht wie typischer Cronenberg Stoff aus . Und tatsächlich kenne ich keinen anderen Film von ihm, der derart unspektakulär und strukturiert daherkommt. Trotz der Mitwirkung von Cronenbergs langjährigem Kameramann Peter Suschitzky sucht Cronenberg keine abstrakten Bilder oder reisserischen Szenen, bis auf wenige kurze Gewaltszenen wirkt der Film oft etwas karg und nüchtern. Cronenberg will uns diesmal ganz einfach und intim die psychologische Transformation des friedlebenden Mitbürgers zum eiskalten Killers darstellen und nichts soll uns dabei irritieren.

history 005Die über die Familie hereinbrechenden Veränderung und die plötzlich von Tom Stall ausgehende Gewalt wirkt auf alle Mitglieder anders. Der halbwüchsige Sohn, der in der Schule gehänselt wird hat nach der Tat des Vaters plötzlich Mut und verprügelt den Schläger der Schule. Schliesslich macht es sein Vater auch nicht anders. Stalls Frau ist von ihrem "neuen" Mann zugleich angewidert und angezogen. Dass nun die Gewaltkomponente in die Ehe und in das Sexleben einzieht, kann sie nicht verarbeiten und stösst ihren Mann zunächst von sich. Stall selbst wird zu einer Art Jekyll und Hyde Figur. Er schwankt mehrmals zwischen seinem friedliebendem Ich und dem gewalttätigem Es aus der Vergangenheit hin und her. Und als er am Schluss, nach seiner Rache und dem scheinbaren Ende des zweiten Ichs zum gemeinsamen Essenstisch zurückkehrt ist nicht klar, ob und wie die Gewalt tatsächlich wieder ins Dunkle gedrängt und verschwiegen werden kann.

history 006Cronenberg will in diesem Film wie so oft der Gesellschaft vor Augen führen, dass unsere Moralgesellschaft nur mühsam unsere bösen Seiten und Wurzeln verstecken kann. Es genügt wenig um die in uns allen schlummernde Gewaltbereitschaft zu wecken und die heile Welt auf den Kopf zu stellen.

Formal ist der Film wie gesagt einfach gehalten. An einigen Stellen wirkt er fast wie ein TV Film. Die Nebendarsteller sind durch die Bank überzeugend. Viggo Mortensen könnte etwas eindringlicher agieren, er wirkt als Leading man manchmal zu passiv. Etwas negativ aufgefallen ist mir Howard Shores Musik, die sich etwas zu süsslich durch den Film geigt.

history 004Der nur gut 90 minütige Film ist im grossen und ganzen wohl ein kleiner Ausreisser in Cronenbergs Werk. Er beinhaltet wenig Cronenberg typisches, verklärt in keinster Weise seine Aussage und entfaltet trotz seiner unspektakulären Machweise eine kleine Sogwirkung, die den Zuschauer mitfühlen lässt. Ich war nach dem ersten Sehen etwas enttäuscht und brauchte eine zweite Sichtung um dieses kleine Juwel wirklich zu würdigen.


 

Frank Rinsche


 

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