FB fan

paypal

cronenbergquer 

insellogoklein

eyespecials

Bewertung: 0 / 5

Star InactiveStar InactiveStar InactiveStar InactiveStar Inactive
 

wolfheader

(D 1973)

Regie: Ulli Lommel

Buch, Idee, Ausstattung: Kurt Raab

Produktion: Rainer Werner Fassbinder

Darsteller: Kurt Raab, Jeff Roden, Ingrid Caven, Brigitte Mira, Rosel Zech, Rainer Werner Fassbinder

 

 

Hannover – eine Stadt, ähnlich bekannt wie Bielefeld, die - im Gegensatz zum in Wirklichkeit nicht vorhandenen Örtchen am Rande des Ruhrgebietes – zumindest einige Dinge zu bieten hat. Als da wären, das akzentfreieste und reinste Sprachdeutsch, die CeBit, einen Ex-Bundeskanzler und...

Fritz Haarmann (1879 – 1924).

ZdWölfe02Ein Serienkiller mit mehr als 20 nachgewiesenen Untaten an zumeist männlichen Kindern und Jugendlichen im Alter von 10 – 22 Jahren. Naja, so wirklich stolz sind die Hannoveraner auf ihn natürlich nicht, vor allem, da sich die Polizei in speziell diesem Fall auch nicht gerade mit Ruhm bekleistert hat.

Wer hier Genaueres und faktenorientierteres wissen will, sollte entweder die als Taschenbuch erwerblichen Haarmann-Protokolle lesen oder sich deren Verfilmung „Der Totmacher“ mit Goetz George zulegen.

„Die Zärtlichkeit der Wölfe“ erzählt die Haarmann-Geschichte zwar weitestgehend an den Fakten entlang, ist aber in erster Linie natürlich eine Produktion der Fassbinder-Familie (mit zusätzlichen Ensemble Mitgliedern von Peter Zadeks Theater) und dementsprechend was die Figuren betrifft eher frei interpretiert.

Dazu aber später mehr, beginnen möchte ich mit einem kleinen Diskurs über den Regisseur des Filmes, Ulli Lommel (1944 – 2. 12. 2017), dessen Person mindestens genau so interessant ist wie seine Werke[1].

ZdWölfe05Dank eines schauspielernden Vaters sozusagen bereits auf der Bühne aufgewachsen, begann er bereits im Alter von 16 Jahren eine Karriere als Fernsehschauspieler und wechselte schnell ins Filmfach. Da er seit 1967 ein Engagement an einer Münchner Bühne hatte, kam er mit der dortigen Szene des „neuen deutschen Films“ in Berührung und ging darin auf. Er gehörte bald zum Stamm der Fassbinder-Schauspieler und als Fassbinder einmal noch 20.000 DM Fördergelder bis zum Ende des Jahres verprassen musste, aber keine Zeit hatte, kam es 1973 zu seiner ersten Regiearbeit, dem hier zu besprechenden Film, den man ohne weiteres als einen Geniestreich bezeichnen kann. Auch sein Beitrag zum Slasher-Genre, der bereits 1980 entstandene „The Boogey Man“, zählt tatsächlich zu den besseren Vertretern des Genres und ist auch heute noch ansehnlich, aber über den Rest seines dem folgenden Outputs (immerhin alleine 22 Dokumentationen über Serienkiller) decken wir lieber mal das Mäntelchen des Schweigens. Da man über Tote nicht schlecht reden soll, erwähnen wir den Daniel Küblböck Werbefilm „Daniel der Zauberer“ erst gar nicht.

ZdWölfe08„Die Zärtlichkeit der Wölfe“ beginnt mit einer Kamerafahrt, bei der der Schatten eines Mannes an einer Ziegelmauer entlang verfolgt wird und somit mit einer offensichtlichen Hommage an Fritz Langs Klassiker „M-eine Stadt sucht einen Mörder“ aus dem Jahr 1931. Auch im weiteren Verlauf findet man viele solche Verbeugungen vor den alten Meistern, offensichtliche, bei die nebenstehend abgebildete Szene aber auch im gesamten Stil des Filmes, der mittels seiner außergewöhnlichen Beleuchtung – anstatt großer Studioleuchten wurden zumeist mehrere kleine Spots verwendet um Details hervorzuheben – an die alten expressionistischen Filme der Vorkriegszeit erinnert.

Im Gegenteil zu Langs Film aber, der den Serientäter Peter Kürten zum Vorbild hatte, konzentriert sich das von Kurt Raab geschriebene Drehbuch nahezu komplett auf den Täter – die Polizeiarbeit und das Leben der Opferfamilien bleibt eher im Hintergrund. Raab selbst spielt die Hauptfigur, mit einer extra für den Film frisch geschorenen Komplettglatze, als eine verstörte und – trotz seiner Taten – paradoxerweise nicht wirklich unsympathische Figur. Ebenso werden Haarmans Taten, im Gegensatz zu allem, was die plakative Vermarktung einen glauben lassen will, nicht unbedingt explizit gezeigt.

ZdWölfe01Sicherlich „darf“ der Zuschauer einem Mord beiwohnen und zusehen, wie sein letzter Mordversuch buchstäblich in letzter Sekunde verhindert wird, die wirklichen grausamen Details der Zerstückelung seiner Opfer werden ihm aber glücklicherweise erspart. In dieser Beziehung fühlt man sich als Zuschauer fast wie die Nachbarn und das Umfeld Haarmanns, denen man ihre „Ich habe von nichts gewusst“-Einstellung, die sie in der Gerichtsverhandlung immer anklingen liessen, nicht wirklich glauben mag. Ebenso wie diese ist man beim Sehen des Filmes auch in der „Er war doch so ein netter Mann“-Situation, wenn man zusieht wie sich Haarman mit kleineren Gaunereien und mit Spitzeldiensten für die Polizei am Leben erhält und seine Umgebung relativ günstig mit großen Fleischmengen versorgt. Da ist man fast schon versucht, den von ihm geliebten Zuhälter und Ganoven Grans, herrlich schleimig gespielt Jeff Roden, der Haarmans Gutmütigkeit ausnutzt und ihn mit seinem Wissen erpresst, als eigentlichen Bösewicht des Filmes zu sehen.

So verpackt der Film, in der typischen Art des deutschen Autorenfilmes, gleichzeitig auch noch seine soziale Botschaft, eine Anklage der Nachkriegsgeneration, die ja weder etwas gewusst noch sich am Nationalsozialismus beteiligt hat und nutzt zur Verdeutlichung derselben den Kunstgriff, die Geschichte, die ja eigentlich in den 1920er Jahren spielt in eine Zeit kurz nach dem zweiten Weltkrieg zu verlagern, bringt ihn also zeitmässig näher an sein 70er Jahre Publikum. Das mag jetzt für „Tru Crime“-Fetischisten ein Affront sein, entspricht aber der Art und Weise des deutschen Filmes der damaligen Zeit, der gerne mal zugunsten einer Botschaft die Realität verbog.

ZdWölfe04Auch in anderen Bereichen des Filmes befinden wir uns deutlich im „Neuen deutschen Film“. Da ist zuerst einmal natürlich die Besetzung zu nennen, die eine Art „Who is Who“ der Fassbinder-Generation darstellt. Da Fassbinder zur Zeit der Dreharbeiten mit seinem „Antiteater“ (das ist die richtige Schreibweise) ein Gastengangement bei Peter Zadek, damals Chefintendant am Schauspielhaus Bochum, hatte konnte Lommel sich hier zusätzlich auch noch aus dessen Pool bedienen. Dadurch hat der Film selbst in den kleinsten Nebenrollen noch großartige Schauspieler versteckt, die teilweise – wie zum Beispiel Jürgen Prochnow – noch nicht einmal mit einer Großaufnahme oder gar einem Dialog bedient werden.

Trotzdem leidet der Film aber auch unter dem, was den „Neuen deutschen Film“ halt so sperrig machte. Dialoge werden zumeist eher emotionslos vorgetragen, Realismus ist wichtiger als dramaturgische Konstruktion, was natürlich sämtliche potentielle Horror-Elemente direkt von vorneherein zu Nichte macht. Da hier, ebenso wie bei allen Filmen aus dem Fassbinder-Umfeld auch ohne Liveton gearbeitet wurde, ist zusätzlich auch noch eine eher kalte Synchronisation eine weitere Schwelle, die es zu überwinden gilt.

ZdWölfe07So ergibt sich eine beobachtende Kälte, die nur ab und an – durch die großartige Leistung von Raab und eine wirklich tolle Rolle von Brigitte Mira – mal etwas positives und Warmes ausstrahlt.

Somit ist offensichtlich, dass „Die Zärtlichkeit der Wölfe“ nicht für jedermann geeignet ist. Horrorfans, die sich vom tollen Cover des Mediabooks verführen lassen, werden eher enttäuscht sein und anderen werden die vielen homsexuellen Szenen im Film sicherlich nicht sonderlich zusagen (Lommel und Raab zeigen hier keinerlei Zurückhaltung, es gibt sogar einige männliche Nacktszenen und ein schwuler Kuss war damals sicherlich noch ein Schock für das Publikum). Trotzdem hat er einen ganz eigenen visuellen Stil und viele Momente, die mit zum besten zählen, was es aus dieser Zeit in deutschen Landen zu sehen gab.

Das angesprochene – und unter diesem Text wie üblich verlinkte – auf 999 Exemplare limitierte Mediabook von CMV wird dem Klassikerstatus des Filmes dann auch wirklich gerecht. Neben einer interessanten Dokumentation über die Dreharbeiten, in der viele Überlebende interviewt werden ist hier vor allem der Audiokommentar von Ulli Lommel und Uwe Huber interessant, der auch tief in die Geschichte der Dreharbeiten einsteigt und einige Details des Filmes doch in einem anderen Licht dastehen lässt. ZdWölfe03Die Bild- und Tonqualität der BluRay ist tatsächlich atemberaubend, so dass man diese Version tatsächlich als die ultimate Edition bezeichnen kann.

Ob man sich den Film nun in seine Sammlung stellen muss, ist allerdings eine schwere Entscheidung, denn so gerne ich ihn auch mag, wirklich häufig wird er sicherlich nicht im Player landen.

 

Dia

[1] Hier verweise ich gerne auf seine äußerst kurzweilige Auto-Biographie


   nosquer

ofdb logo

IMDb logo


Hp News

dieposterdiemonsterquer

Das Grauen auf Schloss Witley / Colour Out of Space / Bootschapper van de duivel

(USA/GB 1965)

 

Regie: Daniel Haller

Vorlage: H.P. Lovecraft

Darsteller: Boris Karloff, Nick Adams, Freda Jackson, Patrick Magee

Weiterlesen...

stereoposterstereoquer

Stereo (Tile 3B of a CAEE Educational Mosaic)

(Canada 1969)

Regie: David Cronenberg

Darsteller:

Weiterlesen...

DRposterRainquer

Nachts, wenn die Leichen schreien / Nachts, wenn die Zombies schreien / Fluch der Dämonen / Hell Rain

(USA / Mexico 1975)

Regie: Robert Fuest

Special-FX: Federico Farfán, Thomas L. Fisher

Darsteller: Ernest Borgnine, Eddie Albert, Ida Lupino, William Shatner,
Tom Skerritt, Joan Prather, John Travolta

Weiterlesen...

posterquer(USA/Kanada 1991)


Regie: David Cronenberg

Vorlage: William S. Burroughs

Drehbuch: David Cronenberg, Bill Strait

Darsteller: Peter Weller, Judy Davis, Ian Holm, Julian Sands

Weiterlesen...

posterkleinquer nude

Drei Engel auf der Todesinsel / Ninja Amazone

(USA 1984)

Regie/Buch: Jim Wynorski

Darsteller: Melanie Vincz, Raven De La Croix, Robert Tessier, Angus Scrimm, Bill Thornbury

Musik: Alan Howarth
Weiterlesen...

posterratsquer

Rats – mörderische Brut / Killer Rats / Ratazanas

(USA 2003)

Regie: Tibor Takács

Buch: Jace Anderson, Boaz Davidson, Adam Gierasch

Darsteller: Sara Downing, Amy Parks, Sean Cullen, Ron Perlman

Weiterlesen...

spiderposterspiderquer

Örümcek / Ankaboot / Pók

(Canada / UK / France 2002)

Regie: David Cronenberg

Buch/Vorlage: Patrick McGrath

Darsteller: Ralph Fiennes, Gabriel Byrne, Miranda Richardson, John Neville

Weiterlesen...

FCposterFCquer

10.000 PS – Vollgasrausch im Grenzbereich, Amok stin asfalto, Detectives a 100 á hora

(Canada 1979)


Regie: David Cronenberg

Musik: Fred Mollin

Kamera: Mark Irwin

Schnitt: Ronald Sanders

Darsteller: William Smith, John Saxon, Nicholas Campbell

Weiterlesen...
NGWquer
Weiterlesen...

mulpostermulquer

Mulberry Street - Die Nachbarschaft verändert sich / Zombie Virus on Mulberry Street / Terror em Manhattan

(USA 2006)

Regie: Jim Mickle

Drehbuch: Jim Mickle, Nick Damici

Darsteller: Nick Damici, Larry Fleischman, Debbie Rochon

Weiterlesen...

posterderenagedquer

Necromania / Deranged: Confessions of a Necrophile / Besessen

(USA 1974)

Regie: Jeff Gillen, Alan Ormsby

Drehbuch: Alan Ormsby

Makeup-FX: Tom Savini

Darsteller: Roberts Blossom, Robert Warner, Pat Orr

Weiterlesen...

youposteryouquer

A beautiful day

(USA / GB / France 2018)

Regie/Drehbuch: Lynne Ramsay

Buchvorlage: Jonathan Ames

Darsteller: Joaquin Phoenix, Judith Roberts, Ekaterina Samsonov

Weiterlesen...

postershiversquer

Parasiten-Mörder / The Parasite Murders / Frissons / They Came from Within / Orgy of the Blood Parasites

(Canada 1975)

Regie/Buch: David Cronenberg

Produzent: Ivan Reitman

Make-Up-FX: Joe Blasco

Darsteller: Paul Hampton, Joe Silver, Lynn Lowry, Barbara Steele

Weiterlesen...

highposterhighquer

(UK / Belgium / Ireland 2015)

High-Rise

 Regie: Ben Wheatley

Buchvorlage: J.G. Ballard

Darsteller:Tom HiddlestonJeremy IronsSienna MillerLuke Evans

Weiterlesen...

playgroundquer

(D 2018)
Weiterlesen...

headersups4 death quer

Vier Mal musste Superman in den letzten 25 Jahren sterben, ehe DC es richtig hinbekommen hat.
Ein Überblick...

Weiterlesen...

zombiesquer

Zombies ate my neighbors!
(SNES, Sega Genesis/Megadrive, 1993. Konami, LucasArts)

Weiterlesen...

revengeposterrevengequer

(France 2018)
La vengeance

Regie/Drehbuch: Coralie Fargeat

Kamera: Robrecht Heyvaert

Darsteller: Matilda Anna Ingrid Lutz, Kevin Janssens, Vincent Colombe, Guillaume Bouchède

Weiterlesen...

jadeposterjadequer

Jäger der tödlichen Jade / Kung Fu Cannibals / Shogun Island / A Ilha dos Guerreiros / Oi viastes

(USA / Philippinen 1982)


Regie / Buch: Edward D. Murphy

Darsteller: Cameron Mitchell, Geoffrey Binney, Hope Holiday, Jillian Kesner

Musik: Walter Murphy

Weiterlesen...

vdpostervdrome rantquerZonekiller / Experiência Alucinante / Network of Blood

  (Kanada/USA 1983)

Regie/Drehbuch: David Cronenberg

FX: Rick Baker

Musik: Howard Shore

Kamera: Mark Irwin

Darsteller: James Woods, Sonja Smits, Debbie Harry, Peter Dvorsky, Jack Creley

Weiterlesen...

poster offziell kleinschrottquer

(Schweiz 2018)
Weiterlesen...

DCFBlogocronenbergquer

Weiterlesen...

otposterotherquer

A Inocente Face do Terror / Los mellizos del terror

(USA 1972)

 

Regie: Robert Mulligan

Musik: Jerry Goldsmith

Kamera: Robert Surtees

Darsteller: Chris Udvarnoky, Martin Udvarnoky, Uta Hagen, John Ritter

Weiterlesen...

tasteposterkleintastequer

(GB 1970)

Regie: Peter Sasdy

Buch: Anthony Hinds

Darsteller: Christopher Lee, Geoffrey Keen, Linda Hayden, Madeline Smith, Michael Ripper, Ralph Bates

Weiterlesen...

peyton

Eine außergewöhnliche Band
jetzt auf Deutschlandbesuch

Weiterlesen...

escposterescquer

(USA 2013)

Regisseur: Randy Moore

Drehbuch: Randy Moore

Darsteller: Roy Abramsohn, Elena Schuber, Katelynn Rodriguez
Weiterlesen...

badspiesposterbadspiesquer

The Spy who dumped me
(USA 2018)

Regisseurin: Susanna Fogel

Drehbuch: Susanna Fogel, David Iserson

Darsteller: Mila Kunis, Kate McKinnon, Justin Theroux, Gillian Anderson

Weiterlesen...

meltipostermeltiquer

Planet Saturn lässt schön grüßen / Bluthitze - Das Grauen aus dem All / Der Zombie aus dem Weltall / The Ghoul from Outer Space / Den krypande hämnaren / Smeltende terror

(USA 1977)

Regie/Drehbuch: William Sachs

Make-Up-FX: Rick Baker, Rob Bottin, Greg Cannom

Darsteller: Burr DeBenning, Ann Sweeny, Michael Alldredge
und Alex Rebar als der „melting man“

Weiterlesen...

goddiscore2quer


Godzilla macht moderne Musik

musikalische Retrospektive durch die Heisei und Millenium Godzilla Filme

Weiterlesen...

islandpostermykonosklein

Die Teuflischen von Mykonos

(Greece 1976)
Island of Death, Ta paidia tou Diavolou, Devil's Island – Die Insel des Schreckens,
Killing Daylight, Cruel Destination


Regie/Buch: Nico Mastorakis

 Kamera: Nikos Gardelis

Darsteller: Robert Behling, Jane Lyle, Jessica Dublin, Jannice McConnell, Nikos Tsachiridis

Weiterlesen...
JSN Mico template designed by JoomlaShine.com