FB fan

paypal

forum

cronenberg quer

1970erQuer

eyespecials

lmdquerFBlmdquer

01 squirmklein 1970erQuerklein 0 otherklein

Amami mortalmente / La necrofila / Secrets of the Death Room

 (USA 1972)


Regie: Jacques Lacerte
Darsteller: Mary Charlotte Wilcox, Lyle Waggoner, Christopher Stone, Timothy Scott

vlcsnap error331

Lindsay is 18.
She visits her Daddy every night.

Die junge Lindsay Finch ist ein schüchternes Fräulein. Körperliche Intimität ist ihr ein Gräuel, wie ihr Verehrer Wade frustriert feststellen muss. Sie ist eher unnatürlich auf ihren toten Vater fixiert, was sie nicht nur regelmäßig an sein Grab treibt, sondern auch auf Beerdigungen ihr völlig fremder Menschen. Denn die Nähe zu Toten verschafft ihr eine gewisse Befriedigung. Sie schreckt in unbeobachteten Momenten nicht einmal davor zurück, den aufgebahrten, vorzugsweise männlichen Leichnam zu küssen. Hierbei lernt sie nicht nur Alex Martin kennen, der ihrem toten Vater sehr ähnelt, sondern auch den Bestatter Fred McSweeney, der selbst auch nekrophilen Neigungen nachgeht.

vlcsnap error568McSweeney lädt sie zu einer okkulten Gruppierung Nekrophiler ein, die er, prädestiniert durch seinen Beruf, anführt. Für die Treffen der Gruppe organisiert er möglichst frische Leichen, legt auch selbst Hand an, um anregende, aber noch zu lebenswarme, junge Männer aufzubringen. Im alltäglichen Leben wendet sich Lindsay allmählich von Wade ab und der väterlichen Wärme von Alex zu, hält ihn aber immer ein wenig auf Distanz. Als sie ihn dann heiratet, drohen die beiden Leben der frigide erscheinenden Frau zu kollidieren...

„Love Me Deadly“, der einzig bekannte Film des Regisseurs Jacques Lacerte, ist schon eine krude Angelegenheit. Zeitlich zwischen Riccardo Fredas Gothic-Schauermär „Das schreckliche Geheimnis des Dr. Hichcock“ (1962) und Jörg Buttgereits „Nekromantik“ (1987) angesiedelt, erweist er sich, dem offensichtlichen und auch konsequent umgesetzten Tabubruch zum Trotz, mehr als ernstes Drama denn schaulustiger und geschmacksunsicherer Exploitation. Dabei gebiert er sich die meiste Zeit wie ein handelsübliches Liebes-Melodram. Und so konzentriert sich das Drehbuch auf Lindsays Beziehungen mit Männern, die sie für sich genommen allein nicht ausfüllen können. Während der ungestüme Wade eigentlich nur ihre Verbindung zu einem normalen gesellschaftlichen Leben darstellt, die später obsolet wird, bringt ihr der ältere Alex die Geborgenheit, nach die ihr es verlangt, während McSweeney es ihr ermöglicht, ihren kalten, fleischlichen Gelüsten nachzugehen.

Dies ist eine Konstellation, die über kurz oder lang zum Scheitern verurteilt ist.

vlcsnap error074Der Film begleitet anfangs Lindsay auf ihren Besuchen bei verschiedenen Beerdigungen, wobei sie McSweeney kennen lernt, der sie alsbald bedrängt, seinem Nekrophilen-Zirkel beizutreten. Als sie dann die Beziehung mit Alex eingeht, wandelt es sich zum kitschigen Liebes-Drama, hier werden die melodramatischen Akzente gesetzt, inklusive Montagen von Alltag und Ausflügen. Dazwischen sind zum einen Rückblenden zu ihrer Vergangenheit eingeblendet, die immer mehr ein Unglück zu Tage fördern, dass die junge Frau derart geprägt hat, dass sie eben auf die Vaterfigur und ihr sexuelles Verlangen auf tote, männliche Körper fixiert hat, was in dieser Kombination dann sogar einen tief verwurzelten Wunsch nach Inzest zum Ausdruck bringt. Zum anderen vereint ihre Beziehung zu McSweeney den Tabubruch der Nekrophilie an sich mit einer Tod bringenden Gewalt, die vom skrupellosen Bestatter ausgeht, aus welcher die Tragödie dieser Geschichte resultiert. Und hier eben begibt sich der Film dann auf dünnes Eis, weil die gezeigte Nacktheit im sexuellen Bezug mit Leichen und die drei garstigen Morde, die sich im Zuge dessen ereignen, zwar einen guten und schockierenden Kontrast zum trockenen Drama bieten, aber gleichzeitig genauso der Triebbefriedigung des nach Sensationen gierenden Publikums dienen.

vlcsnap error938Regisseur Jacques Lacerte, seine Filmographie weist, wie bei vielen anderen Beteiligten auch, nur diesen einen Film aus, hält dies in nüchternen Bildern fest und unterlegt das ganze mit schnulziger, einlullender Musik, wie man sie aus TV-Filmen und -Serien dieser Zeit gut kennt. Hierdurch erzeugt er durchaus geschickt ein Gefühl von Normalität, wodurch er scheinbar auch die eher exploitativen Eruptionen zu relativieren sucht, was aber nicht immer gelingen mag. Ein eher unschöner Nebeneffekt ist dabei, dass der Film in den Passagen, die eine alltägliche Belanglosigkeit und Ungezwungenheit wiederspiegeln, oftmals gähnend langweilig ist. Das liegt aber auch daran, dass Lindsay Finch, abseits ihrer Neigungen, einfach eine uninteressante Frau ist, weil eine tiefere Charakterisierung schlichtweg nicht stattfindet. Auch Wade, Alex und McSweeney, die drei Männer in ihrem Leben, besitzen gerade so viel Persönlichkeit, wie für den Zweck des Films notwendig ist, und sind darüber hinaus vergessenswert. Das torpediert ein wenig die Versuche Lacertes, dem ganzen ein unschuldige Natürlichkeit einzuhauchen, da alle Figuren genauso gut aus einer x-beliebigen Seifenoper stammen könnten.

vlcsnap error571Darstellerisch gibt es nicht viel zu bemängeln, gerade Mary Charlotte Wilcox zeigt auch wenig Berührungsängste (also abseits ihrem Umgang mit lebenden Männern) und hat keine Probleme damit, sich vor einer Gruppe von Männern bei Szenen einsetzender Nekrophilie zu entkleiden. Im späteren Slasher "Psycho Killer" (1975) fiel sie dann dem psychokinetischen Killer unter der Dusche mittels des Duschvorhangs zum Opfer. Sie wechselte in den 80ern ins Comedy-Programm eines kanadischen TV-Senders. Christopher Stone und Lyle Waggoner haben als Wade und Alex, die beiden normalen männlichen Beziehungen im Leben von Lindsay, meist nicht viel zu tun. Waggoner kommt zeitweise ein wenig steif rüber, vielleicht ist das aber sogar beabsichtigt gewesen. Timothy Scott hat in seiner wortkargen Rolle als Bestatter, okkulter Führer und eiskalter Psychopath auch nicht mehr zu tun, als ruhig, aber bedrohlich, und ohne eine Miene zu verziehen, die Herzen von Lindsay wie auch dem Zuschauer mit Angst zu füllen, was streckenweise recht gut gelingt. Jacques Lacerte selbst spielt zu Anfang eine Leiche; allerdings nicht besonders gut, da er sich gut sichtbar kurz die Nase rümpft.

vlcsnap error078"Love Me Deadly" ist ein ungewöhnlicher Film, der zwar dem Tabubruch nicht abgeneigt ist und bereit ist, Schauwerte und Thrills zu liefern, aber die Hauptfigur, ihr Trauma und die daraus hervorgegangenen Neigungen ernst nimmt, und das ganze mit der an durchschnittliche TV-Arbeit erinnernden Inszenierung konterkariert. Wer sich im vornherein hiervon einen derben 70s-Schocker erwartet, wird unweigerlich gelangweilt und enttäuscht sein. Wenn man sich aber auf ein ruhiges, teils sehr seichtes Horror-Drama einzustellen und über die langweiligen, weil sehr gemächlichen Passagen hinwegzusehen vermag, den erwartet ein ungewöhnlich ernsthafter Versuch, das Tabuthema Nekrophilie in einen gesellschaftlichen Kontext zu setzen. Ach ja, der Titelsong ist durchaus hörenswert und bereitet den melodramatischen Einschlag sehr passend auf. Wer den Film mal sehen möchte, muss leider entweder nach einer längst vergriffenen englischen VHS suchen oder der amerikanischen Blu-ray von Code Red habhaft werden. Vom gleichen Label gibt es auch eine Codefree-DVD als Double Feature mit der Leichenfledder-Komödie „The Curious Case of the Campus Corpse“.

Dann mal ran ans kalte Buffet!


Horny

 

01 squirmklein 1970erQuerklein 0 otherklein

     ofdb logo      IMDb logo

Hp News

EES005 Peter Vogl  EVIL ED Special 005


Peter Vogl
und der "kleine Horror"

Release Date: 19.11.2018

ca. 30 Minuten

 

 

Für unsere Podcast-Freunde gibt es heute auch mal wieder was. Ein kleines aber feines Interview mit dem österreichischen Autor Peter Vogl, dessen neues Buch wir ja bereits besprochen haben.

Weiterlesen...

cronenberg quer

Weiterlesen...

demoquer

 Demolition Man

Acclaim Entertainment, Virgin Interactive, Alexandria Inc., SNES, 1994

Weiterlesen...

Halloween 1978 theatrical posterhallo01 quer

Teil 1 unseres großen Rückblicks über ALLE bisherigen Halloween-Teile.
Dieses Mal nimmt sich Horny Teil 1 - 6 vor...
Weiterlesen...

hereposterhereditary quer

Hereditary - Das Vermächtnis / El Legado Del Diablo

(USA 2018)

 

Regie/Drehbuch: Ari Aster

Musik: Colin Stetson

Darsteller: Toni Collette, Gabriel Byrne, Alex Wolff, Milly Shapiro 
Weiterlesen...

podposterprincequer

Die Fürsten der Dunkelheit / El príncipe de las tinieblas / Paradigm

(USA 1987)

Regie: John Carpenter

Drehbuch: Martin Quatermass (Ja, ich weiß!)

Musik: John Carpenter, Alan Howarth

Bauten: Daniel A. Lomino

Darsteller: Donald Pleasence, Victor Wong, Lisa Blount, Peter Jason und Alice Cooper als “Street Schizo“

Weiterlesen...

demposterdemquer

(D 2014)

Regie/Buch: Benjamin Bechtold

Kamera: Hartmut Schotte

Musik: Christoph Heyd

Darsteller: Josephine EhlertMario KrichbaumVlasto Peyitch, Nikolai Will
Weiterlesen...

incposterincquer

Die Unglaublichen 2 / Les indestructibles 2 / De utrolige 2

(USA 2018)

Buch und Regie: Brad Bird

Darsteller (Stimmen): Craig T. Nelson, Holly Hunter, Bob Odenkirk, Samuel L. Jackson

Weiterlesen...

kleinposterkleinquer

Eine Film Enzyklopädie von Peter Vogl

2018, erschienen im MÜHLBEYER Filmbuch-Verlag

Weiterlesen...

notld posternotld quer

Die Nacht der lebenden Toten, Night of Anubis, Yasyan Ölülerin Gecesi

(USA 1968)


Regie: George A. Romero

Darsteller: Duane Jones, Judith O'Dea, Karl Hardman, Marilyn Eastman

Idee & Drehbuch: George A. Romero, John A. Russo

Weiterlesen...

netmausquer

Mit Disney droht ein neuer Streamingdienst
und der bisherige Marktführer sucht nach Wegen siene Position zu behalten...

Weiterlesen...

mandypostermandyquer

(USA / Belgien / GB 2018)

Regie: Panos Cosmatos

Musik: Jóhann Jóhannsson

Darsteller: Nicolas Cage, Andrea RiseboroughLinus RoacheNed DennehyOlwen Fouéré

Weiterlesen...

risenposterrisenquer

Draculas Rückkehr / Blodsugeren Dracula / Dracula et les femmes

(GB 1968)

Regie: Freddie Francis

Drehbuch: Anthony Hinds

Musik: James Bernard

Darsteller: Christopher Lee, Rupert Davies, Veronica Carlson, Barry Andrews, Michael Ripper

Weiterlesen...

LMDposterlmdquer

Amami mortalmente / La necrofila / Secrets of the Death Room

 (USA 1972)


Regie: Jacques Lacerte
Darsteller: Mary Charlotte Wilcox, Lyle Waggoner, Christopher Stone, Timothy Scott

Weiterlesen...

FB11970erQuer

Weiterlesen...

food posterfoodquer

(USA 1976)
DIE INSEL DER UNGHEUER


Regie: Bert I. Gordon

Darsteller: Marjoe Gortner, Pamela Franklin, Ralph Meeker, Jon Cypher

Special Effects: Rick Baker (uncredited)

Weiterlesen...

HEposterHEquer 01

Pánico en el Transiberiano, The Possessor, Terreur dans le Shanghai-Express

(GB / Spanien 1973)

 
Regie: Eugenio Martin

Drehbuch: Arnaud d'Usseau, Julian Zimet

Darsteller: Christopher Lee, Peter Cushing, Alberto de Mendoza, Julio Pena, Telly Savalas

Weiterlesen...

sheep quer

Ein klassischer Science Fiction-Roman
und was er uns heute noch zu sagen hat

 

Autor: John Brunner

Erscheinungsjahr: GB 1972 / Deutschland 1978 / Neuübersetzung 1997

Weiterlesen...

sprinposterspringteufelquer

(Deutschland 1974)

Regie: Heinz Schirk

Drehbuch: Karlhans Reuss, Derrick Sherwin

Produktion: Saarländischer Rundfunk

Darsteller: Dieter Hallervorden, Arno Assmann
Weiterlesen...

jdposterdahmerquer

(USA 2017)

Regie: Marc Meyers

Drehbuch: Marc Meyers, John Backderf

Vorlage (Graphic-Novel): John Backderf

Darsteller: Ross Lynch, Alex Wolff, Anne Heche, Dallas Roberts

Weiterlesen...

workersquer

Jetzt auf Stippvisite in Deutschland

Weiterlesen...

HOVposterhovquer

( United States / Germany / Canada 2005)

Regie: David Cronenberg
Darsteller: Viggo Mortensen, Maria Bello, Ed Harris, William Hurt, Ashton Holmes

 

Weiterlesen...

DCFBlogocronenbergquer

Weiterlesen...

dontgoposterdontgoquer

Das Haus der lebenden Leichen / El maniático / Pyromaniac / Op de Drempel van de Gruwel

(USA 1979)

Regie: Joseph Ellison

Darsteller: Dan Grimaldi, Charles Bonet, Bill Ricci, Robert Carnegie

Kamera: Oliver Wood

Weiterlesen...

drac79 posterdracquer

Dracula - Eine Love Story / Dracula '79

(UK/USA 1979)

Regie: John Badham

Drehbuch: W.D. Richter, Hamilton Deane, John L. Balderston

Musik: John Williams

Darsteller: Frank Langella, Laurence Olivier, Donald Pleasence

Weiterlesen...
amposter2

AMquer

(Italien 2018)

Regie: Daniele Misischia, Davide Pesca, Francesco Longo u.a.

Darsteller: verschiedene unbekannte Talente

Weiterlesen...
slhposter

satanquerSatanic Halloween / Halloween killer

(USA 2005)


Regie/Drehbuch:
 Jeff Lieberman

Darsteller: Alexander Brickel,  Amanda Plummer, Katheryn Winnick

Weiterlesen...
halloquer
Weiterlesen...

MBcoverbrut quer

Die Brut, Chromosoma 3, La clinique de la terreur, Los engrendos del diablo

(Canada 1979)

Regie/Buch: David Cronenberg

Musik: Howard Shore

Darsteller: Art Hindle, Oliver Reed, Samantha Eggar, Nicholas Campbell

Weiterlesen...

maniacpostermaniacquer

Limited Netflix-Series – 10 Episodes – ca. 360 Minuten

(USA 2018)

Regie: Cary Joji Fukunaga

Drehbuch: Patrick Somerville, Cary Joji Fukunaga u.a.

Musik: Dan Romer

Darsteller: Jonah Hill, Emma Stone, Sally Field, Julia Garner, Gabriel Byrne


Jetzt auf Netflix

Weiterlesen...
JSN Mico template designed by JoomlaShine.com