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(USA 1959)

Im Sumpf des Grauens

Regie: Roy Del Ruth

Kamera: Karl Struss

Darsteller: Beverly GarlandDouglas Kennedy
Lon Chaney Jr.Richard Crane,  Frieda Inescort

Seit 16. Dezember als Teil 5 der „Rache der Galerie des Grauens“
von ANOLIS auf DVD/BluRay-Combo erhältlich.

 

Bereits auf der Hochzeitsreise verschwindet Joyces Ehemann Paul unauffindbar, nachdem er ein seltsames Telegramm bekommen hat. Joyce versucht dem Geheimnis auf die Spur zu kommen und ihre Nachforschungen führen sie in ein altes Herrenhaus in den Sümpfen Lousiannas, in dem nicht nur seltsame Figuren zu Hause sind, sondern auch ein unheimlicher Wissenschaftler Experimente mit Radioaktivität durchführt. Diese sind zwar erfolgreich in der Beziehung, dass sie das Heilungsvermögen des menschlichen Körpers beschleunigen, haben aber die unerwünschte Nebenwirkung, dass sich die so behandelten zu verwandeln beginnen.

alliclassicWieder einmal mehr überrascht uns das Haus ANOLIS mit einem Film, der für alte SciFi/Horror Fans wie mich lange Jahre so eine Art heiliger Gral war – und zwar erstmals in deutscher Sprache (dazu später mehr). Seit den frühen siebzigern war mir zwar der Titel „The Alligator People“ bekannt und in einigen alten Famous Monsters Ausgaben hatte ich bereits Bilder gesehen, aber den Film mal zu Gesicht zu bekommen schien aussichtslos.

Auch das Videozeitalter brachte da keine Besserung, mit einer deutschen Veröffentlichung war nicht zu rechnen, im benachbarten Ausland war ebenso tote Hose, einzig und alleine ein paar Anbieter in den USA verkauften „Duped Tapes“, also selbst aufgenommene Kopien von meist minderwertiger Qualität. Eine solche Kopie zu ordern und dann für damals ungefähr 200 DM von NTSC auf PAL konvertieren zu lassen, wäre doch ein großes Risiko gewesen.

Ein weiteres Problem war natürlich, dass der Film niemals einen deutschen Verleiher hatte – eine eventuelle TV-Ausstrahlung war deshalb auch nicht zu erwarten. So sollte es tatsächlich bis zum Jahr 2004 dauern, bis ich den Film endlich – dank der brillanten FOX DVD - zum ersten Mal bewundern konnte. Natürlich nur mit einem Trailer als Extra, aber immerhin konnte ich jetzt die Euphorie der US-Filmfans nachvollziehen.

Denn auch wenn „The Alligator People“ eine Produktion der B-Movie-Abteilung der  20th-Century-Fox war, so sieht er in keinster Weise so aus, wie man sich ein B-Movie der späten 50er Jahre vorstellt.

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Wie uns Herr Rolf Giesen im sehr interessanten – und eher filmhistorisch geprägten - Audiokommentar (zusammen mit Anolis Chef Ivo Scheloske und Cushing Spezialist Uwe Sommerlad) erklärt, durften die B´s nämlich – so lange sie in Budget und Zeitrahmen arbeiteten – das komplette Equipment des Studios mitbenutzen. So kommt der vermeintliche kleine Film in einer Optik daher, die den Zuschauer von der ersten Sekunde an gefangen nimmt. Speziell die grandiosen Sumpfsets in der zweiten Hälfte des Filmes und das Labor des Wissenschaftlers lassen den Zuschauer mit der Zunge schnalzen. Zusätzlich kommt der Film auch noch in besten Widescreen Format daher und hat als Kameramann den Altmeister Karl Struss an Bord, der unter anderem den allerersten „Ben Hur“ (1925) und für F.W.Murnau „Sunrise“ (1927) geschosssen hatte. Manche Einstellungen werden so, durch geschickte gewählte Blickwinkel und perfekte Ausleuchtung schon fast zu Gemälden.

alligifIn der Hauptrolle der starken und durchaus eigensinnigen Joyce überzeugt einmal mehr Beverly Garland („Not of this Earth“ 1957) und eine andere – ebenfalls außergewöhnlich stark geschriebene – Frauenrolle füllt Frieda Inescort als Herrin der Villa aus, die anfangs sozusagen hart regiert, sich aber im Verlauf des Filmes als positive Figur entpuppt. Sicher sind auch die Männerrollen durchaus interessant besetzt, aber sowohl Richard Crane als sich langsam in einen Alligator verwandelnden Ehemann, noch Lon Chaney Jr. als trinkendes und Alligatoren hassendes einhändiges (drei Mal dürft ihr raten wie er die Hand verloren hat) Faktotum tragen den Film wirklich.

Interessant vielleicht, dass Chaney hier noch einmal mit einer recht guten Performance zu sehen ist, bevor er in den folgenden Jahren – dank offensichtlicher Alkoholprobleme - immer mehr in eher peinlichen Auftritten zu „bewundern“ war.

alli02Die titelgebenden Alligatoren-Leute stellen sich am Ende dann doch nur als einige Patienten mit – sicherlich exzessiven – Hautproblemen heraus, der einzige wirkliche Alligatorenmensch am Ende leider eher als lächerlich. Das Problem ist sicherlich noch nicht einmal das Kostüm als solches, sondern eher die Tatsache, dass ein Alligatorenkopf auf einem Menschenkörper halt mehr an Donald Duck erinnert, als an ein Monster.

Aber es ist auch nicht das – oder die – Monster, die den Film ausmachen, sondern eine auf eine interessante Weise gestrickte und sich langsam entfaltende Geschichte, interessante Konflikte zwischen interessanten Personen und natürlich die Atmosphäre der künstlichen Sumpflandschaft. Somit hat ANOLIS bei der Betitelung dieser deutschen Erstveröffentlichung mit „Im Sumpf des Grauens“ eine gute Wahl getroffen. Was uns dann auf elegante Weise zur deutschen Fassung bringt.

alli04Ich habe mir „Im Sumpf des Grauens“ dieses Mal ganz bewusst in der deutschen Synchronfassung angesehen, da diese speziell für diese Veröffentlichung erstellt wurde und ich zusätzllich „The Alligator People“ erst Anfang 2016 nochmals gesehen hatte. Was am meisten dabei überrascht ist, dass sich das Studio „City of Voices“, unter Buch und Regie von Bodo Traber, größte Mühe gegeben hat eine Synchronfassung anzufertigen, de sich anhört als stamme sie aus den 50er Jahren.

Sowohl in Duktus, als auch in Wortwahl wurde sehr darauf geachtet, dass sich keinerlei Ungereimtheiten einschleichen konnten. Speziell mit dieser Angleichung und der interessanten Geschichte, wie „The Alligator People“ jetzt nun doch den Weg zu uns deutschen Fans gefunden hat, beschäftigt sich der zweite Audiokommentar mit dem oben bereits erwähnten Bodo Traber, Ingo Strecker und Alexander Iffländer, der somit für jeden Synchronfan ein Muss ist.

Ansonsten kann die ANOLIS-Scheibe leider auch nur mit dem bekannten Trailer aufwarten, dafür aber ist das Upgrade auf BluRay atemberaubend. War die Fox-DVD für mich damals schon eine Offenbarung, so öffnet sich dem Filmfan in HD nochmals eine andere Welt, was natürlich der brillanten SW-Fotografie zu verdanken ist. Sicher erkennt man nun auch einige der Make-Up-Probleme deutlicher, als man eigentlich will, aber die Sumpfaufnahmen sind atemberaubend.

alli06Auch wenn „The Alligator People“ vielleicht nicht der spannendste Sci-Fi-/Horrorfilm der 50er Jahre ist, so ist er doch einer der am besten aussehendsten. Die Geschichte entfaltet sich zwar nur langsam, aber durch die großartigen Schaupieler und das ungewohnte Setting kommt keine Langeweile auf. Zusätzlich bietet der Film auch noch eine interessante Rahmenhandlung, auf die ich hier – um die Überraschung nicht zu verderben – nicht eingehen werde.

Von mir aus gibt es eine absolute Kaufempfehlung.

dia

 

Natürlich hat auch Zocki was zu den Alligatorenleuten zu sagen:

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