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DD02

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Ab 22. März auf DVD/BluRay

Regie: Christopher Landon

Drehbuch: Scott Lobdell

Musik: Bear McCreary

Darsteller: Jessica Rothe, Israel Broussard, Ruby Modine

 

 

“Groundhog Day” trifft auf einen Slasher-Movie im Studentenmilieu – mehr braucht man eigentlich nicht zu wissen, bevor man sich auf “Happy Death Day” einlässt und mit Sicherheit war das auch genau der Pitch, der die Produzenten davon überzeugt hat ihr Geld in die Produktion zu pumpen.

DD01Fazit: ...

Neee, Scherz beiseite, ein wenig interessanter als der bloße Pitch ist der Film schon und das beginnt schon damit, dass unsere Heldin, die mit dem „hab ich mich jetzt verhört“-Namen Tree gesegnet ist (Jessica Rothe) sich bereits im ersten, mit ihrem Tod durch einen verrückten Killer endenden, Loop als eine echte „Bitch“ entpuppt. Sicherlich, auch Bill Murray war in „Groundhog day“ zum Filmbeginn nicht gerade der netteste Kerl der Welt, aber bei ihm war das dadurch geschuldet, dass er ungewollt in eine für ihn unerträgliche und aus seiner Sicht unter seinem Niveau stehende Situation (den Auftrag eine Reportage über den titelgebenden Tag zu moderieren) geraten war.

Tree hingegen ist ein echtes weibliches Arschloch, nimmt keinerlei Rücksicht auf ihre Kommilitonen, springt mit jedem ins Bett, ignoriert den Geburtstagsanruf ihres Vaters, hält sich überdeutlich für etwas Besseres und hat offensichtlich keinerlei Grund für ein solches Verhalten. Somit macht es dem Zuschauer auch richtig Spaß, sie bei ihren täglichen Versuchen durch reines Überleben aus der Zeitschleife zu entkommen versagen zu sehen. Man gönnt ihr jeden einzelnen Tod und amüsiert sich besonders, wenn dieser durch ihre eigene Dummheit zu stande kommt, was reichlich häufig der Fall ist.

DD02Aber natürlich ändert sich das dann – genau wie im großen Vorbild – im Laufe der Handlung und tatsächlich bekommt der Film dann einige wirklich gute dramatische Momente, in denen man sieht, dass hier erheblich mehr drin gewesen wäre. Denn – und jetzt kommen wir mal zu einigen kritischen Anmerkungen – „Happy Dead Day“ erstickt fast an seinem Versuch sämtliche Punkte seines Vorbildes anzusteuern.

Die Wandlung des Protagonisten vom Saulus zum Paulus
Check.

Einen Nebendarsteller von der Situation überzeugen, ohne dass es Auswirkungen hat
Check.

Die Entscheidung in der Loop-Zeit einfach mal nur Unsinn anzustellen
Check.

Sich in eine andere Figur verlieben und alles daran zu setzen ihn „herumzubekommen“
Check und Check und Check und Check...

Ja selbst manche Gags und Dialoge scheinen komplett bei „Groundhog Day“ ausgeliehen zu sein.

 

DD04Okay, könnte man jetzt sagen, bei dem Thema „Zeitschleifen“ hat man ja auch logischerweise nicht gerade unendlich viele Möglichkeiten etwas Neues zu erfinden, aber ist dem wirklich so?

Nehmen wir zum Beispiel mal den kleinen TV-Film 12:01, der, ebenso wie der Murray-Film, im Jahr 1993 veröffentlicht wurde und gerade aus diesem Grund ziemlich unterging. Hier bereits ging es darum, dass die männliche Hauptfigur eine Mord aufklären/verhindern musste und in einer Schleife gefangen war aus der eben nur dieses einen Ausweg bot. Der Film nahm das Thema komplett ernst, bot am Ende sogar eine logische Lösung und ist wirklich mal eine Suche wert, falls man ihn bisher noch übersehen hat. Ein weiterer Teilnehmer im Zeitschleifen-Rennen wäre dann auch „TimeCrimes“ der 2007 das Debut des großartigen spanischen Regisseurs Nacho Vigalondo war. Hier ging es darum einen Mord mit dem Einsatz einer Zeitmaschine zu verhindern, wobei der Mindfuck-Effekt einer solchen Aktion auf eine phantastische Art und Weise integriert wurde.

„Triangle“, „Donnie Darko“ oder der sehr anspruchsvolle „Primer“ - die Liste ist verblüffend lang, wenn man mal etwas genauer darüber nachdenkt und man sieht an dieser Aufzählung leicht, dass es mit ein wenig Aufwand möglich ist, der Idee neue Impulse zu geben.

Darum ging es aber den Machern von „Happy Death Day“ offensichtlich nicht, ihnen reichte es scheinbar eine Mischung aus Horror und Comedy auf die Leinwand zu zaubern, die ohne Ecken und Kanten auskommt, niemandem so richtig auf die Füsse tritt und das vorwiegend aus Teenagern bestehende „Blumhouse“ Publikum nicht überfordert.

DD03Dafür wurden dann auch für das angestrebte PG13-Rating einige offensichtliche Schnitte durchgeführt, so dass der Film jetzt nahezu komplett blutleer daherkommt. Das ist besonders schade, hätte doch die ein oder andere Splatterszene dem Ganzen sicherlich gut getan. So aber bekommen wir Messerattacken zu sehen, bei denen die Kamera seitlich wegspringt oder eine Szene in der ein Schuß fällt und man im Gegenschnitt jemanden komplett durchlöchert am Boden liegen sieht. Besonders dämlich – aber in Bezug auf die Prüderie unserer amerikanischen Freunde nicht wirklich überraschend – ist es, dass selbst nebenstehende Einstellung, die im Übrigen aus dem Trailer stammt, weichen musste, was nun dazu führt, dass man im Endeffekt den geplanten Gag – Tree läuft nackt durch eine Zeitschleife – nur noch anhand der Reaktionen der anderen Protagonisten erahnen muss.

Ärgerlich...

Das klingt jetzt alles vielleicht ein wenig negativ, aber das soll natürlich nicht heißen, dass der Film nicht unterhält. Ganz im Gegenteil vergeht die Zeit sozusagen wie im Fluge – was natürlich auch der themenbedingten Episodenhaftigkeit geschuldet ist – und einige wirklich gute Gags helfen über die Stolperfallen hinweg.

Zusätzlich gibt es am Ende auch noch einen netten Plottwist, der tatsächlich logisch und weitestgehend unvorhersehbar ist. Außerdem inszeniert Christopher Landon, bei dem es sich übrigens um den Sohn von "Teenage Werewolf"/"Little Joe"/"Charles Ingalls"/"Jonathan Smith" (wers nicht weiß muss halt googlen ;) ) handelt, wie auch schon bei seinem letzten Horror-Comedy Mix "A scouts guide through the Zombie Apocalypse" mit einem sicheren Händchen und einem Auge für kleine visuelle Gags. Dass er seine Fähigkeiten in Bezug auf Splatterhumor hier nicht einbringen durfte ist ja nicht ihm zu verschulden.

DD05Alles in allem ist „Happy Death Day“ somit eine nette Comedy mit leichten Slasheranleihen, der zwar es an Würze fehlt, die aber das Zielpublikum sicher überzeugen wird. Davon zeugt schon alleine der überragende US-Kinostart.

Als Alternative für eine weitere Sichtung von „Groundhog Day“ ist er ebenso gut zu gebrauchen, wer allerdings Tiefe und etwas fürs Hirn sucht ist bei den oben im Artikel erwähnten Filmen mit der selben Thematik besser aufgehoben.


dia


     

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