Valerian (2017) Darsteller: Dane Dehaan, Cara Delevigne,
Seit 20.07. im Kino
Im 28. Jahrhundert streifen der Spezialagent Valerian (Dane Dehaan) und seine Partnerin Laureline (Cara Delevigne) im Auftrag der Menschheit durch die Galaxie und erleben dabei allerlei Abenteuer. Die neueste Mission führt sie in die Weltraumstation Alpha, deren Keimzelle einst die ISS bildete und die mittlerweile zu einer riesigen Metropole aller Rassen und Spezies des Weltalls gewachsen ist.
Eines vorweg: Valerian ist kein guter Film. Die vordergründige Ablehnung, die Laureline ihrem Verehrer entgegenbringt, soll witzig sein, ist es aber nicht. Die beiden Protagonisten quälen sich durch stumpfe Dialoge, einen Plot, der nicht recht in Fahrt kommen will und erinnern dabei an ein altes Ehepaar, das in aller Öffentlichkeit Gehässigkeiten austauscht und die unfreiwilligen Zeugen zum Fremdschämen bringt. Das Ganze ist oft miserabel gespielt und gerade Clive Owen enttäuscht in der eindimensionalen Rolle des Commander Arun Fillit. Besonders sein Auftritt in der Auflösung, untermalt mit völlig unpassender Musik, bleibt negativ in Erinnerung.
Valerian sieht nämlich schlichtweg grandios aus. Die Stadt der tausend Planeten ist ohne Zweifel das europäische Avatar (2009) und in jeder Hinsicht auf dem neuesten Stand. Dass die Produktion dennoch zu mehr taugt als zu einer reinen Technik-Demo, verdankt sie der überbordenden Kreativität und dem Herzblut ihres Regisseurs. Die Szenerien strotzen von Details und die Welten, die Luc Besson mit dem fast grenzenlosen Budget entwirft, scheinen der unbändigen Fantasie eines Kindes entsprungen zu sein. Es heißt, der Franzose habe schon zu Zeiten seines fünften Elements (1997) den Comic um das ungleiche Agenten-Duo verfilmen wollen, sei sich jedoch bewusst gewesen, dass seine visuellen Ansprüche zur damaligen Zeit nicht umsetzbar waren.
Es gilt also, beide Augen zuzudrücken (nur nicht zu lange, man würde viel verpassen!), und sich einem visuellen Rausch hinzugeben, der Seinesgleichen sucht – vorzugsweise in einer 3D-Vorstellung.
Christoph Laible
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