Cat's Eye (1985)Katzenauge Regie: Lewis Teague Vorlage/Drehbuch: Stephen King Musik: Alan Silvestri Darsteller: Drew Barrymore, James Woods, Robert Hays, Alan King, Candy Clark
ab 14. September erstmals auf BluRay
Natürlich könnt ich diesen Artikel jetzt mit einer langen Inhaltsangabe füllen, in der ich den roten Faden dieses Episodenfilmes (ein hübscher Kater namens General) verfolge und all die kleinen Geschichten erzähle, die er erlebt. Würde mir als Katzenfreund zwar gefallen, wäre aber irgendwie nicht so prickelnd für die Leser. In der Kürze liegt die Würze und so hat Meister Stephen King hier für das Drehbuch zwei seiner in der Sammlung „Nightshift“ veröffentlichten Kurzgeschichten in knackige 25-Minüter verwandelt und eine dritte hinzufabuliert.
Wenn man auch einiges an dem Film bemängeln kann – und dazu kommen wir noch – dieser Kniff macht ihn zumindest zu einem Episodenfilm, bei dem die Rahmenhandlung ausnahmsweise nicht aufgesetzt ist und der deshalb bedeutend weniger sprunghaft daherkommt. Ebenso zu gefallen weiss die Auswahl der Kurzgeschichten.
Robert Hays hingegen hat das oben schon angedeutete Problem, dass er durch die Rolle des Ted Striker in „Airplane!“ bei mir so prägend verwurzelt ist, dass ich seine Höhenangst auf dem titelgebenden „Ledge“ nicht so richtig ernst nehmen kann. Zumal der hervorragende BluRay Transfer, der sich ansonsten Mühe gibt, das 80er Jahre Flair zu halten, hier - dank seiner Schärfe - versagt und die Modellaufnahmen in gerade dieser Episode recht deutlich macht. Allerdings ist das Jammern auf hohem Niveau, habe ich den Film doch bisher immer nur auf VHS oder in den bisherigen – doch eher dürftigen – DVD-Veröffentlichungen sehen können.
Wie auch schon bei seinem King-Erstling „Cujo“ (1983), dessen Hauptdarsteller hier sogar einen kleinen Gastauftritt hat, erweist sich Regisseur Lewis Teague als fähiger Handwerker ohne große künstlerische Ambitionen. Das ist eigentlich sehr schade, hatte er doch im Jahr 1980 mit „Alligator“ eine äußerst originelle und komplett eigenständige Mischung aus Comedy und Monsterfilm hingelegt. Dort war allerdings das Budget klein, die Produzenten nur reine Geldgeber und es war kein vermarktungstechnisch wichtiger Name mit auf dem Plakat. Auch wenn er mit „The Jewel of the Nile“ (1985) noch einen relativen finanziellen Erfolg hinlegen sollte, verkam er danach immer mehr zum Auftragskiller und seine vielversprechende Karriere versandete.
Wo wir gerade bei den Effekten des Filmes sind, sollte man hier auch noch die Arbeit von Carlo Rambaldi hervorheben, der mit dem von ihm kreierten Troll für das absolute Highlight der dritten Episode sorgt. Dieser mit Schellenmütze bekleidete Gnom kommt wie der böse Bruder von „E.T.“ daher, was ja auch kein Wunder ist, da der auch von Rambaldi gestaltet war.
Letztlich muss man noch einige Worte zu den Tierdressuren verlieren, die wirklich großartig sind. Jeder Katzenmensch weiss ja, wie schwer es ist unsere felinen Hausgenossen zu irgendetwas zu bringen, was sie nicht wollen. Demensprechend kann man die Arbeit von Tiertrainer Karl Lewis Miller - dessen Filmographie sozusagen ein „What is what“ des Tierhorrors darstellt und der unter anderem natürlich für „Cujo“, aber auch für den Hund mit Menschenkopf in „Mephisto Waltz“ und etliche Episoden von „Kommisar Rex“ zuständig war - gar nicht genug loben. Lewis Teague bezeichnet seine Arbeitsweise im Audiokommentar als eine Art „Telepathie mit den Tieren“ und wenn man die Leistungen der diversen Katzen, die den General spielen sieht, mag man das fast glauben.
Die dritte Episode hingegen ist eher etwas für Leute, die bei Jugendbuchhorror ala „Silver Bullet“ komplett aus dem Häusschen geraten, bietet aber noch nicht einmal dessen Hang zur übertriebenen Brutalität. Sicherlich ist der Kampf zwischen der Katze und dem Troll eine dressurtechnische Meisterleistung und auch recht ansprechend inszeniert, der Rest von „The General“ bietet aber nichts, an dem man sich festhalten könnte. Somit kann man – und dazu bin ich schon Mitte der 90er übergegangen – den Film nach gut einer Stunde beenden, ohne wirklich was verpasst zu haben.
Als Bonus gibt es Trailer, eine Bildergalerie und einen recht interessanten aber sehr wortkargen Audiokommentar von Lewis Teague. Von mir gibt es eine 2/3 Kaufempfehlung, aber wenn ihr Glück habt, könnt ihr Euch den Film ja auch demnächst kostenfrei erobern. Dazu aber erst am Samstag mehr. Dia
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