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boss02

The Big Boss 2 (1976/81)
Rache in Shanghai

 

Regie: Lu Po Tu (lt. Cover To Lo Po)

Darsteller: Dragon Lee,
Bolo Yeung, Lik Cheung

 

 

 

Seit 1. Juni auf DVD/BluRay erhältlich

 

Zu aller erst ein dicker Dank an Schröder Media, die ein ums andere Mal beweisen, dass sie ein Händchen für wohlriechende SCHEIẞE (großes SZ – musste einfach sein) haben. Veröffentlichungen wie „Stryker“ oder der hier vorliegende Film transportieren den alten Videojunkie direkt wieder in die goldenen Achtziger, in denen man sich zum Wochenende ein prima „5 Filme für 20 Mark“-Paket ausleihen konnte und dabei sicher war, zumindest einen vernünftigen Baddie zu erwischen.

Bei „The Big Boss 2“ handelt es sich offensichtlich um eine inoffizielle Fortsetzung des Bruce Lee-Klassikers „Die Todesfaust des Cheng Li“, der – so viel kann man schon Mal vorab verraten – nicht ganz an das Original heranreicht.

boss01Lee Han San (Dragon Lee) ist der Sohn des Rebellenführers Lee Wan Jan, dem er eine Liste mit kompromitierenden Namen überbringen muss. Also macht er sich „aus dem Süden“ auf in eine nicht näher bezeichnete Stadt (die nur im deutschen Titel als Shanghai identifiziert wird). Dort wird er sofort von einer Gruppe böser Japaner angegriffen, von denen drei scheinbar den gleichen Bartfriseur mit einer Vorliebe für „Adolf-Bärtchen“ haben. Einer der Schergen entpuppt sich tatsächlich sogar als Bolo Yeung, dessen Karriere, nach einem durchaus erfolgreichen Start bei den Shaw-Brothers, nach dem Tod von Bruce Lee doch eher dürftig weiter lief.

Nach einem mutigen Kampf wird unser Han Solo (sorry, couldn´t resist) unfairer Weise niedergeschossen und kann sich nur in das Haus einer wirklich netten Familie retten, die recht schnell heraus bekommen, dass es sich bei ihm um den rebellischen Sohn des berühmten (aber scheinbar mittlerweile von Japanern um die Ecke gebrachten) Rebellenführers handelt. Das sorgt natürlich dafür, dass die bösen Japaner (dazu später mehr) das Haus der Familie überfallen. Glücklicher Weise kann sich unser Han retten, indem er die Familie einfach alleine lässt und somit über kurz oder lang ihr Todesurteil unterzeichnet.

boss03In einer parallelen Handlung lernen wir auch noch einen liebenswürdigen Falschspieler mit einem Herz aus Gold kennen, der von Lik Cheung gespielt wird, der im Vorspann als Jackie Chang bezeichnet wird, sich genau so verhält und immer herrliche aufgemalte Schmutzflecken im Gesicht hat. 

Wer jetzt glaubt, dass die beiden gute Freunde werden und zusammen das japanische Besatzervolk mittels gezielter und gnadenloser Faustschläge aus China (und eventuell in die ewigen Jagdgründe) prügeln, hat nur teilweise recht. Für solcherlei gradlinige Storyelemente ist in diesem verworrenen Werk keinerlei Platz.

„Jie quan da dong kau“, wie der Film im Original heisst, ist ein typischer Bruceploitationfilm, wie es nach dem Tod des großen Mister Lee gefühlt hunderte gab. Das heisst, man nehme einen in etwa wie Bruce Lee aussehenden Darsteller (die sehen eh alle gleich aus), gebe ihm einen Lee-igen Namen und lasse ihn vor der Kamera die Mimik und den Kampfstil des Großmeisters kopieren.

boss05Bei aller Häme, die man über diese Filme  ausschütten kann, muss man allerdings zugeben, dass Dragon Lee einer der besseren Bruces ist. Auch wenn seine Föhnfrisur und sein steroidgestählter Oberkörper nicht so recht passen wollen, beherrscht er doch die LEEmik und die LEEtritte recht gut. Das große Problem dabei ist allerdings leider, dass Lee nicht nur daraus bestand, sondern auch eine unglaubliche Leinwandpräsenz und – tataaa – schauspielerisches Talent hatte und daran haperts beim Drachen dann doch ein wenig. So wirken seine Aktionen teilweise – da sie halt durch LEEiges unterbrochen werden – unfreiwillig komisch, obwohl er kampftechnisch so einiges drauf hat, was er auch in Filmen vor dem Tod des Superstars oftmals eindrucksvoll bewiesen hat.

Zusätzlich dazu bekommen wir auch noch durch „Jackie Chang“ ein wenig Chan-ploitation, die ebenso steif und unwirklich wirkt.

boss08Die Geschichte des Filmes ist komplett verworren und besteht aus genau dem, was man Eastern immer vorgeworfen hat – einer Abfolge von mehr oder weniger interessanten Kampfszenen, die durch gestelzt wirkende inhaltlsleere Dialoge unterbrochen werden. Auch die Charaktere als solches sind mehr oder weniger Abziehbilder. Unsere Helden sind fast schon Jesus-mässige Gutmenschen und die bösen Japaner haben „nix anneres im Kopp“ als rauben, brandschatzen und töten. Da werden schon einmal einem jungen Mädchen beide Achillessehnen durchschnitten um sie am Fortlaufen zu hindern, während ihr Vater niedergemetzelt wird und der ein oder andere Bauer, weil man gerade Lust darauf hat, totgeprügelt. Unser Held beweist sich dabei als ein Megadepp und hat das unglaubliche Talent immer ziemlich genau 5 Minuten nach dem erfolgreichen Totschlag am Tatort aufzutauchen.

boss04Andererseits ist es halt auch schwer vorherzusehen, was die bösen Japaner als nächstes anstellen werden, denn ein Konzept kann man bei ihren Metzeleien kaum erkennen. Es ist ja noch nicht einmal so, dass sie Rebellen jagen würden – dieser Subplot wird nach 15 Filmminuten in den Schredder geworfen. Zugegeben, auch im Original „The Big Boss“ waren die Japaner durchweg böse, aber die hatten zumindest noch ein prima laufendes Drogenkartell. Hier hingegen wird erst 15 Minuten vor dem Filmende so ganz nebenher erwähnt, dass die Japsen (ich musste es einfach sagen, der "versteckte" Rassimus des Filmes färbt ab) es auf die Ginseng-Ernte der armen Bauern abgesehen haben. Das erklärt dann natürlich, warum sie jeden Chinesen, der ihnen über den Weg läuft wie ein dickes Kotelett behandeln.

Weniger genau wird erklärt, warum unser Held ab der Filmmitte beginnt mit Esstäbchen zu trainieren um diese als tödliche Wurfgeschosse verwendet. Im Finale jedenfals nutzt er diese Technik dann genau ein Mal um einem Schergen eine Waffe aus der Hand zu befördern und vergisst seine einzige eigene Technik dann schnell wieder.

boss06Auch technisch befinden wir uns bei dieser Veröffentlichung auf dem aus den 80ern gewohnten und geliebten Niveau. Die Kopie ist zwar recht scharf (und nennt sich remastered), aber immer noch voller Störstreifen und farblich eher ausgeblichen. Der Film liegt in deiner grauseligen englischen und in einer neu erstellten –aber ebenso furchtbaren – deutschen Synchronfassung vor, was aber nicht weiter stört, sondern im Gegenteil den Baddie-Faktor nur noch anhebt. Zumindest hat man darauf verzichtet, den Film „lustiger“ zu machen – man denke da nur an die bescheidene Veröffentlichung des russischen „Guardians“ vor ein paar Wochen.  

Alles in allem würde ich aber trotzdem vom Kauf zum Vollpreis abraten, gäbe es auf dieser Edition nicht noch ein besonderes Schmankerl für den Baddie- und  Bruceploitation-Fan. Schröder spendiert uns nämlich als Bonusfilm das komplette Meisterwerk „Bruce Lee – seine Erben nehmen Rache“, der im Original „The Clones of Bruce Lee“ heißt und für mich einer der lustigsten Filme aller Zeiten ist. Auch hier treffen wir wieder Dragon Lee und Bolo Yeung, aber auch noch Bruce Le, Bruce Lai und Bruce Thai (ernsthaft!). Der Film befindet sich zwar nur in englischer Fassung auf der Scheibe, wurde allerdings offensichtlich von einem spanischen Master gezogen und sah niemals zuvor so gut aus.

boss09So bietet dieser Silberling nicht nur eine deutsche Erstveröffentlichung, auf die man gut und gerne hätte verzichten können, sondern auch noch ein Meisterwerk des schlechten Filmes in einer (den Umständen entsprechenden) atemberaubenden Qualität. Dafür gibt es von mir wieder einen KAUFBEFEHL. Aber schnell zuschlagen, denn wie bei Schröder-Medias Baddie-Kloppern üblich, ist die Scheibe wieder auf nur 1000 Exemplare limitiert.

 

 Dia

P.a.:

Ein paar Worte noch zum Entstehungsjahr des Filmes, das wahlweise mit 1976 oder 1981 angegeben wird. Sollte der Film wirklich aus dem Jahr 1976 stammen dann Hut ab, denn dann wäre die Auswahl der Filmmusik nahezu prophetisch, bedient sich der Film doch (wie bei damaligen chinesischen Produktionen üblich) aus dem Fundus von Hollywood und präsentiert unter anderem Ausschnitte aus John Barrys "The black hole" (1979).

 

 

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Die Giftspritze

Eine kleine Online-Presseschau zum Thema „The last Jedi“

Veröffentlicht am 14. 12. 2017

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poster7Vampiresquer

(GB 1974)

Regie: Roy Ward Baker & Cheh Chang

Drehbuch: Don Houghton

Darsteller: Peter Cushing, David Chiang, Julie Ege, John Forbes-Robertson

 

 Eine Mischung aus Kung-Fu-Spektakel und gothischem Horror schien einst eine gute Idee zu sein. Wie sich der Film über die Jahre gehalten hat kontrolliert für Euch der Sören.

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amacleggClegg

Die Bande des Captain Clegg (1962)

Captain Clegg / Night Creatures

Regie: Peter Graham Scott

Musik: Don Banks

Darsteller: Peter CushingYvonne Romain,
Oliver ReedMichael RipperMilton Reid

Ab dem 12. Mai auf BluRay im Mediabook von ANOLIS 

 

„Die Bande des Captain Clegg“ entpuppt sich als eine echte Wundertüte und bietet eine Gaunerkomödie mit einigen Horrormomente und, zum Ende hin, sogar noch eine nicht erwartete dramatische Tiefe.

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polterquer(USA 2015)

 

Regie: Gil Kenan
Darsteller: Sam Rockwell,
Rosemarie DeWittJared Harris

zur Zeit auf NETFLIX

Da mir der Film heute mal wieder von Netflix vorgeschlagen wurde, konnte ich einfach nicht anders, als das folgende Review einfach nur als Warnung (und gleichzeitig mit dem Gedanken an eine stille Rache fpür die verschwendete Zeit) nochmals zu posten.

Das Lesen macht erheblich mehr Spaß als das Sehen. :)

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jediquer

(USA 2017)

Regie/Buch: Rian Johnson

Musik: John Williams

Darsteller: Daisy Ridley, Adam Driver, Andy Serkis,
Mark Hamill, Carrie Fisher, Billie Lourd
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womanquer

 Frankenstein schuf ein Weib

(GB 1967)

Regie: Terence Fisher

Drehbuch: Anthony Hinds

Darsteller: Peter Cushing, Susan Denberg, Robert Morris

 Mit dem vierten Frankenstein-Film aus dem Hause HAMMER nahmen sich die Engländer erstmals der Gender-Problematik an. Unser politisch korrekter Alexander hat mal reingeschaut...

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Coverwaxwaxquer

Publisher: Horror Soft

Amiga/PC

 Regie: Alan Bridgman, Mike Woodroffe, Simon Woodroffe

Musik: Jezz Woodroffe

Habt ihr Lust auf ein Spiel? Eines so richtig mit Massen an Gewalt und Gore?
Dann seid ihr bei Alexanders Kritik zu Waxworks genau richtig.

Nen Download-Link gibt es natürlich auch dabei...

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posterdarkquer

 (D 2016)

Regie/Buch: Martin Koolhoven

Kamera: Rogier Stoffers

Darsteller: Dakota Fanning, Guy Pearce, Kit Harington, Emilia Jones

 Mit "Brimstone" läuft - obwohl er wie ein klassischer Western vermarktet wird - momentan der wohl EDdigste Film im Kino, den ihr im Dezember zu Gesicht bekommen werdet. Warum das so ist erklärt Euch unsere Kritik...

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brimstone posterbrimstonequer

 

(USA, NL, D, B, S, GB 2016)

Regie/Buch: Martin Koolhoven

Kamera: Rogier Stoffers

Darsteller: Dakota Fanning, Guy Pearce, Kit Harington, Emilia Jones

 Mit "Brimstone" läuft - obwohl er wie ein klassischer Western vermarktet wird - momentan der wohl EDdigste Film im Kino, den ihr im Dezember zu Gesicht bekommen werdet. Warum das so ist erklärt Euch unsere Kritik...

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