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 The Wailing (2016)
Gok-Seong

Südkorea

Regie/Drehbuch: Hong-jin Na

Darsteller: Do-won KwakJung-min HwangJun Kunimura

 

 

ab 12. Oktober im Kino
ab Februar 2018 auf DVD/BluRay

 

 

„Seht meine Hände und meine Füße, ich bin's selber.
Fasst mich an und seht; denn ein Geist hat nicht Fleisch und Knochen,
wie ihr seht, dass ich sie habe.“
Lukas 24, 39


(Eingangszitat des Filmes, macht draus, was ihr wollt :) )

 

Schon wieder geht EVIL ED mit Euch auf eine Reise – diesmal, wie schon sehr oft, nach Südkorea, ein Land, dass in den Dekaden vor der Jahrtausendwende eher dafür bekannt war, sich – analog zu Italien in den 1980ern – immer an erfolgversprechende Filmwellen heranzuhängen und eigene – durchweg billige – Ripofs zu präsentieren. Spätestens aber seitdem Regisseure wie Joon-ho Bong („The Host“ 2004, „Snowpiercer“ 2013, „Okja“ 2017) und Chan-wook Park („Oldboy“ 2004, „Thirst” 2009, "The Handmaiden" 2016) auch international erfolgreich sind, hat sich dort eine tatsächlich sehr eigenständige Filmsprache mit hohem Wiedererkennungs­wert entwickelt. Egal in welchem Genre, koreanische Regisseure legen sehr viel Wert darauf, dass das menschliche Drama in ihren Werken im Vordergrund steht. So ist in „The Host“ das Monster nur Auslöser dafür, das eine wunderschöne Familiengeschichte erzählt wird und das gesamte dramatische Potential von „Oldboy“ entfaltet sich beim ersten Sehen erst in den letzten Sekunden des Filmes, schwebt aber bei jeder weiteren Sichtung wie ein Damoklesschwert über dem Zuschauer.

wailing01Mit „The Wailing“ legt nun Regisseur und Drehbuchautor Hong-jin Na nach seinen Erfolgen mit „The Chaser“ (2008) und „The Yellow Sea“ (2010) nochmal eine Schippe drauf und versaut mir somit all die schönen Witzchen, die ich mir schon zum Thema „jammern“ und „rumheulen“ zurecht gelegt hatte. Aber es wäre ja auch jämmerlich, einen Film runter zu machen, der auf Rotten Tomatoes mit einem Rating von 99% verankert zu sein scheint und der selbst auf der eher „fannisch“ zu nehmenden IMDB noch mit einer kraftvollen 7.5/10 daherkommt.

Dabei ist die erzählte Geschichte weder besonders originell noch in irgendeiner Form weltbewegend. In einer kleinen Gemeinde in der Nähe von Seoul beginnen einige Leute sich seltsam zu benehmen, was teilweise dafür sorgt, dass sie ihre Angehörigen in einem plötzlichen Blutrausch umbringen. Der rundliche Polizist Jong-goo (Do-won Kwak) und sein Kollege Il-gwang (Jung-min Hwang) vermuten – ebenso wie das halbe Dorf - dass ein erst vor kurzem hinzugezogene alte Japaner (Jun Kunimura) an den Vorkomnissen beteiligt ist. Während unsere beiden Helden versuchen dem alten Mann irgendetwas nachzuweisen, verschlimmert sich unmerklich die Situation im Dorf. Immer mehr Leute erkanken, es kommt zu immer wahnwitzigeren Zwischenfällen.

Das klingt schwer nach einem weiteren Virus-Zombiefilm, wie man sie schon zu gefühlt tausenden gesehen hat, wechselt aber recht schnell die Richtung und katapultiert sich innerhalb sehr kurzer Zeit ganz weit fort von allem Einheitsbrei.

wailing03Dabei ist der Einstieg in diesen 150 Minuten langen Film sogar recht sperrig für eher europäisch/amerikanisch geeichte Kinozuschauer, denn dort gibt es einige Beispiele des ganz eigenen asiatischen Humors und der reizt eher mein Fremdschämzentrum als mein Zwerchfell. Doch bereits in diese ersten 30 Minuten beginnt der audiovisuelle Sog des Filmes damit, den Zuschauer einzulullen. Die langsamen, durchkomponierten Bilder, der eher subtile hypnotische Soundtrack arbeiten zusammen mit der gefühlten Realität der Bilder. Zusammen mit unseren beiden Helden werden wir immer tiefer in dieses Puzzle hineingezogen, wir werden den ganzen Film über niemals mehr wissen als sie und erleben das Grauen sozusagen durch ihre Augen. Das wird dann besonders unangenehm, wenn Jong-goos Tochter ungefähr in der Filmmitte an der unheimlichen Krankheit zu leiden beginnt (die offiziell als eine Folge schlechter Pilze dargestellt wird) und sich fortan gebährdet wie Regan MacNeil. Hierfür haben dann logischerweise weder die hinzugezogene Doktorenschaft, noch der christliche Priesteranwärter oder der örtliche Schamane eine Erklärung oder ein funktionierendes Hilfeangebot.

wailing06Wie gesagt wird auch der Zuschauer den kompletten Film über im Ungewissen gelassen. Ist das ganze eine Massenpsychose, ist vielleicht wirklich etwas dran an der Pilzgeschichte, haben wir es mit Fällen von Besessenheit zu tun oder ist doch etas ganz anderes der Grund für all das Grauen?

Ebenso wie der vergleichbare „The Exorcist“ gibt auch „The Wailing“ keine endgültigen und klaren Antworten und auch in anderen Punkten erinnert vieles in dem Film an Friedkins Klassiker des Horrorfilms. Das beginnt mit der visuellen Gestaltung – wie bereits erwähnt sind die Bilder alle sehr schön durchkomponiert, weite Strecken des Filmes bestehen aus echten Außenaufnahmen und wir bekommen durchgehende eine „natürliche“ Beleuchtung geboten, was die wenigen optischen Schocks erheblich wirkungsvoller macht. Den auch wenn man das bei einem aisatischen Film eher anders erwarten würden, hält sich „The Wailing“ in punkto Gewaltdarstellung eher zurück und zeigt generell zumeist nur das „Nachher“.

02neuDas soll aber nicht heißen, dass er keine Angst erzeugen kann und nicht unheimlich wäre, denn auch in dieser Beziehung bedient sich Hong-jin Na deutlich beim Vorbild und erzeugt mit interessanten Bild- und Tonkombinationen ein unterschwelliges fieses Grauen, dass sich im Zuschauer festsetzt. Zwischenzeitlich bombardiert er uns dann mit Sequenzen, die tatsächlich nahezu unterträglich erschreckend sind, wie zum Beispiel eine Beschwörung des Schamanen, die mit der Reaktion des zu exorzierenden Mädchen parallel geschnitten ist.

Regisseur Hong-jin Na hat Friedkins Exorcist nicht nur gesehen, sondern vor allem
auch verstanden. "The Wailing" ist eine interreligiöse Variante des Klassikers -
ein Angstmacher, der lange nachwirkt.

 

Sicherlich wird „The Wailing“ nicht jeden Horrorfilmfan überzeugen können, wie auch „The Babadook“ oder „The VVitch“ wird er die Lager spalten. Wer in der Lage ist, sich 150 Minuten von einer düsteren Atmosphäre einfangen zu lassen und für den Horror mehr ist, als nur zerrissene Menschen und Blutgespritze, wird sicherlich auf seine Kosten kommen – und für die anderen gibt es ja immer noch die „Saw“-Filme und ähnliche Metzelorgien.

Pierrot le Fou beweist somit (nach dem ebenfalls großartigen "Night of the Virgin") wieder einmal mehr ein sicheres Händchen bei der Auswahl außergewöhnlicher Genrestoffe. Ich freue mich schon auf den kommenden Kinobesuch, vor allem aber auch auf die Veröffentlichung (geplant 23. Februar 2018) als Nummer 11 im Rahmen der "Uncut Mediabook-Reihe" und speziell auf hoffentlich eine Menge Extras, die mir mehr Infos über die Hintergründe des Filmes bieten können. 

 

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Kommentare   

+1 # RE: The Wailing (2016) - ab Januar 2018 auf DVD/BluRayAnubis 2017-09-28 11:07
Danke für "das Appetit" machen ;-)
Film ist definitiv vorgemerkt und sollte er nur halbwegs so spannend und atmosphärisch wie "the witch" werden kann nichts schiefgehen.
Ich bin gespannt :-)
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Hp News

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Thor: Ragnarok (2017)
Thor – Tag der Entscheidung

Regie: Taika Waititi

Darsteller: Chris Hemsworth, Tom Hiddleston,
Cate Blanchet, Jeff Goldblum,
Anthony Hopkins, Mark Ruffalo


Man hätte ihn auch den "Thor/Hulk" oder "Thor/Loki"-Film nennen können. Mit "Thor: Ragnarok" startet zu Halloween ein Marvelfilm in unseren Kinos, der sich als eine Mischung aus schenkelklopfender Komödie und Buddy-Film entpuppt und in beiderlei Richtung alles richtig macht.

Falls ihr noch keine Tickets habt - jetzt vorbestellen, es lohnt sich...

 

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Mark Strong

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Frank widmet dem großen Italiener mit der seltsamen Filmografie einen kleinen Nachruf.

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Mark Strong

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Kingsman: The golden Circle (2017)


Regie: Matthew Vaughn
Darsteller: Taron Egerton, Colin Firth, Mark Strong


Man glaubt es kaum, aber der zweite Film über den "Kingsman" der "Kingsmen" legt in jeglichen Belangen noch eine Schippe drauf.

Warum das funktioniert, obwohl es eingentlich nicht dürfte (siehe "John Wick 2") versucht Trashbox zu ergründen.

 

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posterWestworld (2016, TV)
Staffel 1 – Das Labyrinth

10 Episoden – ca. 600 Minuten

ab 23. November auf DVD/Blu
jetzt bei SKY


TV-Serien nach erfolgreichen Serien sind in Mode. Meist aber reicht der Plot des zugrunde liegenden Werkes nicht aus, um 10 und mehr Stunden zu füllen.

Da gilt es dann andere Wege zu gehen und "Westworld" macht das auf eine sehr geschickte Weise. Einerseits haben wir es somit mit einer - sehr gelungenen - Forsetzung zu tun, auf der anderen aber auch mit einer sich höchst modern anfühlenden Serie, in der der Mensch (ob echt oder künstlich) im Mittelpunkt steht.

 

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A Monster calls (2016)
Sieben Minuten nach Mitternacht

Regie: J.A. Bayona

Buchvorlage/Drehbuch: Patrick Ness

Musik: Fernando Velázquez

Darsteller: Lewis MacDougallSigourney Weaver,
Felicity JonesLiam NeesonGeraldine Chaplin

ab 19.Oktober auf BluRay/DVD

 

Dieser Film stellt mich auf eine harte Probe, denn wie soll ich eine Kritik zu etwas schreiben, dass ich für den besten Film des letzten Jahres halte.

Also gebe ich Euch im folgenden Artikel nur ein paar (spoilerfreie) Fakten mit an die Hand und bitte Euch ganz einfach ins Kino zu gehen.

Ihr werdet es nicht bereuen. 

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Bride of Chucky (1998)
Chucky und seine Braut

Regie: Ronny Yu

Drehbuch: Don Mancini

Musik: Graeme Revell

Darsteller: Jennifer Tilly, Katherine Heigl,
Brad Dourif, John Ritter


5 Jahre sollte es bis zum nötigen Reboot der Chucky-Serie dauern. Glücklicher Weise beschloß man einen anderen Weg zu gehen und würzte das neuerliche Sequel mit einer Menge schwarzem und Nerd-Humor sowie einer Masse an Splatter.

Kai hat das Werk nochmal für Euch besucht...

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 Mother (2017)

Regie/Buch: Darren Aronofsky

Kamera: Matthew Libatique

Darsteller: Jennifer Lawrence
Javier BardemEd Harris,
Michelle PfeifferDomhnall Gleeson  

 

 

Wenn man die Kritiken im Internet und auf Facebook und Co. liest, könnte man auf den Gedanken kommen, dass fast niemand MOTHER! wirklich verstanden hat. Unser Autor Trashbox spricht in seiner Analyse einige Punkte an, die die normale Kritik gerne übersieht, da dem 08/15-Schreiberling einfach die persönlichen Erfahrungswerte fehlen.

ACHTUNG:
Im Gegensatz zun unseren "normalen" Einträgen seid ihr diesmal NICHT vor Spoilern geschützt...

 

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Des Königs neue Kleider

S03E01 Release: 15.10.2017

Nun ist vorbei mit der Ruhe. Eure Ohren sollen bluten.

EVIL ED ist zurück und es gibt einiges an Neuigkeiten zu vermelden.

Ansonsten kümmern wir uns intensiv um Stephen King, streifen an dem leider verstorbenen Tobe Hooper vorbei und haben zum Abschluß die wahrscheinlich traurigste Komödie aller Zeiten.

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Johnteaser

Portrait: John McNaughton
(*13.01.1950)


Mit "The Harvest", der im November auch auf deutsch unter dem Titel "Haus des Zorns" erscheinen wird, hat John McNaughton wieder bewiesen, dass er der wohl am meisten unterschätzte Horror-Regisseur, der 80er Jahre Generation ist.

Auch zwischen Henry (1986) und eben genanntem "The Harvest" (2013/15) gibt es noch einiges zu entdecken.

Ein kleines Portrait eines vergessenen Großen.

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Most likely to die (2015)
Most likely to die

Regie: Anthony DiBlasi 

Darsteller: Chad AddisonTess Christiansen,
Perez Hilton, Jake Busey
A
ktuell auf NETFLIX


Wenn das Schlachtfest beginnt, hat man das Gefühl eine Zeitreise in die wilden 80er angetreten zu haben. Geschickt wird die Intensität der handgemachten Splattereffekte von Sequenz zu Sequenz gesteigert, während sich die Protagonisten durchweg dämlich verhalten und sich der Killer als der Teleportation fähig erweist.

Alles wie in der guten alten Zeit halt.

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