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phantasm01PHANTASM – Das BÖSE
endlich aus dem Giftschrank befreit
und
ab 29. September als Mediabook

 

 

Und wieder ist ein Klassiker den nationalen Giftschränken entkommen. Zunächst ab 16, später ab 18, danach abgewertet, indiziert und schließlich vom AG München begraben. Viele Jahre später und fast vergessen wurde er kürzlich vom AG Tiergarten wiederbelebt und seitens der BPjM rehabilitiert. Nun hat die FSK zur Feier des Tages noch eine Jugendfreigabe spendiert und alles ist wieder so wie früher.

Schön. Schön Schön!

Ja, die Rede ist von Phantasm, hierzulande auch bekannt als „Das Böse“. Aber wie böse ist der Streifen eigentlich wirklich? War er es wirklich wert so gegängelt zu werden, oder zieht er seinen Ruhm bloß als kollaterales Opfer von Indizierungswahn und Vertriebsgenozid? Vier Fortsetzungen sprechen schon mal für sich, aber das wirklich bemerkenswerte ist eigentlich seine Existenz als solcher oder besser gesagt seine Entstehungsgeschichte.

phantasm08Ein erster Blick auf die Crew sagt diesbezüglich schon eine Menge aus:

Drehbuch, Regie, Kamera & Schnitt:

Don Coscarelli

Produzent und Statist:
Dac Coscarelli (Der Papa von Don)

Szenenbild, Makeup, Kostüme und Statist:
Kate Coscarelli (Die Mama von Don)

 

Ja der Film ist ein ziemliches Familienprojekt. Auch wenn Don Coscarelli wahrscheinlich wie ein Hermann Hoffmann am liebsten alles selber gemacht hätte, so hat er trotzdem ein recht glückliches Händchen gehabt, was seine zusätzlichen Mitstreiter angeht. Oh Du kennst gar keinen Hermann Hoffmann? Das ist schade, aber zum Glück in diesem Augenblick ziemlich irrelevant, einfach mal bei Gelegenheit nach "Sender Zitrone" suchen.

Wo war ich? Ach ja, Don Coscarelli hatte bereits zwei Filme gemacht und wollte als nächstes einen Horrorfilm drehen. Das Skript schrieb er alleine in einer einsamen Hütte, in der seine Gedanken mit jedem Tag ein wenig verrückter wurden. Dann galt es einen Geldgeber zu finden, was sich aber derart schwierig erwies, dass irgendwann sein Vater seine Ersparnisse opferte, um seinem Sohn diesen Traum zu verwirklichen.

phantasm07Der Geldmangel wurde schließlich zum Konzept. So stand die Hälfte der Schauspieler als absolute Laien vielfach zum erstem Mal vor der Kamera und es wurde bei jeder Szene immer das was irgendwie möglich war maximal ausgenutzt. Darum gibt es zum Beispiel sehr viele Kamerafahrten im Mausoleum, weil der Boden dort so eben war, dass diese auch ohne teure Dolly Tracks umgesetzt werden konnten.

Eine reine Drehphase war nicht möglich, also wurde immer mal wieder ein intensives Wochenende gedreht und dann wieder längere Zeit Pause gemacht. So zogen sich die Dreharbeiten fast ein Jahr hin. Dies führte wiederum zu Folgeproblemen, wie zum Beispiel der Größenwandel des sich gerade in einer Wachstumsphase befindliche Michael Baldwin. Doch konnte dieser, genauso wie das gestutzte Haar von Angus Scrimm sehr gut versteckt werden.

phantasm02Das Team muss unglaublich gut funktioniert haben, denn immer wieder bekam Coscarelli ungeplante Unterstützung. Zum Beispiel hatte der für eine Szene angeheuerte FX Techniker Roger George noch ordentlich Material von einem anderen Dreh übrig und spendete dieses bereitwillig dem Film. Oder Joseph Westheimer, dessen Firma viele Star Trek Effekte gestaltete, baute einen originalen Effekt aus der Serie ein.

Selbst beim Verkauf des Films hatte man Glück. Der Filmkritiker Charles Champlin hatte Mitleid mit Dac Coscarelli und sah sich eine Rohschnitt Fassung an. Er war davon derart angetan, dass er am nächsten Tag dem Präsidenten von Universal Pictures davon erzählte. Die daraus folgende Vorführung bei Universal endete schließlich mit einem Kauf, so dass Papa sein Geld frühzeitig zurückbekam.

Soweit ist das alles schon recht beeindruckend. Aber was für ein Film ist „Phantasm“ letztendlich geworden?

phantasm04Die im Film erzählte Geschichte beeindruckt im Gegensatz zur Entstehungsgeschichte schon mal so ganz und gar nicht: Der Teenager Mike lebt bei seinem Bruder Jody, der sich seit dem Unfalltod ihrer Eltern um ihn kümmert. Bei einer Beerdigung fällt Mike das seltsame Verhalten des „Tall Man“ auf und er beginnt ihn zu beobachten. Dieser ist über die Nachforschungen ganz und gar nicht erfreut und Mike widerfahren nun immer seltsamere Dinge. Letztendlich glaubt Jody ihm und sie nehmen gemeinsam den Kampf auf.

Die Dialoge und das Verhalten der Figuren gestalten sich unglaublich stereotyp und seltsame Subplots bremsen die Geschichte immer wieder aus. Die große Stärke des Films liegt zweifellos in der fantastischen Atmosphäre, welche durch die großartige Kamera zusammen mit einem starken Soundtrack aufgebaut wird. Wirklich gelungen baut der Film viel Suspense auf und ist, selbst wenn einem der Fortgang eigentlich nicht interessiert, bemerkenswert spannend. Und auch die Effekte funktionieren nach so langer Zeit immer noch hervorragend!

phantasm06Auch wenn Phantasm immer wieder am Rande der Lächerlichkeit wandelt, so kriegt er doch immer wieder die Kurve. Ich denke, es ist dieser allgegenwärtige Minimalismus in Kombination mit dem jederzeit spürbaren Enthusiasmus, was den Film funktionieren lässt. Die Stimmung ist mystisch, es kann alles passieren und die Erklärungen belaufen sich auf das Nötigste. Dazu kommt noch, dass alle Fäden tatsächlich am Ende wieder zusammenlaufen und so die Geschichte zwar nicht unbedingt besser, aber zumindest rund wird. Eine Tugend, die heute auch nicht mehr jeder Regisseur beherrscht.

Und die Indizierung? Und das Verbot? Und die Einziehung?

phantasm05Nun ja, es gibt da zwei, vielleicht drei etwas härtere Szenen, die aber zusätzlich zum Schockmoment auch inhaltliche Wendepunkte in der Geschichte markieren. Den Zensoren in dieser Zeit fehlte es aber mitnichten nur an geistiger Fähigkeit dies zu erkennen, sie wollten es schlichtweg auch nicht. Es fiel die geistige Klappe und in ihrem Größenwahn meinten sie, alles was ihnen nicht gefällt durch Verbote aus der Welt schaffen zu können.

 

Vielleicht ist es ihnen heute ja, und sei es auch nur in diesem Fall, mittlerweile peinlich.

Wäre schön, glaube ich aber nicht.

 

Sören

 

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gift spoiler

Die Giftspritze

Eine kleine Online-Presseschau zum Thema „The last Jedi“

Veröffentlicht am 14. 12. 2017

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poster7Vampiresquer

(GB 1974)

Regie: Roy Ward Baker & Cheh Chang

Drehbuch: Don Houghton

Darsteller: Peter Cushing, David Chiang, Julie Ege, John Forbes-Robertson

 

 Eine Mischung aus Kung-Fu-Spektakel und gothischem Horror schien einst eine gute Idee zu sein. Wie sich der Film über die Jahre gehalten hat kontrolliert für Euch der Sören.

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amacleggClegg

Die Bande des Captain Clegg (1962)

Captain Clegg / Night Creatures

Regie: Peter Graham Scott

Musik: Don Banks

Darsteller: Peter CushingYvonne Romain,
Oliver ReedMichael RipperMilton Reid

Ab dem 12. Mai auf BluRay im Mediabook von ANOLIS 

 

„Die Bande des Captain Clegg“ entpuppt sich als eine echte Wundertüte und bietet eine Gaunerkomödie mit einigen Horrormomente und, zum Ende hin, sogar noch eine nicht erwartete dramatische Tiefe.

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polterquer(USA 2015)

 

Regie: Gil Kenan
Darsteller: Sam Rockwell,
Rosemarie DeWittJared Harris

zur Zeit auf NETFLIX

Da mir der Film heute mal wieder von Netflix vorgeschlagen wurde, konnte ich einfach nicht anders, als das folgende Review einfach nur als Warnung (und gleichzeitig mit dem Gedanken an eine stille Rache fpür die verschwendete Zeit) nochmals zu posten.

Das Lesen macht erheblich mehr Spaß als das Sehen. :)

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jediquer

(USA 2017)

Regie/Buch: Rian Johnson

Musik: John Williams

Darsteller: Daisy Ridley, Adam Driver, Andy Serkis,
Mark Hamill, Carrie Fisher, Billie Lourd
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womanquer

 Frankenstein schuf ein Weib

(GB 1967)

Regie: Terence Fisher

Drehbuch: Anthony Hinds

Darsteller: Peter Cushing, Susan Denberg, Robert Morris

 Mit dem vierten Frankenstein-Film aus dem Hause HAMMER nahmen sich die Engländer erstmals der Gender-Problematik an. Unser politisch korrekter Alexander hat mal reingeschaut...

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Coverwaxwaxquer

Publisher: Horror Soft

Amiga/PC

 Regie: Alan Bridgman, Mike Woodroffe, Simon Woodroffe

Musik: Jezz Woodroffe

Habt ihr Lust auf ein Spiel? Eines so richtig mit Massen an Gewalt und Gore?
Dann seid ihr bei Alexanders Kritik zu Waxworks genau richtig.

Nen Download-Link gibt es natürlich auch dabei...

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posterdarkquer

 (D 2016)

Regie/Buch: Martin Koolhoven

Kamera: Rogier Stoffers

Darsteller: Dakota Fanning, Guy Pearce, Kit Harington, Emilia Jones

 Mit "Brimstone" läuft - obwohl er wie ein klassischer Western vermarktet wird - momentan der wohl EDdigste Film im Kino, den ihr im Dezember zu Gesicht bekommen werdet. Warum das so ist erklärt Euch unsere Kritik...

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brimstone posterbrimstonequer

 

(USA, NL, D, B, S, GB 2016)

Regie/Buch: Martin Koolhoven

Kamera: Rogier Stoffers

Darsteller: Dakota Fanning, Guy Pearce, Kit Harington, Emilia Jones

 Mit "Brimstone" läuft - obwohl er wie ein klassischer Western vermarktet wird - momentan der wohl EDdigste Film im Kino, den ihr im Dezember zu Gesicht bekommen werdet. Warum das so ist erklärt Euch unsere Kritik...

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