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Nächte des Grauens

(GB 1966)

 

Regie: John Gilling

Drehbuch: Peter Bryan

Darsteller: , Michael Ripper


 

plague01Es gilt ja inzwischen als Forschungsstand, dass die Hammer-Studios mit dem Aufkeimen der moderneren Horrorfilme um Zombies und kettensägende Psychopathen nach und nach ins Hintertreffen gerieten bzw. letztlich den Anschluss verpassten. Insofern ist es sehr interessant, dass sich die Briten bereits drei Jahre vor George A. Romeros sozialkritischer Rundumerneuerung des Genres durch „Night of the Living Dead“ ebenfalls des Themas der lebenden Leichen annahmen.

Allerdings bleibt John Gillings an den gleichen Drehorten und weitgehend in den selben Sets wie „The Reptile“ (beide Filme wurden simultan gedreht, weshalb Jaqueline Pearce und Michael Ripper ebenfalls wieder mit von der Partie sind) entstandene „The Plague of the Zombies“ noch ganz in der Tradition des Voodoo-Glaubens verhaftet und bildet somit auch inhaltlich ein reizvolles Gegenstück zur etwas später im gleichen Jahr veröffentlichten Mär von der Schlangenfrau. Denn hüben wie drüben sind aus den Kolonien importierte (Un-)Sitten für allerlei unheimliche Vorkommnisse im beschaulichen Cornwall verantwortlich, gewissermaßen rächen sich die einstmals Ausgebeuteten nun am Empire, indem sie die typische britische Steifheit mit ausgelassener Sexualität konfrontieren.

plague06Anders als in „The Reptile“, wo die Beweggründe des Oberbösewichts eher schwammig bleiben, gibt es in „Plague…“ sogar einen im Geheimen operierenden finsteren Kult. Bereits in der Eröffnungsszene werden wir Zeuge eines Voodoo-Puppen-Rituals irgendwo in einer Höhle, inklusive Bongo-Trommeln für das nötige exotische Flair, durch das der hübschen Jaqueline Pearce schlimme Alpträume beschert werden – anscheinend hatte Gilling wohl Spaß daran, sie wiederholt als ferngesteuertes Opfer zu präsentieren. Doch bei Schlafstörungen bleibt es in den „Nächten des Grauens“ (deppiger deutscher Titel mal wieder) selbstverständlich nicht, tatsächlich beklagt der örtliche Arzt, dass zahlreiche Dörfler nach und nach ermatten und entkräften um schließlich den Löffel abzugeben.

Das ruft seinen Doktorvater Sir James Forbes (André Morell) auf den Plan, der gemeinsam mit seiner Tochter, dem Arzt und einem freundlichen Polizeisergeanten (M. Ripper) gleich soviel Licht ins Dunkel bringt, dass auch in diesem Film am Ende die Hütte niederbrennt. plague03Vorher erheben sich aber die Toten aus den Gräbern und nehmen in ihren Kutten Fulcis „Zombi 2“ und seine italienischen Epigonen vorweg, auch wenn das Makeup nicht ganz so drastisch daherkommt.

Hinter dieser im Direktvergleich mit den Italienern noch sehr vornehm bleibenden Zombieplage steckt übrigens ein feiner Herr namens Clive Hamilton (John Carson). Dieser hat sich einige Zeit lang in Haiti herumgedrückt, ist dort vermutlich bei Murder Legendre zur Schule gegangen und weil er sich zum Arbeiten zu schade ist versklavt er nun die armen Dörfler, damit diese als Untote in seinem Bergwerk schuften. Wodurch die Verortung der Handlung in der für Hammerfilme üblichen Zeit irgendwann kurz nach der Industrialisierung[1] nicht nur für die gewohnt opulente Ausstattung sorgt, sondern im Zusammenhang mit der Sozialen Frage durchaus Sinn macht, geht es im Kern doch um das Elend der Proletarier, die durch den technologischen Wandel, den Dampfmaschine und Spinning Jenny mit sich brachten, zu entfremdeter Arbeit genötigt bzw. zum Humankapital degradiert werden. plague02Und anders als in „The Reptile“ verwässert Gilling diesen ziemlich marxistischen Ansatz nicht einmal damit, dass schließlich doch noch kolonialistische Feindbilder bemüht werden, vielmehr stützt der Umstand, dass ein britischer Gentleman der Bösewicht ist sogar die von Henry S. Whitehead in seinem Essay „Obi in the Carribean“ formulierte These, wonach der Zombie-Aberglauben von den Kolonialmächten erfunden oder zumindest tatkräftig gefördert wurde, um die indigene Bevölkerung der Westindischen Inseln mit einem vielseitig verwendbaren Butzemann im Schach zu halten.[2] Klischeehaft ist in „The Plague of the Zombies“ daher lediglich die farbige Bongo-Combo.

Erwähnenswert ist in diesem Zusammenhang ebenfalls, dass Gilling auch in diesen Film zahlreiche kleinere Anspielungen auf den gesellschaftlichen Wandel der 60er Jahre einstreut. Zwar ist die Tochter von Professor Forbes noch nicht ganz so emanzipiert wie die Frau von Captain Spalding, und unterm Strich bleiben die Frauen in der „Plague…“ generell auf die Opferrolle beschränkt, doch deutet sich ein neues Selbstverständnis der Frau immerhin bereits im lockeren Umgang mit ihrem Vater an, wenn sie mit sichtlichem Spaß an der Ironie die Ernsthaftigkeit des professoralen alten Mannes konterkariert. Zumal die beiden Akademiker etwas später beim Geschirrspülen sogar die Teller zerdeppern und das Töchterlein obendrein auch noch eine Parforcegesellschaft in die falsche Richtung lotst, damit dem Fuchs nichts geschieht (Tierschutz wird auch in „The Reptile“ angesprochen, in „Plague…“ wird dieses Thema allerdings direkt mit einem Angriff auf die Tradition verbunden; die Parforcejagd sorgte lange für Kontroversen und ist in Großbritannien erst seit 2005 verboten).

plague08Weniger marxistisch als vielmehr vulgärfreudianisch hingegen gerät schließlich der Nebenplot um die Rettung der blonden Unschuld aus den Klauen des barbarischen Ritus: denn selbstverständlich gedenkt Hamilton, seine Untaten durch ein Menschenopfer zu krönen, das überdeutlich als sexuelle Ersatzhandlung inszeniert wird. Wenn der Mensch erstmal zum bloßen Objekt erniedrigt wird ist es allerdings nur folgerichtig, dass das solcherart entstandene Material nicht nur als Arbeitskraft missbraucht wird sondern auch im Wortsinne, weshalb das genüssliche Zücken des Dolches und die gründliche Überprüfung der Klingenschärfe gut ins Gesamtbild passen. Und dass dieser „Opferung“ auch noch das „erste Blut“ vorangeht (Tochter schneidet sich in Anwesenheit von Hamilton an einem zerbrochenen Glas in die Finger) versteht sich von selbst.

Im Doppelpack mit „The Reptile“ ergibt sich jedenfalls ein stimmungsvoller Filmabend, denn durch die inhaltlichen Überschneidungen und Abweichungen, bekannte Handlungsorte und Gesichter im veränderten Kontext, pflegen die beiden Filme gewissermaßen eine eigenwillige Kommunikation miteinander, ohne dass man hinterher sagen könnte, welcher denn jetzt besser war. plague07Wenn man überhaupt zu einer Wertung kommt, dann vielleicht, dass „The Plague of the Zombies“ temporeicher ist und vieles vorwegnimmt, was später zur Standardzutat eines jeden Zombiefilms werden sollte. Insbesondere die Auferstehungssequenz (die hier allerdings nur als Alptraum stattfindet) mit den schiefen Kameraeinstellungen ist hier hervorzuheben, aber auch die brennenden Zombies oder die für einen vor dem Losrollen der Splatterwelle entstandenen Film bemerkenswerte Härte – bereits hier gibt es eine Köpfung mit dem Spaten zu sehen – wurden später immer wieder zitiert. Und allzu häufig ohne John Gillings formales Geschick im Erschaffen einer schaurig-schönen Gruselatmosphäre.

[1] Anmerkung: Großbritannien war in der viktorianischen Zeit, die den historischen Hintergrund der meisten Hammer-Filme bildet, zwar bereits weitgehend industrialisiert, Gebiete wie Cornwall waren allerdings gesellschaftlich ziemlich rückständig, ein Squire wie Hamilton hatte noch nahezu unumschränkte Macht und sogar Zinnminen gab es dort (nebst häufigen Unfällen).

[2] Whitehead, Henry S.: West India Lights, Sauk City 1946


Alexander

Trailer englisch

 

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(GB 1962)

Sie sind verdammt / Hallucination / On the Brink / Malditos


Regie: Joseph Losey
Darsteller: Oliver Reed, MacDonald Carey, Shirley Ann Field
nach dem Roman „Kinder des Lichts“ von H.L. Lawrence

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(USA 1981)

Barbaras Baby - Omen III / A Profecia III - O Conflito Final / De sju knivarna - Omen III / Tegnet III: De Syv Knive

Regie: Graham Baker

Musik: Jerry Goldsmith

Darsteller: Sam Neill, Rossano Brazzi, Don Gordon
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joshquer

(USA 2007)
Teufelskind Joshua / Devil´s Child / Joshua - Der Erstgeborene

Regie: George Ratliff 
Darsteller: Sam Rockwell, Vera Farmiga, Jacob Kogan

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(USA 1978)

Förbannelsen / Predskazanje II / La maledizione di Damien

Regie: Don Taylor, Mike Hodges

Darsteller: William Holden, Lee Grant, Jonathan Scott-Taylor, Robert Foxworth,
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(Deutschland 1964)
The Mysterious Magician / El mago contra Scotland Yard / Massemorderen fra Back-Street

Regie: Alfred Vohrer

Drehbuch: Herbert Reinecker

Darsteller: Joachim Fuchsberger, Heinz Drache, Sophie Hardy, Siegfried Lowitz, Eddi Arent, René Deltgen
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(UK 1960)
Das Dorf der Verdammten
/ Het dorp der vervloekten / The Midwich Cuckoos

Regie: Wolf Rilla
Darsteller: , , ,

nach dem Roman „Kuckuckskinder“ von John Wyndham
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(USA 2018)

Hereditary - Das Vermächtnis / El Legado Del Diablo

Regie/Drehbuch: Ari Aster

Musik: Colin Stetson

Darsteller: Toni Collette, Gabriel Byrne, Alex Wolff, Milly Shapiro 
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brimstone posterbrimstonequer 

(USA, NL, D, B, S, GB 2016)

Regie/Buch: Martin Koolhoven

Kamera: Rogier Stoffers

Darsteller: Dakota Fanning, Guy Pearce, Kit Harington, Emilia Jones

Ab heute fürs Heimkino erhältlich

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(USA 1976)

Das Omen / A Profecia / Pretkazanje / De vervloeking

Regie: Richard Donner

Darsteller: Gregory Peck, Lee Remick, David Warner, Harvey Stephens 
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(USA 1971)

Ratman's Notebooks / Rotat / La revolución de las ratas

Regie: Daniel Mann

Darsteller: Bruce Davison, Sondra Locke, Elsa Lanchester, Ernest Borgnine

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Orphan - Das Waisenkind / Esther / Ottolapsi (finnisch)

(United States/Canada/Germany 2009)

Regie:  Jaume Collet-Serra

Darsteller:Isabelle FuhrmanVera FarmigaPeter Sarsgaard

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Das Böse / Fantasma / The Never Dead / Morningside

(USA 1979)

Regie/Drehbuch: Don Coscarelli

Musik: Fred Myrow

Darsteller: A. Michael Baldwin, Bill Thornbury, Reggie Bannister, Angus Scrimm


Endlich aus dem Giftschrank befreit und
Jetzt sogar auf Kinotour 

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(USA/GB 2016)
She Who Brings Gifts / Melanie: Apocalipsis Zombi / The Last Girl - Celle qui a tous les dons

Regie: Colm McCarthy

Drehbuch/Vorlage: Mike Carey

Darsteller: Sennia Nanua, Gemma Arterton, Paddy Considine, Glenn Close

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(USA 1956)

Die Schreckenskammer des Dr. Thosti / A Torre dos Monstros / Dr. Cadman's Secret

Regie: Reginald Le Borg

Darsteller: Basil Rathbone, Herbert Rudley, Akim Tamiroff,
Lon Chaney Jr., John Carradine, Bela Lugosi, Tor Johnson

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Tears of Kali – The Dark Side of New Age, Lacrime di Kali, La Face Sombre Du New Age

(Deutschland 2004)

Regie/Drehbuch: Andreas Marschall
Darsteller: Pietro Martellanza, Mathieu Carriére

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(USA 2017)

ab 31. Mai auf DVD/BluRay

Regie: Alexander Payne

Buch: Alexander Payne, Jim Taylor

Darsteller: Matt Damon, Christoph Waltz, Hong Chau, Udo Kier, Kristen Wiig

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(Deutschland 1983 - TV-Film)

Regie: Rainer Boldt

Drehbuch: Rainer Boldt, Hans Rüdiger Minow

Darsteller: Jo Bolling, Werner Eichhorn, Thomas Kollhoff

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We are the night / Bloody Party / Geceler Bizim

(Deutschland 2010)


Regie: Dennis Gansel

Darsteller: Karoline Herfurth, Nina Hoss, Jennifer Ulrich, Anna Fischer, Max Riemelt
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Gewinnspiel

"Wie sollen wir heißen?"

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(D 1973)

Regie: Ulli Lommel

Buch, Idee, Ausstattung: Kurt Raab

Produktion: Rainer Werner Fassbinder

Darsteller: Kurt Raab, Jeff Roden, Ingrid Caven, Brigitte Mira, Rosel Zech, Rainer Werner Fassbinder 
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(Deutschland 1974)

Regie: Heinz Schirk

Drehbuch: Karlhans Reuss, Derrick Sherwin

Produktion: Saarländischer Rundfunk

Darsteller: Dieter Hallervorden, Arno Assmann
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(Deutschland 1970)
Mark of the Devil

Regie & Drehbuch: Michael Armstrong & Adrian Hoven

Darsteller: Herbert Lom, Udo Kier, Olivera Katarina, Herbert Fux, Adrian Hoven

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(Deutschland 1973)
Mark of the Devil 2

 Regie: Adrian Hoven

Mit: Erika Blanc, Anton Diffring, Percy Hoven, Adrian Hoven, Reggie Nalder

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ab 18.Mai auf DVD/BluRay 

Regie/Drehbuch/Vorlage: Makoto Shinkai

Musik: Radwimps

Darsteller: Ryûnosuke Kamiki,
Mone Kamishiraishi, Ryô Narita

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(USA 2018)

Regie: Ron Howard

Musik: John Powell, John Williams (Han Solo-Theme)

Drehbuch: Jonathan Kasdan, Lawrence Kasdan

Darsteller: Alden Ehrenreich, Joonas Suotamo, Woody Harrelson, Emilia Clarke, Donald Glover

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Hellraiser - Das Tor zur Hölle / Sadomasochists from Beyond the Grave / Le Pacte / Puerta al infierno / Pekelník

(UK 1987)

Vorlage, Drehbuch und Regie: Clive Barker

Musik: Christopher Young

Mit: Andrew Robinson, Clare Higgins, Ashley Laurence, Sean Chapman, Doug Bradley

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(USA 2018)

Regie: David Leitch

Drehbuch: Rhett Reese, Paul Wernick, Ryan Reynolds

Darsteller: Ryan Reynolds, Josh Brolin, Morena Baccarin, Zazie Beetz

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(Deutschland 1987)


Regie: Jörg Buttgereit

Musik: John Boy Walton, Bernd Daktari Lorenz

FX: Franz RodenkirchenBernd Daktari Lorenz

Darsteller: Bernd Daktari Lorenz, Beatrice Manowski, Harald Lundt
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A beautiful day

(USA / GB / France 2018)

Regie/Drehbuch: Lynne Ramsay

Buchvorlage: Jonathan Ames

Darsteller: Joaquin Phoenix, Judith Roberts, Ekaterina Samsonov

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