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In dieser Rubrik präsentiert uns Christian Jürs (cjuers@gmx.de) Kritiken vergessener Perlen der 80er Jahre.
Gutes, Schlechtes, Wildes und Absurdes - alles ist erlaubt - nur Langeweile nicht. 

diener03nippeldiener03Jean Rollin Collection No. 3

Les Démoniaques (1972)
Dienerinnen des Satans

Regie: Jean Rollin

Darsteller: Joëlle CoeurJohn Rico,
Lieva LonePatricia Hermenier


Von Wicked-Vision in drei Covervarianten erschienen

 

 

Filme von Jean Rollin sind; nennen wir es „speziell“.

Mit 20 Jahren, also im besten Splatterfilmalter, stieß ich auf zwei Werke des Filmemachers. Hierbei handelte es sich um Lady Dracula und Foltermühle der gefangenen Frauen, die mir beide von der heimischen Horrorvideothek unterm Ladentisch (beide Filme sind beschlagnahmt) angeboten und ans Herz gelegt wurden.

Ach ja, ich erinnere mich noch genau wie ich hinterher den Laden niederbrennen wollte.

Ich sah damals einfach nur zwei dilletantisch zusammengeschusterte Langweiler mit Laiendarstellern und lachhaften Effekten.

Wie konnte man so was verbieten?

Und vor allem, wie konnte man mir diesen Schund empfehlen?

Doch ich war einfach noch nicht reif genug für Rollin.

diener01Zumal der damalige Videotitel der Foltermühle dem Zuschauer Legastheniezombies (bei denen man nur kurz „i“ schreien durfte) beim Schänden versprach. Doch es gab keine Zombis (!). Stattdessen sah man verseuchte Psychos mit Kotze im Gesicht, die einer Schaufensterpuppe die Rübe runterhauten. Immerhin wurde wie versprochen geschändet, aber da sah man in der Pornoecke mehr. Hinterher brauchte ich zwei Portionen Romero um wieder runterzukommen.

Von der Frau Gräfin Dracula fang ich gar nicht erst an. Die Poesie und Schönheit dieses Machwerks entdeckte ich erst viel später.

Tatsächlich bekam ich meine erste positive Erfahrung mit Herrn Rollin erst beim Erwerb der 2005 erschienenen Collectors Edition von Redemption zu „Les Démoniaques“, um den es, welch Zufall, hier heute geht.

Denn endlich gibt’s den Film auch in deutscher Sprache mit einer erstklassigen Retrosynchronisation, die durchaus aus den Siebzigern stammen könnte.

diener04Doch kommen wir zunächst zum Film, der als Einstiegs-Rollin prädestiniert ist.
Warum? Nun, weil er im Gegensatz zu einigen anderen seiner Streifen tatsächlich eine „normale“ Handlung besitzt statt die Protagonisten einfach in bizarre Situationen zu werfen. Auch wird beinahe unnatürlich viel gesprochen. Der gute Herr ist sonst meist kein Mann vieler Worte.

Hauptfiguren sind vier Strandräuber, die sich besser John Carpenters The Fog - Nebel des Grauens hätten ansehen sollen. Dies ging 1974 allerdings noch nicht, geschweige denn Ende des 19. Jahrhunderts, dem Zeitpunkt der Handlung. Also locken die drei Jungs und das eine Mädel Schiffe per falschem Leuchtfeuer in ihr Verderben, um hinterher reiche Beute zu machen.

Gleich zu Beginn sehen wir ein brennendes Schiffswrack. Ein Erzähler schildert uns die Situation und stellt uns die bösen Buben und Bubinnen vor, während diese in die Kamera starren. Dabei übt sich der Anführer der Bande, genannt der Kapitän (John Rico), im wild grimassieren. Ich kann ihm bescheinigen, das hat er drauf!

Als bei ihrem aktuellen Beutezug plötzlich zwei überlebende Mädels im Walle-Walle-Nachthemd aus dem Wasser waten und um Hilfe betteln, machen unsere Tunichtgute das, was man von einem Rollin-Film erwartet. Sie schänden die Schiffbrüchigen. Ach ja, und sie töten die beiden. Das haben die Bitches aber auch nicht anders verdient. Immerhin wollten die Vier sich ungestört mit Goldketten behängen. und der Kapitän wollte seine Mitarbeiterin Tina (Joëlle Coeur), die uns vom Erzähler mit den Eigenschaften „wild und pervers“ vorgestellt wird, gerade vernaschen.

Beim Schänden verhalten sich die Piraten allerdings nicht gerade wie Profis. Einer von ihnen scheint so stolz auf seinen roten Strampelanzug (mitsamt passender Mütze) zu sein, dass er diesen auch beim Vergewaltigen lieber anbehält. Es ist aber auch sicher kalt nachts am Strand.

diener06Die beiden Opfer werden übrigens verkörpert von Lieva Lone und Patricia Hermenier, deren Filmographie hiermit auch beendet wurde. Schauspielerisch kein Verlust, optisch allerdings schon.

Nach getaner Arbeit geht’s für den Kapitän und seine Tina dann wieder frisch ans (Fick-)Werk. Und das ist großes Glück, auch für den Zuschauer, denn Joëlle Coeur ist beim nackisch rekeln eine Augenweide. Kein Wunder, dass die Filmographie dieser Dame Titel wie Die fröhlichen Holzfäller der nickenden Fichten beinhaltet.

Doch kurz darauf bereut Captain Iglo seine Taten (nicht das Ficken, das Schänden). In der heimischen Dorfkneipe bekommt er plötzlich Visionen von seinen beiden Opferinnen. Das wilde Grimassieren kehrt natürlich auch in sein Gesicht zurück.

Und tatsächlich wandeln die benachthemdeten Mädchen immer noch durch die Gegend. Von tot keine Spur. Die Plünderer kommen ihnen zwar schnell auf die Spur, was Tina jedoch beinahe mit dem Leben bezahlt.

Im Eifer des Gefechts können die Mädchen an Land zu ein paar Ruinen flüchten. Dort treffen sie auf einen rothaarigen Clown. Ein bizarrer Moment, der typisch Rollin mit Tüdelü-Musik untermalt und beinahe ohne Worte auskommt.

Der Clown ist übrigens auch weiblich und führt beide direkt zum Teufel, der die Ruinenlandschaft sein zuhause nennt. Diesem dürfen sie selbstredend nur nackidei gegenübertreten. Dafür hilft er dann aber auch bei der Rache an den Strandräubern. Der Preis dafür ist willenloses rumgevögel mit dem Belzebub. Einfach schön.

Ob und wie die Rache aussieht und wieviel nackte Haut es sonst noch so zu sehen gibt, müsst ihr schon selbst herausfinden.

diener08Doch kann ich dort erneut nochmals zur Vorsicht aufrufen. Man kann Jean Rollin nur lieben oder hassen. Etwas dazwischen gibt es nicht (oder ist zumindest schwer vorstellbar). Seine Filme wirken wie ein farbreduzierter LSD-Trip mit wenigen Worten. Overacting gehört da zur Tagesordnung. Wer das nicht mag, ist fehl am Platze.

Mir persönlich gefällt der Film allerdings sehr, wenn es auch nicht mein Liebster aus Rollins Filmographie ist. Generell kann man sagen, dass seine frühen Filme wunderschön sind (zu den unter Pseudonym gedrehten Pornos kann ich mich jedoch nicht äußern). Zum Ende seiner Karriere und seines Lebens drehte Jean Rollin leider nur noch auf Digitalkamera, was seine letzten Werke optisch leider allzu amateurhaft wirken lies. Das ist hier jedoch, wie bereits erwähnt, nur schauspielerisch der Fall.

diener05Neben einer gelungenen Synchronfassung wartet die Wicked-Vision-Jean Rollin-Collection mit drei verschiedenen, wunderhübschen Covern auf, die einem die Wahl schwer machen.

Der Film wurde vom Original-Kameranegativ neu abgetastet und sieht bombastisch aus. Hinzu kommt, dass wir hier die weltweit längste Fassung vorliegen haben.

Ein 24-seitiges Booklet, Interviews, Trailer, Outtakes sowie eine Einleitung und ein Audiokommentar des Meisters und eine später entfernte Sexszene runden die Edition ab.

Fazit:

Man kann Rollin lieben oder hassen, die Edition ist ein Schmuckstück, das in keiner Sammlung fehlen sollte. Dämoninnen in Nachthemden, wie falsch kann man da bitte liegen?

Chrischi

 

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Hp News

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Doghouse (2009)

Regie: Jake West

Darsteller: Danny Dyer
Noel ClarkeEmily Booth

 

Aus dem "Muss ich mal wieder gucken"-Stapel gefischt

Eine Gruppe echter englischer Kerle plant ein Wochenende fernab ihrer Lebensgefährtinnen, um einem von ihnen, der gerade in Scheidung lebt, zu zeigen, das es auch noch andere weibliche Wesen gibt. Was bietet sich da eher an, als eine Reise nach Moodley, einen kleinen Dorf irgendwo im Nichts in dem es einen Frauenüberschuß von 4:1 gibt.

Leider gibt es da ein kleines Problem, denn bedingt durch ein geheimes Regierungsexperiment sind alle Frauen in Moodley zu blutdurstigen und fleischhungrigen Zombies geworden und haben bereits beim Eintreffen unserer Nichthelden die männliche Population des Dorfes auf genau 1,5 reduziert.

 

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Wrecker (2015)




Regie: Michael Bafaro
Darsteller: Anna Hutchinson, Andrea Whitburn

Ab 5.Oktober auf DVD/BluRay



Au weiah. Mit Wrecker kommt mal wieder ein Remake von Spielbergs "DUELL" auf uns zu. Natürlich kann es mit dem Klassiker nicht mithalten, aber dass man aus einer solch tollen Idee solch einen Rohrkrepierer basteln kann ist auch schon fast sowas wie Kunst.

Baddie oder einfach nur mies?

Christopher hat sich das mal angesehen...

 

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Shin Godzilla (2016)

Godzilla Resurgence

Regie: Hideaki Anno, Shinji Higuchi

 

Darsteller: Hiroki Hasegawa,
Yutaka Takenouchi, Satomi Ishihara

 

 


"Shin Godzilla" spaltet die Fanlager - dem einen ist zu viel Gelaber im Film, dem anderen gefällt es nicht das Godzilla "realistisch" dargestellt wird. Mal ist er zu düster, mal zu ironisch.

Trashbox mag den Film und
bringt Euch nahe warum...

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 dries

I Love Dries (2008)
Regie: Tom Six

 

Dass Tom Six auch vor seinem großen Erfolg mit "The human centipede" schon ein wenig anders war beweist "I love Dries" höchst eindrucksvoll.

Hier hat der Meister eine rabenschwarze, eklige und irgendwie auch schockierende Komödie hingelegt, in der der holländische 70er Jahre Schlagerstar Dries Roelvink sein Image gewaltig aufs Korn nimmt und die mit allen Klischees, die man über Hollänmder kennt trefflich spielt.

Leider ist das Werk bisher nur in in Holland erhältlich, aber das tut dem Spaß keinen Abbruch...

 

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Star Trek – Re-Evaluation
Teil 06

Star Trek VI - The undiscovered country (1991)

Regie: Nicholas Meyer

Story: Leonard Nimoy

Darsteller: William Shatner, Leonard Nimoy,
DeForest Kelley, James Doohan, George Takei

David Warner, Christopher Plummer,
Kurtwood Smith, Michael Dorn

 

Nach dem ernüchternden Erfahrung, die Paramount mit dem letzten Star Trek-Film gemacht hatten, war es nicht gerade deren oberste Priorität, ein weiteres Werk um Kirk und Co. zu spinnen. Aber die Spin-Of Serie „Star Trek – the next Generation“ begann gerade damit das TV zu erobern und das 25-jährige Trek-Jubiläum stand zusätzlich im Jahr 1991 auch noch an.
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Forest of the DamnedForest of the damned (2005)

Regie: Johannes Roberts

Darsteller: Tom Savini,
Shaun Hutson, Daniel Maclagan

 zur Zeit für nich mal 6 € zu haben

 

"Das Schlachten im Walde" könnte man diese Scheibe untertiteln, aber dann würde man nur einen Aspekt abhandeln. 

„Ohne Zweifel der beste britische Horrorfilm seit Jahren“ wird auf dem Backcover eine mir unbekannte Gazette zitiert und da drängt sich dem erfahrenen Genrefan natürlich sofort der Vergleich mit anderen Inselfilmen auf. 

Naja - auf alle Fälle hat er Splatter und Titten, wem das reicht... 

 

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sorgenpacksorgenposterWhat we become (2016)
Sorgenfri

 

 

Regie/Buch:  Bo Mikkelsen

Darsteller: Mille DinesenMarie Hammer BodaTroels Lyby

 

Ab 18. November auf DVD/BluRay

Am 19.08.auf ZDF-Neo

 

Ohne jetzt zu viel zu spoilern – natürlich geht es in „What we become“ um eine Zombiekatastrophe, das Cover macht da ja auch keinen Hehl draus. Aber ebenso wie im vorigen Jahr „Maggie“ mit Arnold Schwarzenegger, bewegt sich auch hier die Handlung eher im dramatischen Bereich, hat aber – glücklicherweise – nicht diese komplett depressive Atmosphäre. Auch wenn es fast eine Stunde dauert, bis der Film die Kammerspielatmosphäre ablegt und der Zuschauer den ersten Zombie in Nahaufnahme zu Gesicht bekommt, so löst der Film ab diesem Punkt zumindest effektmässig sein FSK16-Versprechen zumindest noch ein und bietet die ein oder andere Splatterszene.

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handsposter01Hands of the Ripper (1971)
Hände voller Blut

Regie: Peter Sasdy

Drehbuch: Lewis Davidson

Darsteller:
Eric Porter, Angharad Rees, Jane Merrow, Keith Bell

Ich hab mal wieder einen Klassiker rausgekramt, der mich seit nun seit mehr als 40 Jahre begleitet.

Das ist mehr als nur ein schnödes Review. Lest mal rein...

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Star Trek – Re-Evaluation
Teil 05

Star Trek V -
The final frontier (1989)

 

Regie: William Shatner  

Darsteller: William Shatner, Leonard Nimoy
DeForest Kelley, James Doohan, George Takei 

David Warner, Laurence Luckinbill

 

Na da ist er ja. Das scharze Schaf unter den Star Trek-Filmen – ein Film über den sich sogar Leute lustig machen, die in ihrer Freizeit in hellblauen Schlafanzuguniformen rumrennen. Das IMDB-Rating ist mit 5,4 weit entfernt von den anderen, bei den verfaulten Tomaten ist seine Beliebtheit mit, nicht mehr saftigen, 25 % noch offensichtlicher.
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UNDERDOG
White God/Underdog (2014)
 
 
 
 
 
 
 
 
 
"Fehér isten" , so der Originaltitel dieser deutsch/ungarisch/schwedischen Co-Produktion, ist der Versuch von Regisseur und Drehbuchautor Kornél Mundruczó aus dem "Kunstfilmghetto" auszubrechen und vielleicht auch mal einen kommerziellen Erfolg zu haben.
 
Ein Film für Hundeliebhaber, allerdings sind auch teilweise besonders starke Nerven erforderlich um ihn zu ertragen. Das ist kein Disney. :)
 
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