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The Return of Dias Giftspritze
Teil 004

Elvira – Mistress IN the Dark

 

 

 

Nein, ich habe mich beim Titel nicht vertippt, es geht hier schließlich NICHT um ELVIRAS ersten Filmauftritt aus dem Jahr 1988, sondern über ein ein geplantes BluRay-release, dass seit Anfang letzten Jahres den Fans weltweit das Wasser im Munde zusammenlaufen liess und das – so viel dürfen wir hier schon verraten – nun doch nicht, zumindest vom geplanten Label, erscheinen wird.

Was ist also geschehen und warum wird gerade diese geplatzte VÖ im Moment so stark diskutiert?

Das erste Mal hörte ich von dem Projekt, als mich ein FB-Freund so ungefähr im Januar des letzten Jahres anschrieb und mich fragte, ob er für eine geplante Dokumentation über ELVIRA Ausschnitte aus EVIL ED on VIDEO verwenden dürfte. Obwohl ich darauf hinwies, dass die Qualität unseres Werkes eher – um es mal nett zu sagen – dürftig wäre und ich selbst noch nicht einmal Originale sondern nur eine Kopie besaß, war sein Interesse immer noch sehr groß und so übersandte ich ihm meine „Originalcassetten“, bei denen es sich halt um fast 30 Jahre alte Kopien eines ohnehin schon schwachen Originals handelte.

Man versprach mir die Tapes einer umfangreichen Digitalisierung zu unterziehen und sie mir nach Gebrauch zurückzusenden. Natürlich fragte ich nach, um was für ein Projekt es sich denn handeln würde und auch wenn noch nichts definitives feststand, konnte er mir zumindest andeuten, dass wohl ein neuer HD-Transfer von „Elvira - Mistress of the Dark“ anstand, der zusätzlich auch noch mit vielen Extras aufwarten würde.

elvira01Offiziell wurde das Ganze dann so um April 2016 herum, als der (neue) Publisher CINESPECTRAL-Films (der sich später als ein Ein-Personen-Projekt herausstellte) zumindest bekannt gab, was bis dahin geplant war:

 

  1. Ein nagelneuer 4 K-Transfer, erstellt bei DELUXE in LA, direkt vom Positiv
  2. Eine 3 Disc-Version, mit 3 verschiedenen Covers, limitiert auf jeweils 1000 Stück.
  3. Eine Menge Special Features (ohne nähere Angabe)
  4. Da die US-Rechte noch bis 2018 gesichert sind, sollte es
  5. nur eine deutsche VÖ – allerdings ohne Regionalbeschränkung geben.

 

Ebenso wurde angekündigt, dass es sich um ein Mediabook mit einem 60-seitigen Booklet handel solle (30 Seiten Englisch und 30 Seiten Übersetzung). Zusätzlich sollte ALLE Extras mit deutschen und englischen UT versehen sein – und das ist leider heutzutage immer noch keine Selbsverständlichkeit.

Dann wurde als Oberlabel auch noch SCOTIA-Deutschland angegeben und das ist nun ja ein Name, der speziell dem Zielpublikum sehr bekannt sein dürfte. Allerdings hat diese, ebenfalls Ein-Personen-Firma, natürlich nichts mehr mit der SCOTIA der 80er Jahre zu tun. Es handelte sich einfach um eine Namensübernahme, die – nicht sonderlich überraschend – aufgrund einer Initiative von CINESPECTRAL durchgeführt wurde.

Mal ganz ehrlich, das war eine Ankündigung die doch mal richtig Lust auf das zu erwartende Produkt machte. Allerdings herrschte nun aber erst Mal Ruhe an der CINESPECTRAL Front. Zwischen Mai und August 2016 kamen nur noch lapidare Hinweise, dass man sich erst genauer äußern würde, wenn alles in feuchten Tüchern wäre – meiner Meinung nach eine komplett richtige Einstellung.

Mitte August hieß es dann endlich das die Restaurierungsarbeiten so gut wie abgeschlossen wären und nun an den Special Features gearbeitet würde. Außerdem wurde angekündigt, dass an letzteren auch Tony Timpone, der uns „alten“ Leuten noch als Fangoria Mitarbeiter und Herausgeber ein Begriff ist, mitarbeiten würde.

Zusätzlich kündigte CINESPECTRAL dann auch noch an, mehr oder weniger gleichzeitig, ebenfalls den Kultfilm „Hell comes to Frogtown“ in ähnlicher Ausstattung zu produzieren.

In Bezug auf ELVIRA liess sich CINESPECTRAL ansonsten nichts aus der Nase ziehen, konnte sich aber nicht zurückhalten und liessen sich (auf Blu-Ray.com) in einige Streitereien betreffs der Lizenzierung des Filmes ein. Das ist zwar nicht so richtig professionell, aber man kann solches Verhalten bei einem Neuling in der Branche sicher akzeptieren. Schließlich war CINESPECTRAL mitRecht stolz darauf – zumindest bis Januar 2018 – mehr oder weniger die exklusiven Rechte für den US-Markt zu besitzen und die Extras produzieren zu dürfen.

In Bezug auf letztere tat sich nun auch Einiges. Ende August 2016 wurde vermeldet, dass der Audiokommentar mit Tony Timpone und Regisseur James Signorelli aufgenommen sei und Timpone mittlerweile schwer damit beschäftigt sei, die diversen „Talking Heads“ für die Dokumentation zu filmen.

Dieses Material war wohl tatsächlich recht interessant, denn mein (oben bereits erwähnter) Facebook-Freund (nein, ich werde im Laufe dieses Artikels generell auf Namensnennungen verzichten) war nämlich mittlerweile als Cutter der Dokumentation angestellt und durfte dementsprechend die komplette Materialsammlung sichten. Da er ebenso auch bei der Restaurierung mit involviert war, konnte er mir auch versichern, dass dort mit der nötigen Sorgfalt und mit viel Liebe vorgegangen würde, auch wenn das Studio in den USA nun scheinbar mittlerweile in der Nähe von Nürnberg war. Zum Ende des letzten Jahres war es tatsächlich so weit, dass selbst ich langsam richtig Lust auf das Release bekam, zumal CINESPECTRAL bereits erste Screenshots der Digitalisierung veröffentlichte, die mir das Wasser im Munde zusammenlaufen liessen.

screenieEnde Februar 2017 tauchten dann auch Ankündigungen für die oben bereits angerissene „Hell comes to Frogtown“-Veröffentlichung auf. Da hier ein Vertrieb über Wicked-Vision angedacht war, konnte man zumindest davon ausgehen, dass sich das Teil prima im Regal machen würde. Seltsamerweise aber verstrich das Releasedate, ohne dass man davon nochmal etwas hörte.

Ab 7. März konnte man dann auf der offiziellen Seite von „CINESPECTRAL“ auch endlich „Elvira“, per PayPal-Direktzahlung, vorbestellen, wovon weltweit auch reichlich Fans Gebrauch machten – und somit CINESPECTRAL erst einmal eine ganze Menge zinsfreies Geld liehen.

Das war scheinbar auch sehr nötig denn mittlerweile dampfte es ein wenig hinter den Kulissen. Mein FB-Freund lief nämlich seit Monaten seinem Geld hinterher und wurde dann – mit äußerst fadenscheinigen Begründungen – aus dem Projekt geworfen.

Während es jetzt um das eigentliche Projekt erstaunlich still wurde, tauchte CINESPECTRAL in Person ihres Geschäftsführers und einzigen Mitarbeiter immer wieder in diversen Filmforen auf und brüstete sich damit den allerbesten Release aller Zeiten im Gepäck zu haben, hinter dem sich all der andere Müll diverser deutscher Kleinlabels verstecken müsse. Ebenso tauchten nun einige andere Personen in den diversen Diskussionen auf, die in die gleiche Kerbe schlugen und sich – wie seltsam – auch noch derselben ungeschlachteten Grammatik bedienten und nahezu die gleiche unflätige Wortwahl nutzten.

Ein Schelm, wer Böses dabei denkt, aber – ihr kennt uns ja – wir sind Schelme und fragten bei den als „Abzocker“ und „geldgierige Bonzen“ bezeichneten Labels nach. Die Antworten waren meist einhellig und liefen auf: „Ach der XXXX, der ist leicht verstört und geil auf Aufmerksamkeit – da hilft nur ignorieren.“ hinaus.

Mein FB-Freund sah sich im Frühling dieses Jahres dann auch einer gewaltigen Hetzkampagne ausgesetzt, die sogar bei mir durch CINESPECTRALs Inhaber in privaten Chats angefeuert wurde. Ich beschloß erst mal gute Mine zum bösen Spiel zu machen und mir das alles anzuhören – allerdings von beiden Seiten. Natürlich musste ich schon damals zugeben, dass in Sachen Glaubwürdigkeit diverse Labelchefs, die seit Jahrzehnten tolle Arbeit ablieferten und Freunde, die ich bereits seit 30 Jahren (auch persönlich) kannte, irgendwie gewaltig die Nase vorne hatten, wenn auf der Gegenseite eine Ein-Personen-Firma steht, die noch NICHTS vorzuweisen hatte, außer tollen Ankündigungen.

Als nun das Release Date der „Elvira“-Box, die alles andere jemals in Deutschland veröffentlichte in den Schatten stellen sollte, näher rückte und die Kunden, die bereits 40 und mehr Dollar investiert hatten, begannen nachzufragen, veröffentlichte CINESPECTRAL erst einmal nochmals die alten Screenies, die übrigens nachweislich aus der von meinem Freund erstellten Fassung stammten, und einige deutlich „gephotoshopte“ Bilder des kommenden Mediabooks und der drei inliegenden Discs.

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Dabei sollte es sich nach Aussagen dann auch tatsächlich bereits um echte Muster aus dem Presswerk handeln, die Produktion wäre im vollen Gange und spätestens Juli solle mit der Auslieferung begonnen werden. Kurz vor diesem Termin gab es dann aber – welche Überraschung – Probleme, denn angeblich war bei den bereits fertig gestellten und zur Auslieferung bereiten Mediabooks die Verleimung des Booklets so miserabel, dass selbiges herauszufallen drohte. Deshalb wurde die VÖ dann erst einmal verschoben und die Kunden um noch etwas Geduld gebeten.

Leider hatte die aber keine mehr, denn der Käuferschutz bei PayPal hat eine Limitierung und die beläuft sich bekanntlich auf ein halbes Jahr. Als nun also hunderte von Kunden ihr Geld zurück verlangten ruderte CINESPECTRAL endgültig zurück und versprach alles schnellstmöglich zurückzuzahlen – von einer Veröffentlichung des besten Mediabooks aller Zeiten war nun keine Rede mehr.

Nun muss man natürlich auch positiv erwähnen, dass diese Rückzahlungen bis Mitte August 2017 tatsächlich erfolgt sind und dementsprechend niemand (außer einem – hatte ich den schon Mal erwähnt-  FB-Freund und der mit der Gestaltung des Covers beauftragte Berliner Künstler, dessen Poster zu einem Nekrophilie-Liebesfilm immer noch bei mir im Wohnzimmer hängt) mehr Verluste als eine Menge Ärger hatten.

kaufschutzDie Rechte an dem bereits erstellten Material und der kommenden VÖ wurden mittlerweile meistbietend versteigert und da ich - aus sicherer Quelle - weiss, wer den Zuschlag erhalten hat, können wir – hoffentlich noch dieses Jahr – mit einer erstklassigen „Elvira“-Box rechnen. 

Stellt sich nur die Frage, ob sich der Kauf lohnt und die kann ich – zumindest betreffs der Extras mit einem ganz großen JA beantworten. Ich weiss aus persönlichen Gesprächen, dass der Audiokommentar mit dem Regisseur, den Tony Timpne geführt hat, zwar eher dürftig ausgefallen ist, aber ich durfte – dank CINESPECTRAL (Ehre wem Ehre gebührt) – die finale Dokumentation bereits sehen und die alleine ist definitiv ein Kaufgrund. Wenn man von den in der Doku verwendeten Ausschnitten ausgehen kann, ist auch die Restauration hervorragend gelungen, alerdings kann ich natürlich nicht beurteilen, ob es sich wirklich um eine neue Fassung handelt, da mir die Vergleichsmöglichkeiten fehlen.

Was lernen wir nun aus diesem Debakel?

Für uns als Fans ist wohl der wichtigste Punkt, dass man nicht unbedingt jede großmundige Ankündigung direkt wörtlich nehmen soll und bei Vorbestellungen, die ohne Perks einen großen Geldbetrag vorab verlangen, vielleicht eher vorsichtig sein sollte. Außerdem sollte man natürlich sehr genau gucken WAS der potentielle Veröffentlicher so von sich gibt. Jemand der deutlich nur darauf aus ist, sich als Heldengestalt des Fandoms darzustellen und dabei alle anderen Leute, die im Laufe der letzten Jahrzehnte wichtige Arbeit geleistet haben, runtermacht, ist vielleicht nicht der beste Mensch, um ihm sein sauer verdientes Geld anzuvertrauen.

Dann spendet lieber für EVIL ED, da habt ihr am Ende zwar auch nichts in der Hand, aber ihr bekommt wenigstens was Nettes zu lesen. :)

dia

 


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