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Sumerland
Ein zweibändiger Fantasy-Roman

von Johannes Ulbricht

zum Augmented Reality Spiel
„Apparatu Memoria”

 

 

Waylkhaghiri ist eine riesige Turmstadt, gewachsen über Jahrtausende, kreisförmig angelegt um einen See mit einer silbernen Flüssigkeit, die jedem, der hineinsieht mehr oder weniger alle Wünsche erfüllt, aber auch jeden und alles, was in ihm versinkt unwiderruflich verschluckt.

Der Turm, dessen untere Ebenen und Bewohner sich noch im Mittelalter befinden und dessen obere im 3. Jahrtausend angekommen sind, steht inmitten eines Landes voller unberührter Natur und wird vom jugendlichen (aber Jahrhunderte alten) König Zazamael regiert. Im umgebenden Land, das dem Buch den Titel gibt und dessen Einwohner eine Art Halbwesen sind, herrscht die weise Prinzessin Serisada.

Während sich Zazamael nun, mit einigen Getreuen, auf einem Feldzug ins Sumerland macht, um die Tierwesen zu vernichten und den „magischen Wein“ zu finden, verfolgen wir gleichzeitig Prinzessin Serisada, die sich verkleidet in Waylkhaghiri einschleicht, um eine Revolution zu starten.

Dies ist die Fantasywelt in die sich unsere Heldin - eine Frau um die 40, die sich ständig mit ihrem unsichtbaren Liebhaber unterhält, dessen Tod sie mit zu verantworten hat - geistig flüchtet, wenn ihr Job als Erstellerin emotionaler Sofware eigentlich volle Aufmerksamkeit verlangt.

Gleichzeitig ist das Sumerland und Waylkhaghiri aber auch die imaginäre Welt, die die etwa zehnjährige Susanne mit ihrem Geist erschafft und in die sie auch all ihre Freunde hereinholt. Eine Imagination, die dafür sorgt, dass sich alle Kinder in Susannes Umgebung von ihren Spielsachen trennen und die künstliche Welt bevorzugen.

Diese Welten und Erzählebenen greifen ineinander über, vermischen und beeinflussen sich gegenseitig, laufen paralell und dann wieder voneinander weg – und das alles, ohne den Leser übermäßig zu fordern oder zu verwirren.

Das ist durchaus positiv gemeint.

SUMERLANDband01Nun muss ich erst einmal voran stellen, dass ich wirklich kein Fantasyleser bin. Ich habe nichts gegen künstliche Welten, aber ich bevorzuge solche, die auf die Gesetze der Logik, Biologie und der Natur aufbauen. Die „Ringwelt“ liegt mir halt näher als „Der Herr der Ringe“ und ich hatte wirklich anfangs noch Probleme, mich mit der Statik eines hunderte von Metern Hohen Stadtturmes, mit kilometerweiter Ausdehnung, anzufreunden. Da ziehen sich alle meine wissenschaftlich trainierten Hirnmuskeln zusammen (Ja, ich weiß, dass das Hirn kein Muskel ist).

Aber Sumerland erzeugt –natürlich auch der Kürze der Kapitel und der Häufigkeit der wechselnden Handlungsorte geschuldet – relativ zügig einen tollen Sog beim Lesen und ist temporeich wie der allseits beliebte „Ready, Player One“. Da überwindet man solcherlei Berührungsängste recht schnell.

Die auf zwei Bände verteilten 700 Seiten bieten außerdem noch ein zufriedenstellendes und endgültiges Ende, was im Zeitalter 15-bändiger Fantasy Sagas mit 5-bändigen Spin-Ofs, besonders erfreulich ist.

Interessant ist vielleicht auch noch anzumerken, dass es sich ja von den Figuren her eher um einen der beliebten Young Adult-Romane handelt, das Buch aber, durch seine ganz eigenwillige und recht komplexe Struktur zu junge Leser leicht überfordern kann. Speziell auch weil der oft im Vordergrund stehende Chrakter der ich-erzählenden Frau im besten Alter, wenig Identifikationspunkte für Jugendliche bietet.

SUMERLANDband02Mehr möchte ich jetzt auch nicht zum Buch (oder besser den Büchern) sagen, sie bieten auf alle Fälle ein tolles und außergewöhnliches Leseerlebnis und können dem Leser den Spätsommer versüßen.

Um jetzt noch einen draufzusetzen ist „Sumerland“ aber auch noch ein Buch zum Spiel und zwar zu der kostenlosen App „Apparatu“, bei der es sich um eine Art „Ingress“ oder „Pokemon-Go“ handelt. In ganz Deutschland verteilt findet man an verschiedenen Orten ingesamt 12 verschiedene Symbole, die nach dem Scannen mit dem Handy eine Art „Riss in der Realiät“ erzeugen und den Spieler mit einem Rätsel konfrontrieren, dass es zu lösen gilt.

Hört sich toll an, aber selbst hier bei mir in der Großstadt ist das nächste Symbol schon mal locker 5 Kilometer entfernt, um alle 12 zu finden dürften so 4 – 500 Kilometer Reisestrecke anzugehen sein.

Glücklicher Weise kann man auf der Website der Hersteller auch die Symbole herunterladen (Marker 1 findet ihr unter diesem Artikel) oder gleich scannen, um die Rätsel zu lösen. Womit wir beim nächsten Problem wären.

Rätsel 1 z.B. ist ein wirklich riesig aufgelöstes Bild der Turmstadt auf dem man den Prinzen lokalisieren soll. Als Hinweis gibt es eine Seite aus dem Buch, die einem aber keine große Hilfe ist. Also heisst es – wie zu frühesten Adventure-Zeiten – pixelsuchen. Ich habs nicht gefunden – also das zweite Rätsel.

Drei Zahlenwalzen, die sich von 1 – 300 einstellen lassen: „Welche drei Tierkreiszeichen müssen in welcher Reihenfolge hier eingegeben werden?“

 

Haeh?

 

Als Hint gibt es wieder einen Textauszug und eine Grafik auf der die 12 Tierkreiszeichen von 1 – 12 durchnummeriert sind (puhhh, Glück gehabt). Der Text sagt NICHTS von Tierkreiszeichen, also dann viel Spaß beim Probieren – sind ja nur um die 1800 verschiedene Variationen möglich.

Neee Leute, damit kriegt ihr mich nicht...also das „Spiel“ könnt ihr Euch schenken, aber glücklicherweise ist es ja zumindest umsonst.

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Aber nun mal ganz Ehrlich – wie viele von Euch fragen sich gerade: „Was hat das hier im ED zu suchen“ oder haben bereits oben in der Taskleiste des Browsers geguckt, ob sie sich nicht verklickt haben?

Nun ja, mal ganz davon abgesehen, dass ich jetzt nicht nochmal breittreten muss, dass das phantastische Genre etwas weiter reicht als bis zu Deodato und Fulci, ist bei Sumerland vor allem noch der Autor interessant.

Johannes Ulbricht ist nämlich im Haupberuf Medienanwalt, also jemand, mit dem man Bekanntschaft macht, wenn man das Urheberrecht mit Füßen tritt oder - so wie wir - hofft, dass sich niemand über unsere selbstgemachten Screenies beschwert, da wir sie ja im Kontext intensiver Besprechungen einsetzen. Ein Mensch also, von dessen Erstlingswerk man eine doch eher konservative Ausrichtung erwartet. „Sumerland“ ist mit seiner zurück zur Natur-Einstellung und dem fast schon kommunistisch zu nennenden „Alle Macht dem Volke“-Ansatz, doch eher in einer gänzlich anderen Richtung orientiert.

Darüber – und natürlich auch über seine Eingebungen und seinen Beruf – müssen wir mal mit ihm reden. Nach der Sommerpause wisst ihr mehr.



Dia

 

 

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