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otherlifequer(AUS 2017)

Regie: Ben C. Lucas

Buch: Gregory Widen

Darsteller: Jessica De Gouw, Thomas Cocquerel, T.J. Power

 

 

Die Grundidee dieses kleinen australischen Science-Fiction Thrillers ist eigentlich nicht sonderlich originell. „Otherlife“ ist eine Lösung voller Nanobots, die, ins Auge geträufelt, den Nutzer innerhalb von wenigen Sekunden einen kompletten 24-Stunden-Tag erleben lässt. Diese künstlichen Erinnerungen sind teilweise aus echten zusammengesetzt und bedienen natürlich hauptsächlich die Abenteuerlust. So ist es möglich zum Beispiel einen Urlaubstag mit einem Tauchgang in der Karibik zu geniessen oder als professioneller Skifahrer einen Berg hinunter zu rasen, ohne dass man dafür die nötigen Fähigkeiten antrainieren muss.

otherlife01Wie gesagt, keine wirklich komplett neue Idee. Sowohl in Literatur als auch in Film und TV wurden aufgepropfte Erinnerungen bereits oftmals verwendet, allerdings bemüht sich „Otherlife“ hier einige tiefergehende Ideen zum Thema aufzugreifen und geht dabei äußerst geschickt vor.

Als Protagonistin präsentiert er uns die junge Ren (Jessica De Gouw), die das Patent auf die Erfindung hat und selbst Erinnerungen dafür programmiert. Ihr Geschäftpartner, der machthungrige und geldgierige Sam, gespielt vom passend benamten T.J. Power ist eher für die Vermarktung und die Hardware zuständig. Wo Ren davon träumt mit ihrer Erfindung Koma- und Alzheimer-Patienten wieder „zurück“ zu holen oder sie dazu benutzen Menschen Wissen auf schnellstmögliche Art beizubringen, hat Sam sich bereits regierungskonforme Finanzpartner ins Boot geholt, die eine gänzlich andere Nutzung anpeilen. Denn wenn man einen Menschen in zehn Sekunden einen ganzen Tag erleben lassen kann, dann wäre es ja sicher auch möglich ihn längere Zeit mit Nanobot-Erinnerungen zu versorgen. Wie wäre es zum Beispiel mit einem Jahr in einer Einzelzelle als Ersatz für einen normalen Gefängnisaufenthalt?

otherlife05Von dieser Grundsituation ausgehend lotet nun das Script verschiedenste Ideen aus und präsentiert dem Zuschauer immer neue und immer fiesere Wendungen. Da wir einige Tage vor dem Launch von „Otherlife“ in die Handlung einsteigen und nahezu 90 Prozent des Filmes an der Seite von Ren bleiben, sind wir niemals wirklich schlauer als sie. Grundsätzliche Diskussionen, zum Beispiel über die Frage, ob es sich denn bei „Otherlife“ nur um eine Droge handelt oder nicht werden dementsprechend nur an „uns“ vorbei geführt, da Ren viel mehr damit beschäftigt ist, den Erlebnis-Code von Otherlife in der Form zu verfeinern, die es ihr ermöglicht ihren komatösen Bruder nach Jahren aus seinem vegetativen Zustand zu holen. Diese Fixierung auf nur eine Sichtweise sorgt dafür, dass allerdings auch beim Zuschauer immer der Gedanke im Hinterkopf schwebt ob und in wie fern der „drohende“ Massenrelease von „Otherlife“ positiv oder negativ einztuordnen ist.

Denn mal ganz ehrlich, wenn die kreativen Bots im Körper dafür sorgen, dass man Ewigkeiten an Informationen und Erlebnissen innerhalb kürzester Zeit haben kann, dann ist das eine Art Lebensverlängerung auf Raten, die – selbst wenn die Nanos wieder aus dem Körper verschwunden sind – dafür sorgen würde, dass man dieses Erlebnis wiederholen möchte. Zusätzlich gibt es keinen „unhackbaren“ Computercode, so dass es nur eine Frage der Zeit wäre, bis der illegale Markt mit „sechs Jahre auf Jamaika“ oder „Lebe ein Jahrzehnt in Dubai“ überschwemmt wäre.

otherlife02Auch der medizinische Ansatz, den Ren – aus eher persönlichen Gründen – verfolgt ist ein wenig fragwürdig, plant sie doch ihrem Bruder die Erinnerungen an seinen nahezu tödlichen Tauchunfall einzuträufeln und ihm diesen so lange als „Loop“ einzuspielen, bis er an einem wichtigen Punkt eine andere Entscheidung als in der Realität trifft um ihn so aus dem Koma zu erwecken. Ob es wirklich so erstrebenswert ist, bis zu diesem Zeitpunkt unzählige Mal den eigenen Fast-Tod zu erleben?

Somit ist man als Zuschauer immer wieder hin- und hergerissen und gerade dadurch, dass solche Gedanken und Ideen vom Drehbuch nur so „en passant“ eingeworfen werden, wird der Film äusserst spannend und in seiner zweiten Hälfte sogar richtig unangenehm.

Zu verdanken haben wir das Drehbuchautor Gregory Widen, der bereits in den Büchern zu Russel Mulcahys Klassiker „Highlander“ (1986) und „Prophecy“ (auf „deutsch“ „God´s Army“, 1995), bei dem er sogar selbst Regie führte, seine Ideen vom ewigen Leben hat einfliessen lassen und auch für einige der, nicht wirklich überragenden, Sequels beider Franchises verantwortlich war. Offensichtlich scheint ihm das Thema zu liegen und durch den Mix mit heute aktueller Technik zeigt er somit auf, dass die wirklich wichtigen Fragen, die sich dadurch stellen immer noch die gleichen sind.

otherlife03Alles in allem entpuppt sich „Otherlife“ somit als ein weitere kleiner Science-Fiction Film, der sich durchaus ernsthaft mit seinem Hauptthema beschäftigt und bei allem Unterhaltungswert auch noch einige Zeit im Kopf des Zuschauers hängen bleibt. Bei aller berechtigter Kritik an Streamingportalen (dazu werden wir in absehbarer Zeit mal was machen) muss man ebenso allerdings auch zugeben, dass der Film ohne diese Vermarktungsform wenig Chancen gehabt hätte. Für eine erfolgreiche Kinoauswertung fehlt ihm einfach, trotz einiger „Inception“-mässigen Szenen und generell einigen überraschend effektiven visuellen Ideen, das optische Brimborium und die Action, bei einer Auswertung in der guten alten Videothek wäre er wohl recht schnell in dem Regal mit „6 für 5 €“ Sonderangeboten gelandet.

Für Fans ernsthafter Science-Fiction ist der Film auf alle Fälle ein Muss, als Partyuntermalung oder mal so nebenher als Unterhaltung eignet er sich weniger, da man sich schon darauf einlassen muss.

Da er aber für NETFLIXer momentan gratis verfügbar ist empfehle ich auf alle Fälle mal einen Blick rein zu werfen. Jeder der „Back Mirror“ liebt wird eh nicht daran vorbeikommen, denn grundsätzlich fühlt er sich wie eine Doppelepisode der Serie an – und das ist wahrlich nicht negativ.

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