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Bewertung: 5 / 5

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The Harvest (2013)
Haus des Zorns

Regie: John McNaughton

Buch: Stephen Lancellotti

Darsteller: Samantha Morton, Michael Shannon, Natasha Calis, Charlie Tahan

ab 23. November von Koch-Media auf DVD/BluRay

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15 Jahre sind vergangen seit der letzte Film von John McNaughton (Kurzportrait hier) das Licht der Projektoren erblickte, seinem neuesten Werk wird diese potentielle Verbrennung leider erspart bleiben. Nicht nur, weil die Projektion mittlerweile zumeist digital erfolgt, sondern speziell weil heutzutage ein kleiner, billig produzierter Film es ziemlich schwer hat, überhaupt einen Kinostart zu bekommen. So war „The Harvest“ (der bereits 2013 gedreht wurde) erstmals Mitte 2015 heimlich, still und leise auf den diversen Streamingplatformen aufgetaucht und hatt, durch Mundpropaganda in den sozialen Netzwerken, einige recht gute Kritiken bekommen und überraschend hohe Verkaufszahlen bei Amazon erreicht.

Nun, weitere zwei Jahre später, erscheint der Film auch letztendlich hierzulande unter dem – sorry Koch-Media – ziemlich schwachen Titel „Haus des Zorns“ und wartet darauf, von Euch entdeckt zu werden.

harvest 02Im Grunde genommen handelt es sich bei „The Harvest“ – zumindest in der ersten Hälfte – um ein wirklich tolles Drama mit interessanten Charakteren. Alle sechs Hauptpersonen haben mit Verlust oder Verlustängsten zu kämpfen und ihre Wege kreuzen sich auf natürliche und nachvollziehbare Weise.

Unsere Protagonistin ist die 12-jährige Maryann (Natasha Calis), die nach dem Unfalltod ihrer Eltern zu ihren Großeltern (Leslie Lyles, Peter Fonda) aufs Land zieht. Bei einer ihrer Entdeckungstouren sieht sie an einem Fenster in einem Nachbarhaus einen gleichaltrigen Jungen sitzen. Andy (Charlie Tahan) leidet an einer nicht näher definierten tödlichen Krankheit, ist an den Rollstuhl gefesselt und hat das Haus seit langer Zeit nicht mehr verlassen. Sein Vater Richard (Michael Shannon) und seine Mutter Katherine (Samantha Morton), eine ehemalige Hebamme, pflegen und schulen ihn zu Hause und offensichtlich ist der einzige Grund, warum sie noch zusammen sind das Leiden ihres Sohnes. Maryann steigt durch das Fenster zu Andy ins Zimmer und die beiden lernen sich näher kennen. Für beide ist es die einzige erreichbare Freundschaft, da Maryann in der Schule noch kleinen Anschluss gefunden hat. Richard sieht die Vorzüge für seinen Sohn, Katherine hingegen versucht die Verbindung mit allen Mitteln zu verhindern und verhält sich dabei äußerst seltsam. Als die beiden Kinder das Verbot umgehen und Maryann sich aus Angst vor einer Entdeckung im Haus versteckt und zu fliehen versucht kommt sie hinter die wahren Gründe dieses absonderlichen Verhaltens.

harvet04Von diesem Moment an, einem Plot-Twist, den ich an dieser Stelle natürlich nicht verraten werde, ändert „The Harvest“ nicht nur das Tempo sondern komplett das Genre und wird zu einem Horrorfilm par excellence. Ebenso wird der Charakter von Katherine, der anfangs nur irritierend überfürsorglich und leicht seltsam erscheint, langsam immer mehr zur Psychopathin. Samantha Morton spielt diese schwere Rolle mit Bravour und gibt der Figur eine Präsenz, die nahezu die – ebenfalls exzellenten - Leistungen des restlichen Ensembles überlagert. Ihre Katherine ist über weite Strecken eine noch unangenehmere weibliche Verrückte, als die von Kathy Bates so großartig dargestellte (und mit dem Oscar belohnte) Annie Wilkes in der 1990 entstandenen Stephen King Verfilmung „Misery“.

Wie schon jemand auf McNaughtons Facebook Seite so richtig bemerkte: „If the Oscars would award real performances, Mrs. Morton would at least be nominated again.” Die Betonung liegt hier auf “again”, denn bereits in den Jahren 2000 und 2004 war sie nominiert.

Ebenfalls hervorheben sollte man die Leistung der beiden Jungdarsteller, die ihre Rollen sehr lebendig und vom Gefühl her „ehrlich“ ausfüllen. Wobei Natasha Calis hier den Vorteil hat im Mittelpunkt der „Action“ zu stehen, wohingegen die Rolle von Charlie Tahan natürlich relativ gesehen schwerer zu spielen ist, da ihr das Element der Bewegung fehlt. Aber die Chemie zwischen den Teenagern ist stimmig und wirkt in keiner einzigen Sequenz gespielt.

harvest05Michael Shannon hat leider überhaupt keine Chance zu brillieren. Seine Figur hat die meisten Szenen zusammen mit Katherine und generell ist sein Charakter eher farblos und darin gefangen der ruhende Pol zu sein. Ebenso schwierig ist es für die Darsteller von Maryanns Großeltern. Hier hat man zwar zwei Altstars verpflichtet, aber sie haben nur wenige Szenen und greifen in die Haupthandlung eher aus zweiter Hand ein. Peter Fonda zumindest hat drei gute Szenen und am Ende die letzte Dialogzeile, die so einige Fragen beantwortet, bzw. einige Dinge gerade rückt.

John McNaughton hat mit „The Harvest“ einen ernsthaften und funktionierenden Horrorfilm geschaffen, der vielleicht gerade deshalb so gut funktioniert, weil er sich NICHT an die Genrekonventionen hält. Er verzichtet in der ersten Hälfte des Filmes bewusst darauf auch nur den Hauch von Gruselatmosphäre aufzubauen sondern inszeniert bewusst auf eine Art und Weise, die den Zuschauer glauben lässt, in Sicherheit zu sein. Sicherlich gibt es auch hier bereits eine Spannungssequenz die sehr stark an Hitchcock erinnert (der Baseball) und einige Momente mit dem Katherine Charakter erzeugen ein subtiles Unbehagen, aber all diese Thrillerelemente fügen sich nahtlos in die dramatische Haupthandlung ein.

harvest01Erst wenn es dann zur bereits erwähnten großen Überraschung kommt, zeigt McNaughton deutlich, das seine Wurzeln im Horrorgenre liegen. Von diesem Moment an – im vollen Bewusstsein den Zuschauer nun total in der Hand zu haben - zieht er alle Register vom sanften Grusel bis hin zum derben Schock und spielt gekonnt auf der Genre-Klaviatur.

Splatter Fanatiker werden sicher keinen Spaß an dem Film haben, aber für jeden anderen Genrefan ist der Film ein absolutes Muss.

„The Harvest“ ist eine kleine Perle in der Masse der Direkt-to-BluRay/DVD-Veröffentlichungen und zeigt einmal mehr, dass dort mittlerweile der Ersatz zum klassischen B-Movie Kino früherer Jahre zu finden ist.

 

 

Zur VÖ von Koch-Media

 

posterDie BluRay hat - wie zu erwarten - eine exzellente Bild- und Tonqualität, was vor allem der großartigen Kameraarbeit von Rachel Morrison zu Gute kommt. Kluger Weise hat man beim Mastering auch darauf geachtet das Bild nicht zu überfiltern und so den natürlichen Kinolook behalten, speziell, da der Film tatsächlich auf 35mm-Material gedreht wurde.

Auf der Disk befindet sich auch noch ein sehr interessanter und kurzweiliger Audiokommentar mit John McNaughton und dem Produzenten Steven A. Jones. Die beiden arbeiten bereits seit "Henry" zusammen und haben eine echte Freundschaft entwickelt, die auch in diesem Gespräch sehr deutlich wird.

Außerdem ist natürlich auch noch der Trailer mit verfügbar, wobei ich hier dringlichst davon abraten würde ihn vor dem Film zu sehen, da er einige wirklich wichtige Momente spoilert. Das ist nicht nur meine Meinung, sondern es wurde mir von John McNaughton, der diese Vorschau im Übrigen nicht zu verantworten hat, ans Herz gelegt euch darauf aufmerksam zu machen.

Ich kann zwar verstehen, dass man für das Massenpublikum solch ein Preview zur Verfügung stellen musste, jeder Fan von subtilem Horror und jeder, der mit dem Namen John McNaughton etwas anfangen kann, kommt aber ohnehin nicht an dieser Veröffentlichung nicht vorbei.

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