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Unlawful Entry (1992)
Fatale Begierde

 


Regie: Jonathan Kaplan
Darsteller: Kurt Russell,
Madeleine Stowe, Ray Liotta

 

 

 

Auf BluRay ab 02.03.2017

 

Die großen Hollywood-Thriller der späten Achtziger und frühen Neunziger verliefen meist nach ein und demselben Rezept:

Man nehme eine „heile Welt“-Familie (oder Pärchen) ohne Kinder (ggf. mit Baby) sowie eine Prise beruflichen Erfolg. Dann gebe man eine charismatische Figur hinzu, die zunächst äußerst sympathisch daher kommt, das Publikum jedoch schon durch sachte eingestreute diabolische Blicke böses erahnen lässt. Dieser Fremdkörper wird nun durch permanentes Rühren und penetrantes Einschleimen in die Familienmischung gegeben, bis ihr Sympathiehefekloss platzt.

Nun verdirbt der berufliche Erfolg der heile Welt-Pärchen-Zutat zunehmend (oft in Verbindung mit Konflikten mit dem Gesetz). Der Fremdkörper bestimmt ab hier weitestgehend den Geschmack und eleminiert vor allem Haustiere und/oder beste Freunde der Familienzutat.

Erst kurz vor dem Servieren verliert der Fremdkörper seinen Geschmack (oft durch Zugabe eines Schusses Blei).

Das alles ergibt ein harmonisches Familiengericht, welches am Ende wieder so schmeckt wie anfangs (oft sogar noch harmonischer im Abgang).

Concorde beschert uns mit Fatale Begierde einen, nach oben erwähntem Rezept gestrickten, Hochglanzthriller, der neben Titeln wie Die Hand an der Wiege oder Weiblich, ledig, jung sucht... im Jahr 1992 an der Box Office für klingelnde Kassen sorgte.

fatal02„Vorhersehbar!“ oder „Langweilig!“ mag der ein oder andere Leser nun losschreien.

Doch letzteres ist Fatale Begierde eben nicht.

Dies liegt zum Einen an der hervorragenden Regie von Jonathan Kaplan, der Jodie Foster einst in Angeklagt zu oscarprämierten Höchstleistungen anspornte. Immer wieder gelingt es ihm, den vorhersehbaren Plot spannend und mit gekonnt eingefangenen Bildern zu inszenieren.

Auch das Schauspieltrio Russell, Stowe und Liotta weiß, wie man Klischees zu überspielen vermag.

Die Handlung führt uns nach Los Angeles ins Haus der Carrs.

Michael (Kurt Russell), der gerade Investoren für einen Nachtclub sucht, telefoniert mit seinem Anwalt, während seine Frau Karen (Madeleine Stowe) vom Bett aus sprichwörtlich in die Röhre schaut (also Fernsehen).

Als aus dem unteren Stockwerk ein merkwürdiges Geräusch ertönt, bewaffnet sich Michael mit einem Golfschläger und schaut nach dem Rechten. Er stellt einen Einbrecher, dem es jedoch gelingt Karen ein Messer an die Kehle zu halten.

Seine anschliessende Flucht verläuft ohne Blutvergiessen.

fatal01Kurz darauf erscheinen die Streifenpolizisten Roy Cole (Roger E. Mosley) und Pete Davis (Ray Liotta) am Tatort.

Officer Davis ist es dann auch, der den Carrs nahelegt, eine Alarmanlage zu installieren. Immer wieder schaut er nach dem Rechten im Hause Carr und sorgt sich (ein wenig zu liebevoll) um die immer noch verstörte Karen. Er bietet Michael sogar an, die Cops einen Abend lang auf Streife zu begleiten.

Doch dieses „Abenteuer“ wird für den erfolgreichen Geschäftsmann bitterer Ernst, als Officer Davis ihm den Einbrecher auf dem Silbertablett serviert, damit er sich rächen kann…

Wie bereits erwähnt ist der Fortlauf der Geschichte wenig überraschend.

Nach und nach outet sich der treusorgende Polizist als echter Psycho.

Natürlich verliebt er sich in den weiblichen Hauptcast und natürlich zerstört er das Leben ihres Mannes systematisch.

Die Stärken des Films findet man jedoch in dessen Atmosphäre.

fatalpackGleich zu Beginn sehen wir die Luftaufnahme eines Tatorts über den die Kamera, bis hin zum Anwesen der Carrs, hinwegfliegt. Der Soundtrack von James Horner unterstützt die fiebrige Stimmung hierbei gekonnt.

Die BluRay von Concorde lässt den Film im 21. Jahrhundert ankommen. Sowohl Bild als auch Ton sind hervorragend und lassen nicht auf einen 25 Jahre alten Film schließen.

An der Bonusfront gibt es neben einer Featurette noch eine B-Roll und den Trailer.

 

Fazit:

Ausgezeichnete BluRay einer vergessenen Thrillerperle aus den frühen Neunzigern.

Zwar vorhersehbar, aber durchaus unterhaltsam und nie langweilig.

Chrischi

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