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Showgirls und Spetters
oder
Wie Paul Verhoeven Genre dekonstruiert

 

 

Die Geschichte des Paul Verhoeven Films Showgirls ist, in den mittlerweile 23 Jahren seit seinem Release, zu einer Art modernen Hollywood Mythos geworden. Damals ging man in weiten Teilen von Tinseltown davon aus, dass den Einspielergebnissen des Provokateurs aus den Niederlanden, welcher sich nach Robocop, Total Recall und Basic Instinct auf dem unbestreitbaren Höhepunkt seiner Karriere befand, keine Obergrenzen gesetzt sind. Folglich gab man ihm für sein nächstes Projekt, basierend auf einem Skript von Verhoevens Freund Joe Eszterhas, welcher bereits die Adaption für Basic Instinct geschrieben hatte, nicht nur ein 45 Millionen Dollar Budget sondern auch weiteste kreative Freiheit.

pauleEin Risiko, dass sich, nachdem Showgirls dann letztlich im September 1995 in die Kinos kam, als ein fataler Fehler entpuppen sollte. Das Publikum verließ den Saal seinerzeit entweder verärgert oder enorm verwirrt. Die Performances wirkten absurd, das Skript verfolgte keinerlei Spannungskurve und die Ästhetik entsprach so gar nicht den erotischen Verheißungen des Posters. Auf den Plakatwänden versprach man Schlüpfrigkeit, wo der Film befremdlichen Cartoonsex lieferte.

Es ist wenig verwunderlich, dass diese enorme Anhäufung an kapitalen Fehlern einen tiefen Eindruck in der Filmhistorie hinterließ. Schließlich laufen diese Dinge stets ähnlich ab. Nach einer Reihe an, von Kritik und Publikum gleichermaßen gefeierter, Filme liefert ein geschätzter Regisseur eine provokante Arbeit, die augenscheinlich keinerlei Interessen an einem Populärpublikum verfolgt, ab und sorgt allerseits für Ärger und Verwirrung.

Paul Verhoeven allerdings hat diese Nummer zweimal gebracht.

Spetters (1980) ist Paul Verhoevens Abgesang auf die Teenager Schmonzette der 70er Jahre. Vermarktet in der selben Teen-Stilistik, welche beispielsweise auch die Grease Marketingkampagne auszeichnete, wirft Spetters die Träume, Hoffnungen und Romantik seiner halbstarken Protagonisten so lange durch den Reißwolf des Zynismus, bis lediglich nur noch ein Brei aus Realismus, Vernunft und Abfinden am anderen Ende rauskommt. spetters02Spetters sorgte selbst in seinem sehr liberalen Heimatland der Niederlande seinerzeit für großes Aufsehen unter den Jugendschützern. Es wurde sogar ein eigenständiger Verein gegründet, dessen einzige Funktion es war gegen Spetters zu demonstrieren.

Neben der freilich äußerst expliziten Darstellung von Sex, Gewalt und, in einer Szene die selbst heutzutage nichts an ihrem kontextuellen und visuellen Schockfaktor eingebüßt hat, sexuellen Gewalt, gab die ungewöhnliche Erzählstruktur, gepaart mit den unkonventionellen Schauspiel, den Kritikern weiteres Futter, um Spetters vom künstlerisch erkennbaren Film, zum verwerflichen Schund zu degradieren.

Verhoevens eigentliche Intention, der Persiflage auf den billigen Kitschfilm für Heranwachsende, wurde damals selbstredend keine Beachtung geschenkt. (Auch nicht durch die Teenager, deren Freude an der Fleischbeschau den Film dennoch zu einem Kassenerfolg machte.)

spetters03Dabei erscheint es so offensichtlich.

Jeder Charakter in Spetters handelt in Absoluten. Ihre Dialoge durchzogen von wilden Zukunftsvisionen und ihr Handeln geprägt von albernen Imponiergehabe. Das Geschwader an freudigen Zufällen, welches in Teenagerfilmen meist zur positiven Wendung der Geschichte beitragen, wird konsequent durch Schicksalsschläge und Gemeinheiten ersetzt. Kein Charakter findet die große Liebe in anonymen Sex. Einer dafür die eigene Sexualität via Vergewaltigung. Alles wird durch ein ungutes Prisma der Realität geworfen. Heutzutage erscheint es schon sehr merkwürdig, dass diese Gedanken kaum jemanden im Publikum kamen.

Was uns zu Showgirls bringt.

Showgirls folgt in Paul Verhoevens Filmographie direkt auf Basic Instinct. Der popkulturelle Einfluss des Erotikthrillers mit Sharon Stone war damals mit wenigen Sachen vergleichbar. showgirls01Nicht nur war der Film selbst ein Hit. Er zog auch eine Art mediale Revolution, insbesondere im Bezug auf erotische Thematiken, in den USA nach sich. Neben einer Welle an unsäglichen Basic Instinct Rip-offs (welche im schlimmsten Fall ebenfalls Sharon Stone in die Hauptrolle casteten), wurde im Fahrwasser des Streifens vor allem die Sorte Film populär, welche der Pre-Internet Generation als Soft-Pornographie bekannt ist. Filme die am Rande des Pornos tanzten, aber sich gewissen Einschränkungen unterlegen mussten, um das profitablere Kaufhauspublikum bedienen zu dürfen. Neben den Verzicht auf explizit gezeigte Genitalien bedeutete dies auch einen verlangten Storyfokus, welcher für die Erotikindustrie nun wahrlich als Neuland zu bezeichnen war. Rund 50% eines Films mit Handlung füllen zu müssen, führte mitunter zu unglaublichen Ergebnissen. Abstruse Geschichten, vorgetragen von Menschen deren Qualitäten mit Sicherheit nicht in der bildenden Kunst zu suchen waren und Sexszenen von solch mangelhafter Rechtfertigung, dass einem schwindelig werden konnte.

Showgirls ist einer dieser Filme. Zumindest in Teilen.

showgirls06Das Konzept Showgirls versucht die Welt aus riesigen kalten Wohnzimmern und überschminkten Blondinen, welche Verhoeven selbst in Basic Instinct mit definierte, mit einer gesunden Portion Realität anzureichern. Die Soft-Erotik Filme dieser Zeit beschäftigten sich in der Hauptsache mit dem Konzept der Kontrolle. Zumeist gab es eine weibliche Hauptdarstellerin, die sich in einer komplizierten Situation befand, welche es dann mit Manipulation, Cleverness und natürlich ausgeprägten Einsatz ihrer weiblichen Reize zu lösen gab.

Die Hauptfigur Nomi in Showgirls verhält sich ähnlich. Sie spinnt Intrigen gegen ihre Konkurrentinnen, spielt Männer gegeneinander aus und versucht Rache für jede ihr widerfahrene Ungerechtigkeit zu üben. Jedoch verschlimmert sich Ihre Lage, durch jede von ihr begangene Tat. Ähnlich wie in Spetters wird auch hier ein Prisma an Realismus auf ein surreales Genre geworfen.

„Wir können nicht vögeln! Ich habe meine Tage!“

showgirls03Zumal dieser Ansatz für Verheoven bestimmt kein besonders Neuer ist. Vielleicht fällt es dem gemeinen Zuschauer leichter den Ansatz des Zerrspiegels zu sehen, wenn er mit dem Genre vertraut ist. Robocop, Total Recall und Starship Troopers basieren auf Filmarten mit einem weiten Mainstreamappeal. Folglich konnte man sich leicht in die Erzählweise und geschätzten Klischees in Stil und Performance hineinfühlen, und den ungeliebten Realismus folglich als den Fremdkörper in der eigenen Zerstreuung wahrnehmen.

Spetters und Showgirls scheiterten in der Gunst der Kritik, weil sie sich beide in Genres bewegten, mit denen Ihr Publikum bestenfalls marginal vertraut war. Weiterhin fehlte die offensichtliche Auszeichnung der Inspiration. Die zu erwartende Stilistik eines Films namens Robocop ist schließlich nicht misszuverstehen.

Beide Filme sind gewiss keine Fremdkörper in Paul Verheovens Filmographie. Wenn überhaupt sind Sie die pure Form des dekonstruierten Genrefilms, der den Holländer mit dem bösen Humor auszeichnet.

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