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Staffel 1

(D 2017; Netflix-exklusiv)

10 Episoden á ca. 55 Minuten

 

Regie: Baran bo Odar

Drehbuch: Baran bo Odar, Jantje Friese

Darsteller: Oliver Masucci, Karoline Eichhorn, Maja Schöne, Jördis Triebel

 

 

Sind wir doch mal ganz ehrlich – jeder, der das hier liest hat in irgendeiner Weise in den ersten Novemberwochen mit der Netflix-Kampagne für „Dark“ Bekanntschaft gemacht. Bereits kurz nachdem die zweite Staffel von „Stranger Things“ startete (und während man seine dazugehörige Binge-Sessions an zwei oder drei Abenden durchführte) , tauchte das erste Werbemotiv mit einer im Friesennerz gekleideten Figur vor einem Höhleneingang auf und legte den Verdacht nahe, dass uns eine weitere Serie im gleichen Stil ins Haus stand. Auch die ersten Clips von „Dark“ gingen – nicht ganz ungewollt – in diese Richtung und präsentierten unter anderem weibliche Teenager mit Schulterpolstern und einen Rubriks Cube auf einem Schreibtisch.

dark07Analog der Regel, dass Nostalgie am besten im Abstand von 30 Jahren funktioniert (denkt ruhig mal drüber nach) schien uns hier also eine weitere in den bunten Achtzigern spielende Serie ins Haus zu stehen. In den sozialen Medien zumindest wurde das interessiert aufgenommen, man begann sich auf eine weitere Wochendsession zu freuen und der ein oder andere notierte sich den 1. Dezember bereits rot im Kalender. Als dann aber bekannt wurde, dass es sich bei „Dark“ um eine deutsche Produktion handelte, wendete sich das Blatt recht schnell.

Dass der „Prophet in Sachen phantastischer Film“ seit den 50er Jahren hierzulande nichts gilt, haben wir ja bereit eingehend in unserem Podcast zum Thema „Sagenhaftes deutsches Kino“ vor fast zwei Jahren eingehend diskutiert und daran hat sich leider auch seitdem, trotz interessanter Genreproduktionen wie „Stung“ oder „Stereo“, wenig geändert. Abseits von intelligenzbefreiten Kommentaren wie „Deutschen Mist guck ich mir nicht an!“ und den, immer wieder wenn es Schwarz-Rot-Gold wird auftretenden, Schweiger-Witzchen, war vor allem „Jetzt imitieren die auch noch „Stranger Things“, diese Deppen.“ der Kanon, speziell von Leuten, die das Plakat vor einigen Tagen noch abgefeiert hatten. Daran liesse sich eine interessante massenpsychologische Studie anbauen, aber so weit will ich mit diesem Artikel dann doch nicht gehen.

Auf alle Fälle gab ich der Serie eine Chance und kann schon einmal vorab sagen, dass ich es nicht bereut habe.

dark03Zuerst einmal muss man ganz deutlich klarstellen, dass ein Vergleich mit „Stranger Things“ sich bereits nach 20 Minuten in der Welt des kleinen Örtchens Winden, dass von einem Atomkraftwerk dominiert wird (Hallo Springfield), komplett erledigt hat. Statt in einer kitschig verklärten Spielberg-Welt, in der die unheimlichen Elemente nicht zu düster, die Protagonisten nicht zu sehr gezeichnet sind startet die deutsche Produktion mit einem Selbstmord und dem Fund einer Kinderleiche. Nach und nach wird uns langsam ein Puzzle präsentiert, in dem es um eine Höhle geht durch die man scheinbar 33 Jahre in die Vergangenheit reisen kann, was dazu führt, dass wir jeweils die gleichen Charaktere in den Jahren 2019, 1986 und später dann auch teilweise im Jahr 1953 begleiten. Neben der zu Grunde liegenden Krimihandlung um verschwundene und tote Kinder, gilt es nun also auch noch etliche Leute in der Kleinstadt und deren Status zueinander kennen zu lernen. So haben wir eine ganze Menge Figuren, die wir als Teenager durch die 80er begleiten und gleichzeitig im Jahre 2017 beobachten. Da nun auch Charaktere im Laufe der Handlung durch die Zeit reisen, verkompliziert sich das Beziehungsgefüge von Folge zu Folge.

Glücklicherweise schafft es das Drehbuch von Jantje Friese und Regisseur Baran bo Odar dem Zuschauer den Überblick zu vermitteln, so dass man spätenstens ab der dritten Folge einen einigermassen guten Blick für die wichtigen Details entwickelt. „Dark“ entpuppt sich somit tatsächlich als eine ernsthafte Science-Fiction Geschichte um Zeitparadoxa, einer spannenden Krimihandlung als weiterem roten Faden und einem ganz kleinen Einschlag von Twin Peaks, da eigentlich jede Figur die wir kennen lernen (und das sind wie bereits erwähnt eine ganze Menge) irgendwie mit dem großen Geheimnis zu tun hat, dass sich aus vielen offenen Enden zusammensetzt. Werden diese Enden dann im Laufe der Handlung verknüpft öffnen sich dadurch andere Knoten, die es zu lösen gilt.

Wem das jetzt schon zu kompliziert ist, der sollte besser die Finger von der Serie lassen, denn das ist leider nur die erste Hürde, die es zu überwinden gilt. Eine weitere – und viel höhere – ist die Qualität der Schauspieler und hier gibt es eine ganze Menge Licht, aber auch einiges an Schatten. Während Karoline Eichhorn als Polizistin des Ortes eine recht gute Figur macht bleibt zum Beispiel dark08Oliver Masucci als ihr Kollege, der durch das Verschwinden seines Sohnes persönlich involviert ist und auf eigene Faust ermittelt, erschreckend eindimensional und unglaubwürdig. Nun wäre es vielleicht hier hilfreich gewesen, nicht gerade einen Schauspieler, der aussieht wie ein schlechtes „böser Dolph Lundgren“-Double für diese Rolle zu nehmen, speziell für einige der wichtigsten und schockierensten Moment der Serie wäre es aber generell nötig gewesen einen Schauspieler mit ein wenig mehr Talent zu verpflichten.

Auch einige andere Darbietungen erweisen sich als eher gewöhnungsbedürftig, was aber zum Teil auch der etwas drögen Inszenierung geschuldet ist, die visuell selten einmal über das Niveau eines skandinavischen Krimis hinwegkommt, obwohl der in kaleidoskopischen Bildern gehaltene Vorspann etwas anderes erhoffen lässt. Sicherlich blitzt ab und an mal etwas Originelles durch und auch dadurch, dass es in Winden und Umgebung scheinbar sehr oft regnet, ergeben sich nette Einstellungen, aber untebrochen werden diese immer wieder von langen und oft Tatortmässig steif daherkommenden Dialogszenen. Das liegt zum großen Teil daran, dass hier in Deutschland immer noch ein Unterschied zwischen E- und U- gemacht wird und das halt nicht nur in der Musik sondern allgemein im Mediensektor.

dark01„Dark“ ist dementsprechend komplett humorbefreit und bedient dadurch leider auch das Klischee vom humorlosen Deutschen. Nun ist es natürlich schwer – und auch in dieser Form nicht von mir erwünscht – Witze über ein Thema wie verschwundene und getötete Kinder zu machen, aber ab und an wünscht man sich beim Sehen von „Dark“ doch einmal einen befreienden Lacher oder zumindest eine Figur, die Grund zur Freude hat.

Aber auch wenn es jetzt vielleicht nicht so klingt, „Dark“ hat mir ausgesprochen gut gefallen. Ich mag ernsthafte Science Fiction, speziell weil es davon viel zu wenig filmischer Form gibt, und ich bin in der Lage über die formalen Schwächen der Serie hinwegzusehen, weil die Geschichte wirklich interessant erzählt wird. Sicherlich ist der ein oder andere Plot-Twist (der Fremde) meilenweit vorhersehbar, aber dafür gibt es auch Momente wie den, in dem die Wurmloch-Theorie einmal nicht mit einem durchstochenen Blatt Papier erklärt oder die der Serie zu Grunde liegende Idee dreier sich überlappender Zeitzonen in einem simplen Bild verdeutlicht wird. Hier werden klassische Science Fiction Sujets, die bereits seit den fünfziger Jahren durch die Literatur geistern, geschickt einem Massenpublikum näher gebracht.

dark04Wobei Massenpublikum hier wohl eher ein frommer Wunsch bleiben wird, denn wenn man den Kommentaren auf Fcebook und Twitter glauben darf, haben nicht wenige Zuschauer bereits in der Mitte der Staffel aufgegeben, da sich eben nicht der nette Unterhaltungsfaktor einer „Stranger Things“-Sichtung einstellt. Es gibt in „Dark“ halt keinen netten Dustin in den man sich als Zuschauer sofort verliebt oder eine starke Heldentruppe die man auf ihren Abenteuern begleiten kann. Die Bewohner von Winden sind, egal in welchem Alter und in welcher Zeitzone, Menschen die durch Phasen des Leidens und des Verlustes gehen oder durch ebensolche verändert wurden und nun meist alleine agieren, wobei kaum eine ihrer Handlungen zur Verbesserung ihrer Situation dienlich ist.

Das ist schon ganz schön düster...

 

Dark!

 

Interessant dürfte es sein zu beobachten, wie die Serie im Ausland angenommen wird, wo ja ein eher steifer inszenatorischer Stil seit den Zeiten des „Neuen deutschen Filmes“ durchaus als ein positives Element des deutschen Kinos gesehen wird.


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