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Bewertung: 5 / 5

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USA 1991

 

Regie: David Cronenberg

Vorlage: William S. Burroughs

Drehbuch: David Cronenberg, Bill Strait

Darsteller: Peter Weller, Judy Davis, Ian Holm, Julian Sands

 

-Kartographie des Wahnsinns-

 

nl04Ein Fiebertraum gehört zu den unangenehmsten Erfahrungen, die ein geistig gesunder Mensch sammeln kann. Die uns bekannte Logik löst sich auf und wird durch ein furchterregendes System ersetzt, dessen einziger Sinn darin bestehen zu scheint, sich durch immer neue Bilder des Wahnsinns zu reproduzieren. Diese Bilder sind so entrückt, dass es unmöglich ist, unseren Mitmenschen von der Traumlogik zu berichten. An jene Unmöglichkeit nähert sich David Cronenberg mit der Verfilmung des Beatnik-Werkes Naked Lunch an und übersetzt eine fremdartige Welt in die unsere; eine, die Abscheu und Ekel, aber vor allem Faszination hervorruft.

Während der verhinderte Autor William Lee (Peter Weller) sein Geld als Kammerjäger verdient, genießt seine Frau die ungewöhnlichen Vorzüge dieses Berufs: den ungehinderten Zugang zu berauschendem Insektizid. Mit ihren Schriftstellerfreunden experimentieren die Bohemiens mit der Droge, bis Williams Verstand schließlich von Halluzinationen zerfressen wird. Seine Schreibmaschine verwandelt sich in einen Käfer, der ihm den Auftrag gibt, seine Ehefrau zu töten, da diese in Wirklichkeit die Agentin einer mysteriösen Organisation namens Interzone Incorporated sei.

nl06Wütend zerschmettert er das schleimige Insekt, nur um seinen Auftraggeber post mortem zufrieden zu stellen. Denn bei einer alkohol- und drogengeschwängerten Wilhelm-Tell-Nachstellung verfehlt er das auf dem Kopf seiner Frau platzierte Glas und wird zum Mörder.

Die Flucht treibt ihn schließlich an den exotischen Ort Interzone, der das perfekte Setting für einen fiebrigen Horrortrip bietet, der literarisch festgehalten werden will.

„Ein widerlicher Gifthauch ununterbrochener Perversion, literarischer Abschaum“, ist zu lesen im Verbotsurteil von 1965 über William S. Burroughs Skandalroman. Wer mit dem Werk vertraut ist, kann bestätigen, dass es sich um ein unverfilmbares handelt, wird dem Autor doch nachgesagt, er hätte es im Heroinrausch verfasst. Dessen bewusst, erzählt David Cronenberg „nur“ die fiktive Entstehungsgeschichte des Buches und so verwundert es nicht, dass die Hauptfigur mit „William Lee“ eines der Pseudonyme Burroughs´ zum Namen hat. Auch die Schriftstellerfreunde sind angelehnt an zwei Weggefährten des Autors: Jack Kerouac und Allen Ginsberg. Dieser Ansatz ist jedoch kein feiger Kompromiss. Gegen Naked Lunch erscheinen sogar Mindfuck-Filme wie Donny Darko oder Lost Highway als einfach zu entschlüsselnde Rätsel, so obskur sind die Ereignisse, die William Lee erwarten.

nl03Eine klassische Handlung weicht kaleidoskopartigen Einblicken in die Welt eines Wahnsinnigen. Unsere Dimensionen lösen sich auf und weichen psychotischer Diktatur, in der der Mensch nur noch Spielball höherer Mächte ist, die auf seine Entmenschlichung aus sind. Diese Entmenschlichung stellt Cronenberg, wie für ihn typisch, äußerst plastisch dar, was den Zuschauern einige der besten handgemachten Splatter- und Horroreffekte der Filmgeschichte beschert. Nicht nur wenn es zu Verwandlungen kommt, erinnert der Film an die Bücher von Franz Kafka. Die Schattenorganisation Interzone Incorporated, ihre Ungreifbarkeit und dunklen Motive erinnern stark an den Prozess und rufen das drückende Gefühl hervor, das so stark mit dem Prager Autor verbunden wird, dass ihm dafür ein eigenes Adjektiv zuteilwurde, das gerne von klugscheißerischen Deutschleistungskurslern in der Oberstufe bemüht wird, hier aber einfach passt: kafkaesk.

nl05Bedrückung, Gewalt und Sex formen schließlich ein Kunstwerk, das genau wie die Romanvorlage, kontrovers diskutiert werden kann und viele abstoßen wird; eine Collage aus Blut und Sperma, die zeigt, zu welchen seelischen Angriffen Film fähig ist.


 

 

Christopher

 

 

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Aktuell kann man auf Netflix zwei Filme bewundern, die nahezu die gleiche Geschichte erzählen. Wir haben mal genauer hingeschaut...

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und der Wert von Interaktiven Kriegsmedien

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Bare Breasted Countess / Jacula / The Black Countess / Female Vampire
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VS Violent Shit – the movie (2015)
Part I – History Lesson


Die Geschichte von EVIL ED gegen Violent Shit (1989) ist eine Geschichte voller Missverständnisse. Gerade das macht es dann natürlich auch besonders schwer, wenn gerade Ich („Der Pseudo-Intellektuelle mit der Profilneurose“ – Originalton Doc Cyclops Magazin) als einer der ersten deutschen Filmkritiker die Chance erhalte, das Remake dieses „Klassikers“ zu besprechen. Doch bevor es zu diesem – nahezu historischen – Moment kommt, ist es an der Zeit, die Geschichte noch einmal aufzurollen.

Begleitet mich also im Folgenden auf eine Zeitreise in die wilden Achtziger, in denen NERD noch ein Schimpfwort und der Horrorfan als solches in der bundesdeutschen Öffentlichkeit ungefähr gleich hoch im Ansehen stand wie ein Pädophiler. Eine Zeit, in der unser Kanzler männlich und birnenförmig war und wir von den „besorgten Bürgern“ noch durch eine schicke Mauer getrennt waren.

 

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Heute gibt es zwei blutspritzende Remakes aus deustchen Landen bei uns...

 

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Das Staunen beginnt in den ersten 5 Minuten mit der Erkenntnis, dass „Violent Shit: the movie“ so etwas wie eine Geschichte erzählt. Es steigert sich nahezu ins Unermessliche, wenn man wenig später bereits so etwas wie eine Inszenierung erkennen kann. Ohne zu viel vorweg zu nehmen – man kann „Violent Shit: the movie“   tatsächlich mit dem zweiten Teil seines Titels ehren.

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Blood Feast

USA/Deutschland/Frankreich 2016

Regie: Marcel Walz

Drehbuch: Philip Lilienschwarz

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Darsteller: Robert RuslerCaroline WilliamsSophie MonkSadie KatzHerschell Gordon Lewis


EVIL ED war - in der Person von Christoph - auf der Premiere der UNGESCHNITTENEN Version von Marcel Waltz "Blood Feast"-Remake und bringt euch nicht nur einen exklusiven Report, sondern auch ein langes Review und ein Interview mit dem Produzenten Emsch Schneider. 

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 dt. Der 27. Tag

 (USA 1957)

„Primitive amerikanischen Filmutopie,
in die politische Tendenzen hineinspielen.“

Handbuch der katholischen Filmkritik, Band 2
Altenberg-Verlag, Düsseldorf 1959

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