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Kingsman: The golden Circle (2017)



Regie: Matthew Vaughn
Darsteller: Taron Egerton, Colin Firth, Mark Strong

 

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 „Hat er wirklich gerade „Fuck“ gesagt?“

 

Von allen Dingen, die an der Popularität des ersten „Kingsman“ Films unerwartet waren, von der überzogenen Persiflage der steinzeitlichen James Bond Allmachtsfantasie hin zum schier lächerlichen Gewaltgrad des Streifens, hat mich am meisten der allerseits stattfindende Lobgesang auf den Humor des Films überrascht.

king2 02Der Umstand der Überraschung heißt übrigens nicht, dass ich mich damals im Kino nicht amüsiert hätte, ehrlich gesagt war das genaue Gegenteil der Fall, sondern mir mehr die Frage stelle, über welche Art Humor ich denn so eine Freude empfunden habe. Schließlich generiert „Kingsman“ seine Fallhöhe meist auf dem Rücken einer Sorte Fäkal- und Tittenhumor, wie Sie einen selbst im American Pie Franchise, in seinen schwächsten Augenblicken, peinlich berührt hätten. Und trotzdem, in „Kingsman“ lachte der gesamte Saal als Eksi, in einem Moment von wirklich schwindelerregender Höhe an Sexismus, Analsex für die Rettung der Welt versprochen wurde. (Ähnliches gilt übrigens auch für die berühmte „Free Bird“ Sequenz, welche selbst von einer guten Freundin, die normaler weise eher durch Ihr notorisches Augen zu halten in Kinos auffällt, mit allgemeinen Jubel bedacht wurde.)

Was „Kingsman“ anders macht ist die sehr gezielte Kreation einer Kontrastsituation. Früher waren Schimpfworte und Tittenwitze als furchtbar lustig angesehen, weil man solche Dinge, zumindest in der Öffentlichkeit, nicht auszusprechen wagte. Aber die Zeiten haben sich bekanntlich geändert. Heutzutage kennen manche Zwölfjährigen bessere Beleidigungen, als ich mich in dem Alter je zu sagen gewagt hätte. („Wenn man genau guckt, kann man den Kratzer vom Kleiderbügel noch sehen!“) Folgerichtig ist das grobschlächtige „Uiii er hat „Ficken“ gesagt“, welches Ingo Appelt vor 20 Jahren noch die Altersvorsorge gesichert hat, heute bestenfalls noch eine traurige Krücke, eines alternden Zweiges der Komik.

king2 04„Kingsman“ hat den Reiz des Verruchten wiederbelebt, indem er seine Handlung in eine Umgebung setzte, in der die Idee eines einfach ausgesprochenen Fluches, wieder all seinen Überraschungsmoment zurück erlangen konnte. Dadurch das alle Charaktere im Film konstant eine Fassade der Kontenance erhalten, ist der Verlust selbiger stets eine Erinnerung an Emotionen, die alle Menschen eint. Wir lachen aus dem selben Grund, aus dem wir auch über Donald Duck lachen. Wir erkennen uns in der Fehlbarkeit, und halt manchmal auch in der Wut unserer Gegenüber wieder. Es beruhigt uns, dass selbst ein Michael Cain ab und an nichts anderes mehr dazu einfällt, als ein simples „What the Fuck?!“.

„Kingsman 2“ steigert, wie es ohnehin zu erwarten war, alle Qualitäten des Vorgängers, allerdings auch ohne dabei besondere Risiken einzugehen. Die Story ist weiterhin bestenfalls schmückendes Beiwerk, die Charaktere werden (wie es eine Bond Parodie halt irgendwie auch verlangt) mit eher groben Pinselstrichen gezeichnet und so wirklich spannend wird die Nummer auch eher selten.

king2 05Aber seien wir mal ehrlich, deshalb sind wir ja auch gar nicht hier. Und die Vorzüge, die den Erstling bereits in die höchsten Gefilde des simplen Popcorn-Kinos katapultierten, namentlich die bereits erwähnten Unmengen an Gewalt und skatologischen Humor, sind in meist doppelt bis dreifachen Dosen vorhanden. Neben einem wirklich fantastisch abartigen Setpiece, welches sich unter anderem einer Flasche Ketchup bedient, sind auch die restlichen Schauwerte wieder in einem Ausmaß vorhanden, das der Bundesprüfstelle in den Achtzigern einen mittelschweren Herzinfarkt beschert hätte. Zwar kann man den reinen Exzess der Kirchenszene freilich nicht übertrumpfen, aber über die Gesamtlaufzeit bewegt sich der Film zumindest in ähnlichen Gefilden.

Und was ist mit dem Humor? Wie kann man den Hochmut der „Kingsman“, wie Sie im ersten Film gezeigt wurden, überhaupt noch steigern? Und würde das überhaupt nochmal so witzig werden können, wie es vor knapp drei Jahren war? Die Lösung, und leider hat zumindest ein Poster diesen Kniff gespoilert, (was mich allerdings nicht dazu verleiten wird selbiges in diesem Text zu wiederholen), war die Verpflichtung einer faktisch adeligen Gastrolle. Ja, „Kingsman: The golden Circle“ hat allen Ernstes den englischen Adel bemüht, damit wir noch ein allerletztes mal über erhobene Mittelfinger lachen können.

king2 06Das nenne ich mal Einsatz! Und das beste ist, dass die ganze Nummer dann auch noch funktioniert. Dadurch das man diesen Stunt bis zu seinem absoluten logischen Endpunkt durchzieht, kommt man, ähnlich wie der seinerzeit ähnlich aussichtslose „22 Jumpstreet“, mit genau diesem Wagnis durch.

„Kingsman: The golden Circle“ ist die Sorte Film, die in den 50er Jahren gerne als „Caper“ definiert wurden. Unter Garantie keine hochwertige Nahrung für den Cineasten, aber halt auch nicht Mäcces. Dafür ist zu viel Sorgfalt in die Konstruktion all dieser wunderbaren Belanglosigkeit gesteckt worden.

Wenn man sich erinnern kann, wie lustig man damals Bad Taste gefunden hat, dann weiß man, welches Gefühl man hier finden kann.


 

Trashbox

  

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Hp News

mutant06Mutant - das Grauen im All (1982)

Forbidden World

ab 24. November als Mediabook von ANOLIS

Teil 1 der Reihe „Phantastische Klassiker“

 

Regie: Allan Holzman

Drehbuch: Tim Curnen, Jim Wynorski

Make-Up-FX: John Carl Buechler

Darsteller: Jesse Vint, Dawn Dunlap, Linden Chiles, Michael Bowen

 

Zum Start ihrer neuen Mediabook-Reihe haut ANOLIS einen Klassiker raus, der mir das liebste ALIEN-Rip-of ist.

Eine detaillierte Liebeserklärung...

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bluThe Book of Henry (2017)


 

seit 21. September ungesehen im Kino
ab 25. Januar auf DVD/BluRay

Regie: Colin Trevorrow

Drehbuch: Gregg Hurwitz

Darsteller: Jaeden Lieberher, Jacob Tremblay, Naomi Watts, Dean Norris

 

Der Regisseur des - zur Zeit noch - erfolgreichsten Films aller Zeiten überrascht mit einem überragenden Drama mit leichten Fantasy-Anklängen und keiner will es sehen.

Was ist passiert?

Evil Ed geht der Sache auf den Grund...

 

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Night of the virgin (2016)
La noche del virgen

Spanien/Mexico

Regie: Roberto San Sebastián

Darsteller: Javier Bódalo, Miriam Martín,
Víctor Amilibia

 

"Night of the Virgin" hat sich auf den diesjährigen Fantasy-Filmfesten als einer der Publikumslieblinge entpuppt. Der mexikanisch-spanische Film entpuppt sich als eine rabenschwarze absurde Komödie mit Massen an diversen Körperflüssigkeiten. Solche Massen, dass vor den Vorstellungen sogar Kotztüten verteilt wurden.

Aber keine Angst, ganz so schlimm ist es dann doch nicht und der Film hat noch viel mehr als nur seinen Ekelfaktor zu bieten.

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posterThe Harvest (2013)

Haus des Zorns

Regie: John McNaughton

Darsteller: Samantha Morton, Michael Shannon, Natasha Calis, Charlie Tahan

ab 23. November von Koch-Media auf DVD/BluRay

Nach mehr als 4 Jahren erscheint John McNaughtons aktuellstes Werk auch endlich hierzulande. Allerdings hat der Film, der mit dem seltsamen deutschen Titel "Haus des Zorns" in den Regalen landet, auch generell erst einmal zwei Jahre auf Eis gelegen, bis er auf Netflix USA seine Premiere feiern durfte.

Das soll aber nicht heißen, dass der Film schlecht ist - nur halt schwer vermarktbar.

Unsere Kritik sagt Euch warum...

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Zum Release von "Haus des Zorns" verlosen wir in Zusammenarbeit mit Koch-Media jeweils eine DVD und eine BluRay dieses - noch unbekannten - Meisterwerks.

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querein Bernd Rant©
Einmal mehr präsentiert Euch Evil Ed einen etwas anderen Artikel. Keine Kritik, keine Analyse, sondern ein weiterer Bewusstseinsstrom. Ein reichlich bebildertes Leseerlebnis der besonderen Art...

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poster The X-Files (1998)
Videogame PS1

Regie: Greg Roach

Buch: Chris Carter, Richard Dowdy

Darsteller: David Duchovny, Jordan Lee Williams, Gillian Anderson, Mitch Pileggi

 

Mario, unser passend benamster Spieleexperte, hat für Euch die X-Akten geöffnet und sich in die Tiefen eines PS1 interactive Movie fallen lassen.

Ein ganz besonderes Leseabenteuer erwartet Euch...

 

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poster Happy Death Day (2017)

Ab 17. November im Kino

Regie: Christopher Landon

Drehbuch: Scott Lobdell

Musik: Bear McCreary

Darsteller: Jessica Rothe,
Israel Broussard, Ruby Modine

 

Der aktuelle Platz 1 in den US-Kino-Charts wird zur Zeit von diesem Mix aus Komödie und klassischem Slasher belegt, was wieder einmal zeigt, dass Genre-Produktionen gerade mal wieder sehr stark im Kommen sind.

Lohnt es sich also nächsten Donnerstag,
die 10 bis 15 € für einen Kinobesuch hinzulegen?

 

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2017 11 07 08.31.12 GEWINNSPIEL
Night of the Virgin

Mit freundlicher Unterstützung von Pierrot le Fou verlosen wir zwei DVDs und eine BluRay von "Night of the Virgin", natürlich mit der dazugehörigen Kotztüte. Was Ihr dafür tun müsst steht im Artikel...

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poster MoH S01E04
Jenifer
 Regie: Dario Argento

Darsteller: ,

 

Es wird allgemein als Tatsache angesehen, dass Dario Argento mittlerweile sein "Mojo" verloren hat.

Unser Autor Trashbox versucht, das anhand dieser Folge unserer "Masters of Horror"-Retrospektive zu widerlegen. Denn dadurch, dass die Regisseure bei dieser TV-Serie komplett freie Hand und totale kreative Kontrolle hatten, haben wir hier die vielleicht ehrlichsten ihrer Werke vorliegen.

Erwartet also keine Kritik mit abschließendem Fazit - aber das müsstet ihr ja mittlerweile wissen. :)

 

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