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Hier werden wir in loser Folge TV-Serien und -Ereignisse besprechen, die uns aufgefallen sind. Auch Staffelboxen und reine TV-Filme werden hier ihren Platz finden. Diese Rubrik ist NICHT autorenabhängig, hier darf jeder seinen Senf dazugeben. :)

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Der Punkt der Zäsur in Bojack Horseman

 

Bojack Horseman ist, unter analytischen Gesichtspunkten, die momentan bemerkenswerteste Serie im Fernsehen. Nicht nur füllt die Show jede ihrer Folgen mit allerlei Bildlichkeit und Subtexten, sondern selbst die Struktur der individuellen Staffeln folgt einer klar strukturierten dramatischen Progression.

bj04Da wäre zum einem der deutlich fühlbare Tonwechsel zwischen den einzelnen Folgen. Vergleicht man eine Episode am Beginn einer Bojack Staffel mit einer solchen aus dem späteren Verlauf der entsprechenden Season, so merkt man unmittelbar eine bedeutend tristere Atmosphäre gegen Ende der jeweiligen Jahreslaufzeit. Zwischen diese stetig eskalierende Dunkelheit, setzt die Serie in unregelmäßigen Abständen, allerdings stets an dringend benötigten Stellen im Handlungsverlauf, eher auf Unterhaltung und Belustigung designte Folgen. Zwar täuscht auch diese vorsätzlich aufgesetzte Clownsnase nur selten über den stets vorhandenen Gravitas der Charaktere hinweg, allerdings ist es leicht sich, im speziellen nach dem Konsum einiger gewissen Folgen, manchmal einfach einzureden, dass Todd einfach nur ein sehr witziger Sidecharacter ist. Betrachtet man die wirklich ermüdende Selbstbedeutung von Serien wie den, ebenfalls auf Netflix zu streamenden, Marvel-Serien, dann wird einem schnell bewusst, dass selbst ein sinnvolles Staffelpacing, inklusive aller notwendigen emotionalen Höhen, Tiefen und Entspannungsphasen, mit Sicherheit noch weit von einem Industriestandart entfernt ist. Obwohl man meinen sollte, dass der Gedankengang:“ Hey wir haben gerade eine Folge über Abtreibungen produziert, vielleicht sollten wir kurz durchatmen, bevor wir den Leuten wieder in die Fresse treten:“ eigentlich ganz nachvollziehbar klingt.

bj01In der Theorie zum klassischen Drama, laut dem Schriftsteller Gustav Freytag, spricht man gemeinhin von der „Pyramidalen Struktur der Tragödie“, wie es Sie bereits in der griechischen Antike gab. Die „Pyramidale Struktur“ besagt hierbei, dass der Spannungsbogen eines Dramas in fünf klar definierten Phasen verläuft. Dieser Verlauf beginnt mit der „Exposition“. Hier werden dem Zuschauer die Charaktere, Handlungsumstände und unter Umständen bereits Ansätze eines bestimmenden Konfliktes nahegebracht und vorgestellt. In der hierauf folgenden „steigenden Handlung“ kommt die Geschichte dann langsam in Fahrt. Die Schwierigkeiten, welchen sich unsere Protagonisten stellen müssen, werden in all Ihren Verwirrungen und Gefahren sichtbar. Wir wissen von nun an definitiv was auf dem Spiel steht. Anders als in den meisten Medien heutzutage üblich, befindet sich das Finale in Form des „Höhepunkts“, welcher auch als Zäsurpunkt oder Peripetie bekannt ist, bereits in der Mitte des Dramas. Hier findet sich der Held in direkter Konfrontation mit seinem Schicksal. Da die Tragödie, wie der Name ja schon andeutet, als solche kein gutes Ende nimmt, verliert unsere Hauptperson, übrigens ebenfalls konträr zur heutigen Populärunterhaltung, diesen Konflikt. Sein Schicksal ist bereits hier besiegelt und wird nur noch von den, in der nun folgenden „fallenden Handlung“ vorkommenden, „“retardierenden Elementen“ herausgezögert. Meist findet sich noch der ein oder andere Zufall, welcher unserem Helden eine Galgenfrist gewährt. Manchmal dauert diese Phase mehr oder weniger lange. Aber am Ende des Tage muss sich der Hauptdarsteller seinem Schicksal, in Form der sogenannten „Katastrophe“, stets beugen. Die Katastrophe als Ende der Tragödie ist in der Dramatik unumstößlich.

bj05Jede Staffel Bojack Horseman folgt ganz offensichtlich der Struktur einer klassischen Tragödie. Zu Beginn werden wir über den aktuellen Status aller Hauptfiguren informiert, und uns werden die momentan drückendsten Bedrohungen selbiger vermittelt. Im Verlauf der ersten Zehn Staffelepisoden spitzt sich die Situation dann fortlaufend zu. Jeder Schritt den ein Charakter, und im speziellen Bojack selbst, versucht vorwärts zu gehen, endet in einer Situation, der gegenüber die vorherige Ausgangslage sehr positiv wirkt. Alles wird kontinuierlich schlimmer. Und dann kommt jede Staffel die unvermeidliche Folge 11. Folge 11 ist bei Bojack Horseman jedes Jahr der Punkt der Zäsur. Hier laufen die Fäden in einem finalen konfliktgeladenen Setpiece zusammen. Am Ende dieser Episode ist stets der massivste Punch in die Magengrube des Zuschauers. Wenn der Abspann am Ende dieser Folgen läuft, dann kann man sich eigentlich nicht vorstellen, dass sich Bojacks Situation jemals wieder zum Positiven wenden kann. Man erwartet die Katastrophe.

Doch genau diese Katastrophe tritt nicht ein. Im Verlauf der, auf die Peripetie folgende, Folge 12 findet sich ein retardierendes Element. Das eine Ding durch das wir glauben, dass es doch noch eine Hoffnung für die Ehe der Peanutbutters gibt, das Princess Caroline eine Chance auf ein Leben außerhalb der Arbeit hat und das Bojack einen Grund zu Leben findet. Das retardierende Element erfüllt seine Funktion und verzögert die Katastrophe.

 

Und dann?

 

bj03Dann, nach der zwölften Episode des Jahres, endet die Staffel. Die Katastrophe bleibt aus, und wir fangen nächstes Jahr wieder bei der Exposition an.

Wer dieses Design jetzt inkonsequent, oder gar enttäuschend, findet hat das Konzept nicht begriffen. Macht euch keine Sorgen, Ihr werdet euer Ende noch bekommen. Das ist schließlich der Grund, warum Bojack Horseman so verdammt beunruhigend zu gucken ist. Alles an dieser Struktur sagt uns, dass diese Geschichte potenziell kein gutes Ende nehmen wird. Egal wie viele retardierende Staffeln es noch benötigen wird, am Ende des Tages ist Bojack Horseman eine Tragödie, und die Katastrophe ist in der Tragödie unumstößlich.


 

Trashbox

  

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mutant06Mutant - das Grauen im All (1982)

Forbidden World

ab 24. November als Mediabook von ANOLIS

Teil 1 der Reihe „Phantastische Klassiker“

 

Regie: Allan Holzman

Drehbuch: Tim Curnen, Jim Wynorski

Make-Up-FX: John Carl Buechler

Darsteller: Jesse Vint, Dawn Dunlap, Linden Chiles, Michael Bowen

 

Zum Start ihrer neuen Mediabook-Reihe haut ANOLIS einen Klassiker raus, der mir das liebste ALIEN-Rip-of ist.

Eine detaillierte Liebeserklärung...

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bluThe Book of Henry (2017)


 

seit 21. September ungesehen im Kino
ab 25. Januar auf DVD/BluRay

Regie: Colin Trevorrow

Drehbuch: Gregg Hurwitz

Darsteller: Jaeden Lieberher, Jacob Tremblay, Naomi Watts, Dean Norris

 

Der Regisseur des - zur Zeit noch - erfolgreichsten Films aller Zeiten überrascht mit einem überragenden Drama mit leichten Fantasy-Anklängen und keiner will es sehen.

Was ist passiert?

Evil Ed geht der Sache auf den Grund...

 

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Night of the virgin (2016)
La noche del virgen

Spanien/Mexico

Regie: Roberto San Sebastián

Darsteller: Javier Bódalo, Miriam Martín,
Víctor Amilibia

 

"Night of the Virgin" hat sich auf den diesjährigen Fantasy-Filmfesten als einer der Publikumslieblinge entpuppt. Der mexikanisch-spanische Film entpuppt sich als eine rabenschwarze absurde Komödie mit Massen an diversen Körperflüssigkeiten. Solche Massen, dass vor den Vorstellungen sogar Kotztüten verteilt wurden.

Aber keine Angst, ganz so schlimm ist es dann doch nicht und der Film hat noch viel mehr als nur seinen Ekelfaktor zu bieten.

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posterThe Harvest (2013)

Haus des Zorns

Regie: John McNaughton

Darsteller: Samantha Morton, Michael Shannon, Natasha Calis, Charlie Tahan

ab 23. November von Koch-Media auf DVD/BluRay

Nach mehr als 4 Jahren erscheint John McNaughtons aktuellstes Werk auch endlich hierzulande. Allerdings hat der Film, der mit dem seltsamen deutschen Titel "Haus des Zorns" in den Regalen landet, auch generell erst einmal zwei Jahre auf Eis gelegen, bis er auf Netflix USA seine Premiere feiern durfte.

Das soll aber nicht heißen, dass der Film schlecht ist - nur halt schwer vermarktbar.

Unsere Kritik sagt Euch warum...

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Zum Release von "Haus des Zorns" verlosen wir in Zusammenarbeit mit Koch-Media jeweils eine DVD und eine BluRay dieses - noch unbekannten - Meisterwerks.

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querein Bernd Rant©
Einmal mehr präsentiert Euch Evil Ed einen etwas anderen Artikel. Keine Kritik, keine Analyse, sondern ein weiterer Bewusstseinsstrom. Ein reichlich bebildertes Leseerlebnis der besonderen Art...

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poster The X-Files (1998)
Videogame PS1

Regie: Greg Roach

Buch: Chris Carter, Richard Dowdy

Darsteller: David Duchovny, Jordan Lee Williams, Gillian Anderson, Mitch Pileggi

 

Mario, unser passend benamster Spieleexperte, hat für Euch die X-Akten geöffnet und sich in die Tiefen eines PS1 interactive Movie fallen lassen.

Ein ganz besonderes Leseabenteuer erwartet Euch...

 

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poster Happy Death Day (2017)

Ab 17. November im Kino

Regie: Christopher Landon

Drehbuch: Scott Lobdell

Musik: Bear McCreary

Darsteller: Jessica Rothe,
Israel Broussard, Ruby Modine

 

Der aktuelle Platz 1 in den US-Kino-Charts wird zur Zeit von diesem Mix aus Komödie und klassischem Slasher belegt, was wieder einmal zeigt, dass Genre-Produktionen gerade mal wieder sehr stark im Kommen sind.

Lohnt es sich also nächsten Donnerstag,
die 10 bis 15 € für einen Kinobesuch hinzulegen?

 

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2017 11 07 08.31.12 GEWINNSPIEL
Night of the Virgin

Mit freundlicher Unterstützung von Pierrot le Fou verlosen wir zwei DVDs und eine BluRay von "Night of the Virgin", natürlich mit der dazugehörigen Kotztüte. Was Ihr dafür tun müsst steht im Artikel...

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poster MoH S01E04
Jenifer
 Regie: Dario Argento

Darsteller: ,

 

Es wird allgemein als Tatsache angesehen, dass Dario Argento mittlerweile sein "Mojo" verloren hat.

Unser Autor Trashbox versucht, das anhand dieser Folge unserer "Masters of Horror"-Retrospektive zu widerlegen. Denn dadurch, dass die Regisseure bei dieser TV-Serie komplett freie Hand und totale kreative Kontrolle hatten, haben wir hier die vielleicht ehrlichsten ihrer Werke vorliegen.

Erwartet also keine Kritik mit abschließendem Fazit - aber das müsstet ihr ja mittlerweile wissen. :)

 

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